VISION 20005/2006
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Rechtzeitig gut aufklären

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Eine dem Alter und der persönlichen Entwicklung entsprechende, sachlich richtige Einführung in die Geheimnisse des Lebens, der Fortpflanzung und der Liebe ist von großer Bedeutung. Sie soll rechtzeitig geschehen. Noch vor Eintreten der biologischen und emotionalen Reifungsvorgänge in den Heranwachsenden, aber möglichst anderen, unter Umständen nicht wertorientierten “Aufklärern" zuvorkommend. So wird vermieden, daß sich falsche Ängste oder falsche Vorstellungen bilden, so können für Jugendliche unpassende Aufklärungsaktionen von diesen eher verkraftet und verarbeitet werden.

Zuständig sind die Eltern, es muß ihre Sorge, ihr Anliegen sein, daß ihre Kinder, jetzt heranwachsende Jugendliche, den Weg zu einer echten Liebe finden und die nötige Ausgeglichenheit und innere Festigkeit erlangen, die für die Gründung einer Familie, für die verantwortungsbewußte Lebensweise als Erwachsene Voraussetzung ist.

(...) Die Schäden früher, meist nur kurz dauernder Intimbeziehungen sind groß: Enttäuschungen, nicht selten tiefe Verwundungen sind die fast unvermeidbaren Folgen. Der Katzenjammer, der zurückbleibt, wird durch neue Beziehungen verscheucht. Es darf nicht verwundern, wenn später in der Ehe die Treue schwerfällt.

Durch häufigen Partnerwechsel mit intimen Beziehungen wird die Bindungsfähigkeit geschwächt. Dadurch, daß in den Bekanntschaften sehr schnell das Sexuelle intendiert wird, vermindert sich der Bezug zur Person, der man begegnet. Wenn das häufig passiert, kann das bewirken, daß jene, die sich zu einer solchen Verhaltensweise verführen lassen, sich regelrecht als gebraucht und erniedrigt vorkommen. Wahre Liebe kann so, wenn überhaupt, nur schwer entstehen, geschweige denn sich entfalten.

Angesichts dieser Situation ist passives Zuschauen nicht verantwortbar. Es ist notwendig zu reden. Die Liebe steht auf dem Spiel und damit das Glück des Lebens. Ein Umdenken ist notwendig.

Wahr ist, daß Eltern häufig überfordert sind; häufig fehlt es ihnen an Wissen und Überzeugung. Manchmal ist es auch für die Jugendlichen leichter, über gewisse Themen mit jemand anderem zu sprechen.

Teenstar arbeitet vor allem im schulischen Bereich und ich halte dies für förderungswürdig, weil den Darlegungen der Teenstarkurse - soweit ich das sehen kann - ein Menschenbild zugrundeliegt, das der Schöpfungsordnung entspricht.

Bischof Klaus Küng

Auszug aus dem Vortrag beim 5. Intern. Teenstar-Kongreß am 26.8.06

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