VISION 20005/2020
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Pressesplitter kommentiert

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Massaker an Christen
in Nigeria
Militante Fulani-Hirten und Boko Haram, Nigerias bedeutendste islamische Jihadisten, haben ihre Gewaltanwendung gegen Chris­ten in Zentral- und Nordwest-Nigeria intensiviert und in den ers­ten 4,5 Monaten von 2020 nicht weniger als 620 wehrlose Chris­ten brutal umgebracht sowie deren Kirchen und Ausbildungsstätten rücksichtslos niedergebrannt und zerstört. Die Gräueltaten an den Christen blieben weitgehend folgenlos. Die alarmierten Sicherheitskräfte des Landes und die politischen Akteure sahen weg oder konspirierten mit den Jihadisten. In dieser Zeit wurden hunderte Häuser niedergebrannt oder zerstört, ebenso wie Dutzende von Kirchen und Schulen. (…) Unser kürzlich erfasster Überblick über das Morden von Christen durch Nigerias Jihadis­ten seit 2009 ergab: Nicht weniger als 32.000 Christen wurden von den Jihadisten im Land niedergemetzelt.
The Nigerian Voice v. 14.5.20
Als Christen sollten uns solche Meldungen unter die Haut gehen ebenso die Berichte über die Unterdrückung unserer verfolgten Geschwister in China. Dazu ein Interview:

Massive Christen­verfolgung in China
Xi Jinping ist erst seit 2013 Staatspräsident der Volksrepublik China, gilt aber schon jetzt als wichtigster Politiker seit Mao. Welche Rolle spielt er bei der Verfolgung von Christen?
Markus Rode: (…) Er regiert wie ein Diktator und zielt dabei auf Erhalt und Ausbau dieser Macht. Um das kommunistische System zu stärken, will er alle Bürger des Landes unter dieses System zwingen. Besonders die Christen, die sich in der Vergangenheit nicht unter das kommu­nis­tische Regime gebeugt haben, stehen im Fadenkreuz der digitalen Überwachungstechniken, mit der sich die kommunistische Partei Zugriff auf ihren persönlichen Glaubens- und Lebensbereich verschaffen will. Wer sich den Direktiven von Xi nicht beugt, muss damit rechnen, in Umerziehungslagern interniert zu werden.
(…) Passt der christliche Glaube nicht zur chinesischen Kultur?
Rode: Seit der Kulturrevolution unter Mao ist die Anzahl der Chris­ten explosionsartig gestiegen. Mit mehr als 90 Millionen gibt es im Land mehr Christen als Mitglieder der kommunistischen Partei. Da Xi Jinping 90 Millionen Christen nicht einfach beseitigen oder ins Gefängnis stecken kann, versucht er den Glauben der Christen und die Kirchen so zu verändern, dass sie Teil der kommunistischen Ideologie werden – dazu gehört eine neue, vom Regime nach kommunistischen Vorgaben interpretierte Bibelübersetzung. Kreuze in den Kirchen müssen abgehängt und durch Portraits von Mao und Xi ersetzt werden. Zu Beginn des Gottesdiens­tes muss die Nationalhymne gesungen werden. (…)
Hat die kommunistische Führung Angst vor einem zu großen Christentum?
Rode: Die Christen sind auch unter größter Verfolgung Jesus treu geblieben. Ihre Anzahl ist sogar gewachsen. Das Regime versucht dieses Wachstum zu stoppen. Zukünftig soll nach dem neuen „social credit system“ jeder einzelne Bürger komplett digital durchleuchtet und bewertet werden. Auf diese Weise will das Regime mittels Belohnungen oder Sanktionen Zugriff auf die Menschen bekommen, um deren Haltungen und Denken in seinem Sinne zu steuern. So wurden etwa Rentner in mehreren Provinzen angeschrieben mit der Androhung, ihre staatliche Rente würde empfindlich gekürzt werden, sollten sie sich weiter zu Jesus bekennen. Gerade auch Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren wird verboten, an christlichen Veranstaltungen teilzunehmen, da die Möglichkeit, sie zu prägen, in diesem Alter am stärksten ist.
Auszug aus einem Interview mit dem Leiter von Open Doors, einem überkonfessionellen Hilfswerk für verfolgte Christen, Deutschland in pro-medienmagazin.de v. 15.1.20
In unseren Gottesdiensten sollte regelmäßig für die weltweit verfolgten Christen gebetet werden. Der Mut und das Opfer dieser Bekenner ist ein Appell, uns ebenfalls deutlicher in unseren Ländern zum Glauben zu bekennen. Denn auch hier in Europa beginnt der Wind rauer zu wehen:

