VISION 20005/2001
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Pressesplitter kommentiert

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Homosexuelle kann man heilen

Dr. Robert Spitzner, eine Schlüsselfigur in der Entscheidung der Amerikanischen Psychiatrischen Vereinigung 1973, die Homosexualität aus der Liste der psychischen Krankheiten im diagnostischen Handbuch zu streichen, hat eine neue Studie angekündigt, die seine Überzeugungen in dieser Frage verändert hat.

“Wie die meisten Psychiater", stellte Spitzer fest, “hatte ich gedacht, daß es zwar möglich sei, dem homosexuellen Tun zu widerstehen, daß es aber unmöglich sei, die sexuelle Orientierung zu ändern. Heute meine ich, das ist falsch ..." In der bis heute ausführlichsten Arbeit über die Änderung der sexuellen Orientierung interviewte Spitzer 200 Personen (143 Männer und 57 Frauen), die einen markanten Wechsel von homo- zu heterosexuellem Verhalten hinter sich hatten, der fünf Jahre zurücklag.

Die meisten Befragten sagten, der Glaube spiele eine große Rolle in ihrem Leben, und rund 75 Prozent der Männer und Frauen waren zur Zeit der Befragung heterosexuell verheiratet. Die meisten hatten diese Veränderung gesucht, weil sie den schwulen Lebensstil als emotional unbefriedigend erlebt hatten. Viele von ihnen waren irritiert von der Promiskuität, den stürmischen Beziehungen, den Konflikten zu ihren religiösen Werten, und dem Wunsch, verheiratet zu sein oder zu bleiben.

Im allgemeinen haben die Bemühungen, sich zu ändern, in den ersten beiden Jahren keine bedeutenden Erfolge getragen. Die Befragten gaben an, es habe ihnen geholfen, sich mit ihren Erfahrungen in der Kindheit und mit ihrer Familie auseinanderzusetzen und zu begreifen, wie dies zu ihrer Selbsteinschätzung und zu ihrer sexuellen Orientierung beigetragen hatte. Beratung durch eine Person desselben Geschlechts, Techniken der Verhaltenstherapie und Gruppentherapie wurden ebenfalls als hilfreich bezeichnet.

The Catholic World Report, Juni 2001

Eine erfreuliche Meldung, die allerdings gegen ein modernes Tabu verstößt - und daher nur schwer ihren Weg in die Medien findet.


Sex - sehr früh

Deutschlands Teenager haben immer früher Sex. Das ergab eine neue Studie im Auftrag des deutschen Familienministeriums und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung... Während 1977 geborene Jugendliche ihre Unschuld im Schnitt mit 15,6 Jahren verloren, hatten 1980 geborene Teenager im Durchschnitt schon mit 13,7 Jahren Sex, erläuterte Norbert Kluge, Leiter der Forschungsstelle Sexualwissenschaft und Sexualpädagogik der Universität Koblenz-Landau.

Die Jugendlichen werden der Studie zufolge auch immer früher geschlechtsreif. Seit 1980 setze die Sexualreife durchschnittlich zwei Monate früher ein als beim vergangenen Jahrgang... Für dieses Jahr prognostizierte der Wissenschaftler geschlechtsreife neuneinhalbjährige Mädchen und Buben.

SN v. 9.7.01


Wie schwer haben es die Jungen! Schon im Kindesalter geschlechtsreif und konfrontiert mit einem Umfeld, das sie sexuell aufreizt und ihnen falsche Vorstellungen vom Umgang mit der Sexualität vermittelt:

Seriell monogam

Eine Studie des Hamburger Sexualforschers Gunter Schmidt besagt: Für die “Kinder" der sexuellen Revolution der sechziger und siebziger Jahre sei der Sex “entdramatisiert" und von seiner Funktion als “Heilsbringer" befreit. Schmidt hat jetzt die Ergebnisse von Untersuchungen veröffentlicht, die die Hamburger Universität 1966, 1981 und 1996 durchführte.

