VISION 20005/2020
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Jesus, ich gebe mich Dir hin, sorge Du!

Artikel drucken Was Christen neu entdecken sollten: Sich wirklich auf Gott zu verlassen

Was es bedeutet, Christus die Tore weit zu öffnen, wird im folgenden Text besonders deutlich. Er lädt uns zu einem Hingabe-Akt ein, der wohl für die meisten von uns zunächst schwer nachvollziehbar erscheint. Schon die erste Aufforderung: „Überlasst mir eure Sorgen, und alles wird sich beruhigen“, hat einen Touch von Weltfremdheit.

Wie relevant die weiter unten angeführten Sätze jedoch sind, wird am besten erkennbar, wenn man auf das Leben Don Dolindo Ruotolos blickt: ein Gott hingegebenes, von Leid geprägtes Leben.
1882 in Neapel geboren, Sohn eines äußerst strengen Vaters, weiß Dolindo schon mit drei, dass er Priester werden will. Dazu fehlt ihm jedoch die Intelligenz fast total. So bittet er die Gottesmutter mit 13: „Liebe Mama, wenn du willst, dass ich Priester werde, gib mir die Intelligenz dazu, denn du siehst ja, dass ich ein Dummkopf bin…“ Da erwacht sein Geist. Bald ist er Klassenbester, bleibt aber ein Outcast. Priesterweihe mit 22 und dann Lehrtätigkeit in Neapel. Die Erfolge machen ihn stolz. Intrigen, Anklagen, Verbot der Messfeier, Entzug der priesterlichen Vollmacht holen ihn auf den Boden der Realität zurück.
Er erkennt, dass er der Reinigung bedürfe, „um ein Werkzeug in Seinen Händen zu werden.“ Dafür empfängt er neue Gnadengaben: Bilokation, Einsprechungen, Mitteilungen von Jesus und der Gottesmutter. „Du lebst, aber nicht du, sondern Ich lebe in dir. Und nicht du schreibst, sondern Ich schreibe durch dich.“
In den vielen Jahren, in denen diese Strafen mit Unterbrechungen über ihn verhängt werden, widmet er sich der Musik, dem Apostolat, führt eine große Korrespondenz, wird ein Gigant des Gebetes, verfasst einen 33-bändigen Kommentar zur Heiligen Schrift. 1940 diktiert ihm der Herr den unten angeführten Hingabe-Akt. 1953 trifft er den heiligen P. Pio, der den Pilgern aus Neapel immer wieder gesagt hat: „Wieso kommt ihr zu mir? Ihr habt doch Don Dolindo, geht zu ihm! Er ist ein Heiliger.“
1970 stirbt er, nachdem er 10 Jahre lang infolge eines Schlaganfalls halbseitig gelähmt war. Viele pilgern zu seinem Grab, klopfen an dessen Steinplatte: „Kommt und klopft an mein Grab, ich werde euch antworten,“ hatte er zu Lebzeiten gesagt.
Sein Seligsprechungsprozess ist im Gange.
Ein gewichtiges Lebenszeugnis also, das den folgenden Text zusätzlich bedeutsam macht.
CG


DER HINGABEAKT, von Jesus Christus inspiriert und von Don Dolindo Ruotolo niedergeschrieben: eine Lehre über die Hingabe an Gott.

Warum lasst Ihr euch beunruhigen und verwirren? Überlasst mir eure Sorgen, und alles wird sich beruhigen. In Wahrheit sage ich euch, dass jeder vertrauensvolle, wahre und totale Akt der Hingabe an mich gerade die Wirkung hervorbringt, die ihr so sehr wünscht und die eure dornenvollen Situationen löst.
Sich mir hinzugeben, heißt nicht: sich ängstigen, sich beunruhigen und verzweifeln und dann ein erregtes Gebet an mich richten, damit ich euch beistehe. Sich mir hinzugeben, heißt: die Augen der Seele ruhig schließen und sich mir überlassen, damit ich allein euch ans andere Ufer trage wie schlafende Kinder auf den Armen der Mutter.
Das, was euch durcheinander bringt und sehr schadet, ist euer Grübeln und Nachsinnen, euer Sorgen und Abquälen in der Meinung, um jeden Preis alles selber tun zu müssen. Wie vieles wirke ich, wenn die Seele sich in ihren geistigen und materiellen Bedürfnissen an mich wendet, mich anschaut und – während sie voll Vertrauen sagt: „Sorge Du“ – die Augen schließt und in meinen Armen ruht!
Ihr habt wenig Gnaden, wenn ihr euch abquält, sie zu bekommen; ihr habt sehr viele, wenn euer Gebet ein volles sich-mir-Anvertrauen ist.