Kirchen im Visier
von Attentätern
Zusammen mit dem Feuer in der Kathedrale von Notre Dame, das weltweit Aufmerksamkeit erregt hat, war 2019 leider gekennzeichnet durch eine wachsende Zahl von Vandalisierungen und Schändungen von Kirchen in ganz Europa,“ erklärte die Direktorin des „Observatory on Intolerance and Discrimination Against Christians in Europe“, Ellen Fantini. „In den meisten Fällen blieben die Täter unerkannt, aber aus der Dokumentation des „Observatory“ geht hervor, dass Kirchen und andere Symbole des Chris­tentums in Europa Zielscheibe vieler Gruppen, von Islamisten über radikale Feministinnen, LGBT-Aktivisten bis zu Anarchisten und erklärten Satanisten, sind, stellte Frau Fantini fest. Insgesamt wurden in Europa 3.000 christliche Kirchen, Schulen, Friedhöfe und Denkmäler mutwillig beschädigt, beraubt, entweiht oder verunstaltet, was 2019 zum Rekordjahr für christliche Sakrilegien macht.
www.breitbart.com v. 20.1.20
Dazu Ereignisse aus jüngster Zeit: Diebstahl einer Mons­tranz mit einer Reliquie des hl. Leopold in Maria Lanzendorf (5. Juli), ein 75 Kilo schweres Kreuz vor der Kirche von Weiden in der Pfalz umgestürzt und massiv beschädigt (4. Juli), zwischen 11. Juni und 2. Juli Kirche und Pfarrgebäude in Bissendorf-Achelriede dreimal schwer beschädigt, Brandstiftung in einer Kirche von Rimini (29. Juni)…
Quelle: www.intoleranceagainstchristians.eu

Gegen weitere
Schulschließungen
Die gesundheitlichen und psychosozialen Folgen seien für Schüler schwerwiegend, so das Ergebnis einer Studie. Vor allem Mädchen machten sich große Sorgen um ihre Familie – und verlören so an Lebensqualität.
Die Zahl der Corona-Infektionen an Schulen vor der Sommerpause war sehr gering, viel größer dagegen sind die Folgen der Schul­schließungen vor allem für Kinder aus sozial schwachen Familien. Zu diesen Ergebnissen kommt die zweite von Sachsens Bildungsministerium in Auftrag gegebene Studie zu Corona-Infektionen an Schulen, die am Montag in Dresden vorgestellt wurde. (…) Angesichts der bisherigen Ergebnisse ließen sich … generelle Schulschließungen nicht mehr rechtfertigten, so Kiess. „Wer darüber immer noch redet, den kann ich nicht verstehen.“
FAZ v. 3.8.20
Höchste Zeit die Politik nicht nur an Infektionszahlen auszurichten. Weitere Maßnahmen müssen den deutlich erkennbaren Nebenwirkungen des bisherigen Agierens vermehrt Rechnung tragen:

Psychische Folgen
von Corona
Die Corona-Krise hat auch psychische Folgen. Für das Parlament hat das Gesundheitsminis­terium alle vorhandenen Zahlen und Daten zusammengetragen. Die erste Bilanz fällt dramatisch aus. Die Zahl der Menschen mit Depressionen hat sich in den letzten Monaten auf 21% vervierfacht, berichtet die ZIB. Jeder siebente Österreicher zeigt laut einer neuen Studie moderate Symptome, jeder elfte wird sogar als schwer depressiv bewertet. Ähnlich hoch ist die Zahl der Angststörungen. Sie hat sich auf 20% verdreifacht. Und rund 15% der Menschen haben Schlafstörungen, auch diese Zahl hat sich mehr als verdoppelt.
Teletext ORF 13.7.20; 22:20 ORF2
ORF-Meldungen kann man wohl nicht den Vorwurf machen, von Verschwörungstheoretikern zu stammen. Die ORF-Berichterstattung ist linientreu, verwirklicht brav, was im Folgenden kritisiert wird:

