VISION 20002/2006
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Die Sakrileg Verschwörung

Artikel drucken Zur Aufklärung der Irrtümer in Dan Browns Roman “Sakrileg"

Mit über 30 Millionen weltweit verkauften Exemplaren wurde der Roman Sakrileg von Dan Brown (derzeit findet in London ein Prozeß statt, um zu klären, ob es sich bei dem Werk um ein Plagiat handelt) zu einem Weltbestseller. Allein in Deutschland sind eine Million Exemplare verkauft worden. Monatelang stand der Roman auf den Bestsellerlisten. Die Hollywood-Verfilmung, die dieses Jahr in unsere Kinos kommt, wird das Interesse und die Diskussionen über das im Buch behandelte Thema neu entfachen.

Gerade rechtzeitig ist nun im Brunnen Verlag das Buch Die Sakrileg Verschwörung des amerikanischen Professors Darrell L. Bock erschienen. Dieser wirkt als Professor für neutestamentliche Studien am Dallas Theological Seminary. Der Autor ist ein Experte in Sachen Jesus-Forschung.

Dan Brown unterstellt in seinem Besteller-Roman, daß die Amtsträger der frühen Kirche den wirklichen Jesus verschleiern wollten, indem sie die gnostischen Evangelien nicht in das Neue Testament aufnahmen. Sakrileg suggeriert dem Leser, daß die in ihm vorgebrachten Theorien auf neuen Entdeckungen beruhen.

Maria Magdalena ist eine der Schlüsselfiguren in Dan Browns Roman. Von ihr heißt es, sie wäre mit Jesus von Nazareth verheiratet gewesen und sie hätten Kinder gehabt. Die katholische Kirche hätte ihre Flucht nach Südfrankreich vertuscht. Der englische Originaltitel von Dan Browns Roman lautet wörtlich übersetzt Der Da-Vinci-Code. Er präsentiert im einzelnen sieben Untercodes.

Wie ein Detektiv begibt sich der Neutestamentler Bock auf die Spuren dieser Codes, um schließlich die Stücke des Puzzles um den Da-Vinci-Code zu sammeln. Sein Interesse richtet sich dabei auf die sogenannten gnostischen Evangelien, von denen einzelne auf den Funden von Nag-Hammadi in Ägypten beruhen. Bock untersucht dabei Stellen der gnostischen Evangelien des Thomas, Philippus oder der Maria Magdalena. Er befreit diese Schriften von Mißdeutungen und dokumentiert anhand der Schriften der Kirchenlehrer den Streit der Kirche der ersten Jahrhunderte mit dem Gnostizismus. Der Gnostizismus verwarf die alttestamentlichen Schriften und stellte den Gott der Juden als bösen Dämon dar, ganz im Gegensatz zur Sichtweise der Christen.

Ob man das Gottes- oder das Jesusbild nimmt, das Verständnis der Schöpfung, der Kreuzigung und der Erlösung oder die Frage der Offenbarung - überall stößt man auf Unterschiede, ja oft krasse Gegensätze. Nicht ohne Grund wurde der Gnostizismus von der Kirche am Konzil von Nizäa verworfen. Der Autor erklärt, wie die vier neutestamentlichen Evangelien entstanden, und warum darin gnostische Elemente fehlen. Dabei wird deutlich, daß Dan Browns Roman Sakrileg versucht, gnostischen Lehren einen pseudowissenschaftlichen Anstrich zu geben.

Bock trennt Fakten von Fiktion und setzt sich fair und gründlich mit den Thesen in Browns Roman auseinander. Er kommt dabei zu ganz eindeutigen Ergebnissen.

Weil Sakrileg demnächst in unsere Kinos kommt und auch bei uns für neuen Gesprächsstoff sorgen wird, könnte das Buch Die Sakrileg-Verschwörung Christen wertvolle Dienste leisten, wenn es darum geht, Jesus zu verteidigen und manche These des Romans ins Reich der Fabel zu rücken. Das Buch ist leicht lesbar, nicht besonders umfangreich und kann auch ohne große theologische Vorkenntnisse gelesen werden.

Christoph Hurnaus

Die Sakrileg Verschwörung. Von Darrell L. Bock, 13,30 Euro

Diese und andere Bücher können bezogen werden bei: Christoph Hurnaus, Waltherstr. 21, 4020 Linz, Tel/Fax: 0732 788 117; Email: hurnaus@aon.at

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