... An der Bindung von Sexualität an eine feste, möglichst dauerhafte und befriedigende Beziehung zum Partner hat sich laut der Studie nicht viel geändert - allerdings nicht mehr auf Lebenszeit!

Vielmehr gelte: “Wo eine Beziehung als befriedigend erlebt wird, ist man sich auch treu, wo nicht, verläßt man den Partner." Die Sozialforschung beschreibe dieses Verhalten mit dem Begriff “serielle Monogamie", das heißt eine Abfolge von Zweierbeziehungen. Die Dauer einer Beziehung nehme in dem Maße ab, wie die Ansprüche daran gewachsen seien - nicht nur sexuell, sondern auch was Zärtlichkeit, Intimität und Vertrauen angehe. “Umgekehrt", so die Süddeutsche Zeitung in ihrem Bericht zur Studie, “schließt eine glückliche Beziehung weder den kurzen Seitensprung noch andere Sexualpraktiken aus."

Agentur Schweiz. Stiftung für die Familie v. 8.6.01


Was für ein Etikettenschwindel: Partnerwechsel mit dem Begriff serielle Monogamie salonfähig zu machen! Treu sind Paare nicht, wenn sie möglichst lang, sondern wenn sie lebenslang zueinander stehen, auch wenn die Beziehung einmal nicht so befriedigt, wie erhofft.

In Indien tötet man die Mädchen

Die vorläufigen Ergebnisse der alle zehn Jahre stattfindenden Zensuserhebung, die im Februar stattfand, zeigen, daß nur 917 Frauen auf 1.000 Männer in Indien kommen. 1991 betrug die entsprechende Zahl 929 Frauen auf 1.000 Männer. Und diese Ziffer war schon Anlaß zu ernster Sorge gewesen. Aber der Trend scheint sich zu verstärken. In mehreren Teilen des Landes ist die Geschlechtsrelation noch deutlicher aus dem Gleichgewicht geraten, mit weniger als 800 Mädchen unter sechs Jahren auf 1.000 Knaben dieses Alters.

Ganz offensichtlich ist diese Diskrepanz in der demographischen Statistik auf die geläufige Praxis der geschlechtsspezifischen Abtreibung zurückzuführen - oder wie man das in Indien bezeichnet als weiblicher Fetozid.

The Catholic World Report Juni 2001


Das sind die Folgen der weltweit von UNO-Organisationen auf Initiative der reichen Länder geförderten Abtreibungspolitik. Auch sie segelt unter falscher Flagge:

“Abtreibung ist ein Gesundheitsdiens"

Bei einer Vorbereitungssitzung für den Welt-Kinder-Gipfel der UNICEF vom 19.-21. September ist es in New York zu einem Eklat gekommen: Der kanadische Delegierte antwortete am Dienstag der vergangenen Woche auf eine entsprechende Frage der Delegation aus den Vereinigten Staaten: “Natürlich gehört dazu die Abtreibung." Die Antwort schlug im Konferenzraum wie eine Bombe ein. Befürworter der Pro Life Bewegungen feiern die unerwartete Offenheit des Delegierten wie einen Sieg. (...)Das Statement des kanadischen Delegierten habe nun diese Taktik entlarvt und Lebensrechtsgruppen sowie Familienorganisationen ein Argument geliefert, eine klare Definition von bislang umstrittenen Formulierungen in einschlägigen UNO-Dokumenten zu verlangen. Tatsächlich kam es im Anschluß an dieses Statement zu Forderungen, den Begriff “Reproduktive Gesundheitspflege" (reproductive health care) neu so zu definieren, daß er Abtreibung ausschließe. Dies, obwohl etwa die WHO die Abtreibung zur Reproduktiven Gesundheitspflege zählt.

Agentur Schweiz. Stiftung für die Familie, Meldung v. 20.6.01

Embryos für
Forschung erzeugt

US-Forscher haben menschliche Embryonen erstmals rein für Forschungszwecke erzeugt. Die Wissenschaftler vom Jones Institut für Reproduktive Medizin in Norfolk (Virginia) gewannen 50 Embryonen aus den Eizellen von bezahlten Spenderinnen sowie aus Spendersamen und entnahmen ihnen Stammzellen. Der Rest der Embryonen wurde anschließend zerstört. Forscher in aller Welt glauben, mit embryonalen Stammzellen einmal die Parkinsonsche oder Alzheimer Krankheit heilen sowie krankes Gewebe von Organen wiederherstellen zu können.

