VISION 20001/2010
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33 Reisen mit dem Papst

Artikel drucken Als Photograph weltweit unterwegs

Ein bißchen sind wir an der Entstehung des neuen Buches von Christoph Hurnaus, „33 Reisen mit dem Papst“, beteiligt, wir, das heißt die Redaktion von VISION 2000. Ich hatte es eigentlich schon vergessen: Eine der ersten Reisen, die im Buch erwähnt werden, den Besuch Johannes Paul II. in Slowenien, begleitete der Autor im Auftrag unserer Zeitschrift. Das war nicht unwichtig, denn von da an konnte er sich als Pressephotograph akkreditieren lassen.
Hurnaus erinnert sich: „Nun stand ich wirklich mit meiner Kamera auf dem Rollfeld des Laibacher Flughafens Brnik und erwartete die Ankunft des Papstes. Ich hatte meine erste offizielle Medienakkreditierung erhalten…“
Wer hätte damals gedacht, daß dies der Beginn einer großen Leidenschaft von Christoph Hurnaus, den Päpsten auf ihren Reisen durch die Welt zu folgen, werden würde! 33 Reisen sind es von 1995 bis jetzt gewesen, die der Autor in seinem neuen Buch dokumentiert: viele in Mitteleuropa, aber auch nach Spanien, Frankreich, ins Heilige Land, die USA, nach Brasilien…
Zunächst begleitet Hurnaus den reisefreudigen, charismatischen Papst Johannes Paul II., erlebt die Begeisterung, die dieser vor allem bei der Jugend auslöst und bei den Völkern Osteuropas, zu deren Befreiung er so wesentlich beigetragen hat. Er muß aber auch die wachsenden körperlichen Beschwerden des Papstes miterleben, die zunehmende Last, die das Reisen für ihn bedeutet. Immer wieder stellt Hurnaus bewundernd fest, wie die Begegnungen mit den Gläubigen den leidenden Pontifex beleben.
Aus den Schilderungen des Photographen tauchen Erinnerungen an die vielen eindrucksvollen Ereignisse dieses Pontifikats auf: die Begegnung mit dem rumänischen Patriarchen Teoctist I., der Triumphzug Johannes Paul II. 1999 während seines Besuches in Polen, bei dem ihm 20 Millionen Landsleute zugejubelt haben, die Feier mit der Millionenschar Jugendlicher in Tor Vergata am Ende des Weltjugendtages 2000 in Rom…
Und dann der Abschied von diesem großen Papst: berührend die Schilderung der Trauerfeierlichkeiten in Rom, das Zusammenströmen der unüberblickbaren trauernden Massen, die Abschied von einem der ganz großen Päpste der Geschichte nahmen. Wer würde nach diesem Giganten als Nachfolger bestehen können?
Es folgt Benedikt XVI., wieder ein großer Papst auf dem Stuhl Petri. Würde er in die großen Fußstapfen seines Vorgängers treten können? Schon auf seiner ersten Reise, nach Bari in Italien, begleitet ihn Christoph Hurnaus, der die Wahl Ratzingers auf dem privilegierten Platz für Photographen auf den Kolonnaden am Petersplatz bejubelt hatte: „Ich sprang vor Freude in die Luft und ließ meinem Jubel freien Lauf. Einige Photografen, die dicht aneinander gedrängt neben mir standen, waren wegen meines Emotionsausbruches sichtlich irritiert…“ Klar, daß Hurnaus nun auch Papst Benedikt auf dessen Reisen begleiten wird: in die Türkei, nach Brasilien, ins Heilige Land, nach Tschechien, und, und…
Wer das Buch liest, spürt sofort: Hier dokumentiert die Ereignisse nicht etwa ein leidenschaftsloser Journalist, sondern ein junger Christ, der die Reisen der Päpste aus Freude am Glauben und aus Liebe zu den Nachfolgern Petri begleitet - einer, der als Amateur in das „Geschäft“ einsteigt und im Zuge der gesammelten Erfahrung zum Profi wird.
Wie sehr er sich in das Metier einarbeitet, wird spätestens deutlich, als er von der Diözese Regensburg als offizieller Photograph beauftragt wird, den Besuch Papst Benedikts zu begleiten. Stolz berichtet er: „In Regensburg gab es aber noch ein weiteres Erfolgserlebnis für mich: Die Diözese hatte sich für ein Papstphoto von mir als offizielles Bild des Bistums Regensburg zum Papstbesuch entschieden…“ In Regensburg lernt Hurnaus auch Prälat Georg Ratzinger, den Bruder des Papstes, kennen, der das Vorwort zu 33 Reisen mit dem Papst verfaßt hat.
Lassen Sie mich die Besprechung mit einem Zitat aus dem Nachwort, geschrieben im November 2009 beim Papstbesuch in Brescia, beenden: „Die neue Generation, die während des Pontifikats von Papst Johannes Paul II. herangewachsen ist und heute zur ,Generation Benedikt' gehört, ist das Vermächtnis des großen Wojtyla-Papstes an die Kirche. Auch wenn der katholischen Kirche in unseren Ländern noch viele Schäfchen den Rücken kehren werden, kann sie dennoch voller Vertrauen in die Zukunft blicken. Spätestens seit dem Beginn des Doppelpontifikats von 2005 (…) können wir mit Papst Benedikt der Welt von heute zurufen: ,Die Kirche lebt. Und die Kirche ist jung. Sie trägt die Zukunft der Welt in sich und zeigt daher auch jedem einzelnen den Weg in die Zukunft.'“

Christof Gaspari
33 Reisen mit dem Papst - Unterwegs mit Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Von Christoph Hurnaus. Medienverlag Christoph Hurnaus. 204 Seiten, bebildert, 13,30 Euro.

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