Angeklagt gegen die „Cancel Culture“
In einem offenen Brief haben sich namhafte, keineswegs konservative Persönlichkeiten gegen das Überhandnehmen einer „Cancel Culture“ gewandt, einer Kultur, die nicht dem Zeitgeist entsprechende Sichtweisen unterdrückt: Die Unterzeichner des vielbeachteten Briefs, zu denen vor allem renommierte Autoren und politisch als eher linksliberal einzuschätzende Denker (…) gehören, sprechen sich angesichts immer aggressiver in Politik, Publizistik und Sozialen Netzwerken auftretender Vertreter illiberaler Denkströmungen (…) für eine Stärkung der Meinungsfreiheit aus und bringen ihre Opposition gegenüber „einer neuen Reihe von moralischen Grundhaltungen und politischen Bekenntnissen“ zum Ausdruck, „die darauf abzielen, unsere Normen in Bezug auf eine offene Auseinandersetzung zu schwächen“. Zudem prangern die Verfasser eine ihrer Ansicht nach zunehmende „Intoleranz in Bezug auf abweichende Meinungen“ an. (…) Aufrufe, all das „rasch und unnachsichtig zu sanktionieren, was als sprachlicher und ideologischer Verstoß wahrgenommen wird“, seien bereits gang und gäbe. Als Beispiel dafür wird genannt, dass Redakteure, „wegen kontroverser Texte entlassen werden, Journalisten verwehrt wird, über bestimmte Themen zu schreiben, Professoren überprüft werden, weil sie Werke der Literatur zitierten und dass ein Wissenschaftler gefeuert wurde, weil er eine von Experten begutachtete akademische Studie in Umlauf brachte“.
Die Tagespost v. 30.7.20
 
Sprachzerstörung
Die Wiener Universität hat vor wenigen Wochen die Leitlinie „Geschlechterinklusiver Sprach­gebrauch“ herausgegeben. Zeugnis, Prüfungsbögen, E-Mails, Postaussendungen und Webseiten: Alles soll umgeschrieben und geschlechtsneutral formuliert werden. Denn „es bestehe die Gefahr, Menschen einem Geschlecht falsch zuzuordnen“. Schließlich wolle man anerkennen, dass es „mehr als zwei Geschlechter gibt und Geschlechts­identitäten, geschlechtliche Ausdrucksweisen und Körper vielfältig sind“.Wörter wie „Studentinnen und Studenten“ sind abgeschafft. Es heißt nun „Student*innen“. Im Schriftverkehr lautet die Anrede nicht mehr „Liebe Studentinnen und Studenten“, sondern „Liebe*r Studierende*r“. Es gibt sogar Regeln für geschlechtergerechtes Sprechen. Der „Genderstern *“ soll laut Leitlinie als kurze Pause gesprochen werden.
Kronenzeitung 9.8.20

Zum selben Thema schreibt die NZZ: „Die Sprache gehört nicht dem Staat, sie gehört allen. Etwas mehr ziviler Ungehorsam gegenüber den gröbsten Auswüchsen des amtlichen Tugenddiktats könnte nicht schaden“ – übrigens auch in der Kirche. Beterinnen und Beter, Christinnen und Christen, usw ist unnötig und ermüdend.