Die Presse v. 12.7.01

So wird der Mensch endgültig zum Material gemacht, das man (billig) produziert und nach Belieben wegwirft. Auch hier verdecken Begriffe wie Embryo und Stammzellen, was eigentlich geschieht: Ein Mensch wird getötet. So folgt die Kultur des Todes unerbittlich ihrer Logik:

Tötungsschiff

Australiens bekanntester Euthanasie-Aktivist, Dr. Philip Nitschke, hat einen Plan entwickelt, das neue holländische Gesetz, das Euthanasie legalisiert, dazu zu nutzen, Patienten ein “friedvolles" Sterben auf einem unter holländischer Fahne segelnden Schiff in den internationalen Gewässern vor Australien anzubieten. ... Bekanntgegeben hat Nitschke seine Vorstellungen von einer schwimmenden Euthanasieklinik vor Australien nur wenige Tage, nachdem die holländische Abtreibungsaktivistin Rebecca Gomperts angekündigt hatte, sie würde Abtreibungen in einer schwimmenden Klinik für Menschen aus Ländern anbieten, in denen Abtreibungen verboten sind. Die niederländische Regierung gab jedoch umgehend bekannt, sie würde die Nitschke Initiative vereiteln.

The Catholic World Report, Juni 2001


Saubere Schweine aus dem Labor

Schweinegülle läßt auf den Feldern die Pflanzen sprießen, verseucht aber zugleich Flüsse und Seen mit Phosphaten. Ein kanadisch-dänisches Forscherteam will das Problem mit genmanipulierten Tieren lösen. Die von ihnen gezüchteten Schweine scheiden deutlich weniger Schadstoffe aus, berichten die Wissenschaftler in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins “Nature Biotechnology". Pflanzliche Nahrung enthält organische Phosphorverbindungen, die jedoch von Schweinen normalerweise nicht verdaut werden können. ... Zusammen mit seinen Kollegen baute der Molekularbiologe deshalb ein Gen des Bakteriums Escherichia coli in das Erbgut von Versuchsschweinen ein - eine Methode, die von den Forschern bereits erfolgreich an Mäusen getestet worden war. Durch das fremde Gen konnten die Tiere die so genannte Phytase produzieren. Dieses im Speichel enthaltene Enzym ermöglicht es den Schweinen, Phosphorverbindungen in der Pflanzenkost aufzubrechen. Der Mist der transgenen Schweine, so ergab eine Analyse, enthielt 75 Prozent weniger Phosphat als die Ausscheidungen normaler Tiere. ... Golovan hält seine genmanipulierten Tiere auf lange Sicht für kostengünstiger: “Ihre Herstellung ist zwar teuer", sagte der Forscher gegenüber “Nature Science Update", “danach lassen sie sich jedoch wie normale Schweine züchten."

Der Spiegel online 31.7.01

Die Schöpfung systematisch umzumodeln, wird die Umwelt nicht sanieren, sondern langfristig, wie bisherige Erfahrungen lehren, noch mehr ruinieren.


Moloch Verkehr

Die Weltgesundheitsorganisation WHO appelliert an die EU, Maßnahmen zur Reduzierung der Umwelt- und Gesundheitsfolgen des Verkehrs zu ergreifen... So sterben zusätzlich zu den jährlich mehr als 40.000 Verkehrstoten in europäischen Städten jährlich schätzungsweise zwischen 36.000 und 129.000 Erwachsene aufgrund gesundheitlicher Schäden durch das ständige Einatmen von Verkehrsemissionen. Eine WHO-Studie über die Situation in Österreich, Frankreich und der Schweiz kam zu dem Ergebnis, daß sechs Prozent aller Todesfälle eine Folge der Luftverschmutzung sind, wobei die Hälfte davon auf das Konto von Emissionen des motorisierten Verkehrs gehe.