Im Leid betet ihr, dass ich es euch nehme, aber ganz so, wie ihr es euch vorstellt. Ihr wendet euch an mich, wollt aber, dass ich mich euren Ideen anpasse. Ihr seid wie Kranke, die den Arzt um Behandlung bitten, ihre Art und Weise jedoch selber vorschreiben.
Macht es nicht so, sondern betet, wie ich euch im Vater-unser gelehrt habe: „Geheiligt werde dein Name“, das heißt: Sei verherrlicht in dieser meiner Not und Bedrängnis; „Dein Reich komme“, das heißt: alles trage bei zu deinem Reich in uns und in der Welt; „Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden“, das heißt: verfüge du in dieser meiner Angelegenheit, wie es besser ist für unser ewiges und zeitliches Leben.
Wenn ihr mir wirklich sagt: „Dein Wille geschehe“ oder „Sorge Du“, greife ich mit meiner ganzen Allmacht ein und löse die schwierigsten Situationen.

Wenn du siehst, dass das Übel sich verschlimmert, statt sich zu bessern: beunruhige dich nicht. Schließe die Augen und sprich zu mir mit Vertrauen: „Dein Wille geschehe, sorge Du.“
Ich sage dir, dass ich sorge und eingreife wie ein Arzt, und dass ich auch ein Wunder wirke, wenn es nötig ist. Und siehst du, dass der Zustand des Kranken sich verschlimmert: beunruhige dich nicht, sondern schließe die Augen und Sprich: „Sorge Du.“ Ich sage dir, ich sorge.
Die Besorgnis, die Unruhe und das Denkenwollen an die Folgen einer Sache sind gegen die Hingabe. Es ist wie das Ungestüm der Kinder, die verlangen, dass die Mutter für ihre Bedürfnisse sorge, es aber dennoch selbst tun wollen und so durch ihre Ideen und Launen die Hilfe der Mutter stören.
Schließt die Augen und lasst mich arbeiten. Schließt die Augen und lenkt eure Gedanken an die Zukunft ab, wie eine Versuchung. Ruhet in mir, glaubt an meine Güte, und ich schwöre euch bei meiner Liebe, dass, wenn ihr in dieser Verfassung zu mir sagt: „Sorge Du“, ich voll und ganz sorge, euch tröste, euch befreie, euch führe.
Und wenn ich euch einen anderen Weg führen muss als den, den ihr meint, dann unterweise ich euch. Ich trage euch auf meinen Armen, denn es gibt keine heilsamere Medizin als den Eingriff meiner Liebe. Doch, ich sorge nur, wenn ihr die Augen schließt (das heißt: wenn ihr wirklich wollt und vollkommen vertraut).

Ihr seid schlaflos, ihr wollt alles abschätzen, alles erkunden, an alles denken und überlasst euch so den menschlichen Kräften oder schlimmer den Menschen, indem ihr auf ihr Eingreifen vertraut. Das ist es, was meine Absichten und Worte hindert. Oh, wie sehr wünsche ich von euch diese Hingabe, um euch zu beschenken, und wie betrübt es mich, euch so beunruhigt zu sehen!
Satan strebt gerade das an, euch in Unruhe zu bringen, um euch meinem Wirken zu entziehen, damit ihr euch ganz den menschlichen Initiativen hingebt. Deshalb vertraut mir allein, ruhet in mir, gebt euch in allem mir hin. Ich wirke Wunder in dem Maße eurer vollen Hingabe an mich und des gänzlichen Miss­trauens euch selbst gegenüber. Ich schenke Schätze der Gnaden, wenn ihr in gänzlicher „Armut“ seid!
Wenn ihr eure eigenen Hilfsquellen habt, auch in wenigem, oder solche sucht, seid ihr nur auf der natürlichen Ebene und folgt so dem natürlichen Lauf der Dinge, der oft von Satan gestört wird. Keiner, der alles erörtert oder erwägt, hat je Wunder gewirkt, nicht einmal unter den Heiligen. Es wirkt mit Gott, wer sich Gott hingibt.

Wenn immer du siehst, dass alles sich noch mehr verwickelt, sprich mit geschlossenen Augen der Seele: „Jesus, sorge Du.“ Und lenke dich ab, denn dein ruheloser Verstand macht es dir schwer, das Übel zu sehen und mir zu vertrauen. Mache es so in allen deinen Bedürfnissen. Macht es alle so, und ihr werdet große, fortgesetzte und stille Wunder sehen. Ich werde sorgen, ich versichere es euch.

Betet immer in dieser Haltung und Hingabe, und ihr werdet großen Frieden haben und große Frucht, auch wenn ich euch die Gnade des Opfers, der Sühne und der Liebe schenke, die das Leid auferlegt. Scheint es dir unmöglich? Schließe die Augen und sprich mit ganzer Seele: „Jesus, sorge Du.“ Hab’ keine Angst, ich sorge. „Und du wirst meinen Namen preisen, indem du dich selbst verdemütigst. Deine Gebete gelten nicht so viel, wie ein Akt vertrauensvoller Hingabe; bedenke es wohl. Es gibt keine wirksamere Novene als diese:
„Oh Jesus, ich gebe mich dir hin, sorge Du!“


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