Menschenfabrikation treibt’s immer toller
Die New York Times pushte vorige Woche in einem langen Leitartikel etwas, was sich als nächste Stufe der In-vitro-Fertilisation (IVF) entpuppt. Eine derzeit entwickelte Technik könnte jedes menschliche Wesen unabhängig von seinem Geschlecht instand setzen „eine Ei- oder Samenzelle aus einem kleinen Stück der eigenen Haut herzustellen“ und so ein Baby zu fabrizieren. (…) In ihrem Text für die New York Times betont Debora L. Spar: „Sollte die Technik der In-vitro-Gametogenesis machbar werden, könnten alle Arten von Familien theoretisch damit beginnen, ihre eigenen Keimzellen zu schaffen. Eine alleinstehende Frau könnte etwa ihre Eizelle mit dem Samen gemixt aus dem genetischen Material ihrer zwei besten männlichen Freunde befruchten; das Kind, das so entsteht, hätte dann drei genetische Elternteile. (…) Oder sie könnte ihre Eizelle befruchten mit einer sorgfältig ausgewählten Samenspende, getestet, um jedes Risiko von Mukoviszidose, die es in ihrer Familie gibt, auszuschließen.“
Und sie beschreibt eine weitere Möglichkeit: „Stammzellen dieses Embryos könnten dann eine Eizelle der nächsten Generation liefern, die dann befruchtet wird mit dem auf gleiche Weise gewonnenen Samen ihres besten Freundes. Das ergibt dann ein Kind mit vier Elternteilen. Und so weiter. Die Implikationen sind gigantisch.“
LifeSiteNews v. 18.8.20
Obwohl die Umweltkrise gezeigt hat, dass der Mensch scheitert, wenn er massiv an Gottes Schöpfung herumbastelt, wird der Traum, Menschen nach eigenen Vorstellungen herzustellen, unbeirrt weiter verfolgt. Wer an der Ursünde, wie Gott sein zu wollen, festhält, macht unsere Zukunft immer lebensfeindlicher.

Schwarze Legende
Die „Mutter aller schwarzen Legenden“, lautet, die Katholische Kirche habe die Unterdrückung und Ausbeutung der Ureinwohner Lateinamerikas legitimiert, sie ihrer reichen Kultur beraubt und sie als Menschen zweiter Klasse definiert. Doch das Gegenteil ist wahr. Schon im Jahre 1500, kaum acht Jahre nach der Landung Kolumbus’ in der „Neuen Welt“, protestierten Franziskaner-Mönche gegen Übergriffe auf die Ureinwohner. 1511 hielt der Dominikaner-Pater Antonio de Montesinos eine berühmte Predigt, in der er öffentlich Anklage gegen die Misshandlung von Indios erhob. Noch bekannter ist der Name des Priesters Bartholomé de Las Casas (1484–1566), des unermüdlichen Verteidigers der Rechte der Ureinwohner; er war gewissermaßen zugleich der Gandhi und der Albert Schweitzer der Indios. (…) Papst Paul III. erließ eine aufsehenerregende Bulle, in der nicht nur die Rechte der Indios formuliert wurden (…). Der Text dieser Papstbulle von 1538 liest sich höchst modern und darf mit Fug und Recht als eine der ersten Menschenrechtsdeklarationen überhaupt bezeichnet werden.
Die Tagespost v. 3.9.20
Eine wichtige Info für einschlägige Diskussionen.

Ein einziger Heiliger würde reichen
Weil weltlich gesehen die Zukunft der Kirche nicht besonders rosig erscheint, zerbrechen sich manche ,,Experten“ den Kopf darüber, wie man der maroden Institution Kirche auf die Beine helfen könnte. In Gremien kreist man um Fragen wie Pfarrzusammenlegungen, Weihe bewährter Laien, Wortgottesdienst statt Heilige Messe, lmage-Kampagnen ...
Dabei wäre die vorrangige Aufgabe, sich nicht den Kopf zu zerbrechen, sondern betend über unsere Beziehung zu Jesus Christus nachzudenken. Sie entscheidet über die Zukunft der Kirche. Es reicht ein einziger Heiliger, um eine Revolution auszulösen, um in scheinbar aussichtsloser Situation eine totale Erneuerung zu bringen und Massen-Bekehrungen auszulösen. (…)
Zwei Heilige, Vinzenz von Paul und Petrus Canisius, lebten in einer ähnlich zerrütteten Zeit und können durch ihr Leben und Wort das soeben Gesagte bezeugen und uns aufzeigen, wie wir heute dem Auftrag des Herrn entsprechen können. Mission ist keine Sache für Spezialisten, sondern Auftrag an alle Gläubigen.  
Vinzentinische Nachrichten 135
Auf diese Hoffnung setzen wir in dieser schwierigen Zeit.

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