Info v. 30.7.01 d. Gesellschaft f. Verkehrspolitik

Erstaunlich, welche Opfer vor allem dem Individualverkehr, der pausenlos weiter gefördert wird, gebracht werden - und das in einer Gesellschaft, die sich im übrigen gegen alles zu versichern sucht.


Verlust der politischen Kultur

Vor 1997 trauten noch 75 Prozent (der Deutschen) den Parteien die Lösung der wichtigsten Probleme zu, seit 1998 nur noch jeder Zweite. Mitte der neunziger Jahre vertrauten noch vier von zehn den Parteien, heute gerade noch 20 Prozent. Die Konsequenzen führen inzwischen zur politischen Unkultur: wer keine Kompetenz mehr besitzt, verliert Legitimation und Beachtung. ...

Die Stammwähler werden zur aussterbenden Spezies: 60 Prozent waren es noch vor zehn Jahren, jetzt gerade mal 35 Prozent. Damit aber werden Wahlentscheidungen immer zufälliger. Stimmen resultieren aus Stimmungen. ... Die neue Beliebigkeit zeigt sich auch darin, daß die Einstellungen der Wähler der Hektik und Spontaneität unserer Wirtschaftswelt folgen. Zwischen 46 und 29 Prozent Wähleranteilen hat die SPD in dieser Legislaturperiode bereits geschwankt, die Union zwischen 28 und 41 Prozent. 63 Prozent empfinden die Regierungspolitik als kurzatmig. Nur jeder Vierte hält die Berliner Politik noch für langfristig angelegt.

Deutschland ist zum Land politischer Unkultur geworden: Früher mal waren die Parteien eine Werteorganisation Gleichgesinnter, die gemeinsame Ziele längerfristig durchsetzen wollten. Heute sind sie eher Zweckgemeinschaften zur Durchsetzung persönlicher Ziele, also nur noch zeitlich beschränkt gültig. Kohl und Lafontaine waren die letzten “Überzeugungstäter" mit klarer Linie. Inzwischen halten 45 Prozent der Deutschen CDU und SPD kaum mehr für unterscheidbar. Nur noch 46 Prozent können Unterschiede zwischen den beiden großen Parteien wahrnehmen.

Die Welt v. 9.8.01


Das Unbehagen mit der Politik ist nicht auf Deutschland beschränkt. Es stellt eine ernste Bedrohung für die Demokratie dar, die eine glaubwürdige Autorität der Entscheidungsträger braucht. Papst Johannes Paul II.verkörpert sie in seinem unermüdlichen Dienst:

Der Papst wird reisen - trotz allem

“Der Papst hat nicht die Absicht, seine Reisetätigkeit einzustellen," erklärte Navarro-Valls. “Er wird damit nicht aufhören, bis Gott ihn heimholt." Noch einmal bei einer anderen Pressekonferenz auf das Thema zurückkommend, erklärte der Pressesprecher des Papstes, Johannes Paul II. sei gewillt, trotz seiner offensichtlichen Müdigkeit weiterzuarbeiten. “Das wird Bestand des kirchlichen Erbes werden" und ein Beispiel für kommende Päpste. Als Antwort auf Fragen nach der physischen Verfassung des Papstes gab Navarro-Valls zu, daß der Papst erschöpft sei. “Der Papst verbirgt das nicht. Wir alle wissen es und wir alle können es sehen."

Dennoch, so setzte der Sprecher des Papstes fort, wird damit vor den Augen der Welt zum Ausdruck gebracht, “daß sich diese gesegnete Ermattung lohnt." Das ist Teil des Vermächtnisses dieses Pontifikats, stellte Navarro-Valls fest. Zukünftige Päpste, sagte er, würden sich an das Zeugnis Johannes Paul II. erinnern und an die unausgesprochene Botschaft: “Wieviel hat Gott ihm doch zu vollbringen gestattet" - trotz aller Schmerzen und Ermattung.

The Catholic World Report 6/2001

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