VISION 20005/2008
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Leserbriefe

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Du bist erlöst

Ein Herzenswunsch von mir ist, daß jedem Menschen bewußt wird, erlöst zu sein. Das befreiende, beglückende und wichtigste Erlebnis für mich ist die liebende Hilfe Gottes, wenn ich in der Versuchung vertrauensvoll darum bitte. Ich darf dadurch im Vertrauen darauf wachsen, daß mir Gott nur das zumutet, was ich mit seiner Hilfe tragen kann; die Zukunftsangst wird damit “entmachtet". Würde ich jedoch die Sünde verniedlichen, könnte ich auch die Situationen der Versuchung nicht erkennen und würde damit meinem Glück selbst im Weg stehen.

Gebhard Blesl, Ziegelstr. 21W, A-8045 Graz


Das war eine Frau!

Zu dem Artikel “Eine ganz normale Familie" (4/08, S. 26) möchte ich gerne sagen, daß nicht ein Mann, sondern eine Frau das Kind bekam, wie ja nur eine Frau Kinder bekommen kann. Die Frau hat sich ihre Brüste wegnehmen lassen - und Testosteron genommen -, dann aber mit dem Testeron aufgehört, um ein Kind zu bekommen. Eine Frau ohne Brüste bleibt eine Frau, und ich denke, wir sollten das festhalten und nicht “fälschlicherweise" sagen ein Mann habe ein Kind bekommen, denn dann würde ja Gott, der die Wahrheit ist, und Sein heiliges Wort lügen.

Alice-Scarlett Fröhlich, Alice-Scarlett.FROEHLICH@bka.gv.at


Nächstenliebe?

Leider sind viele Katholiken überhaupt nicht mit dem Wort Gottes vertraut und somit auch nicht in der Lage, im täglichen Leben wie Christen zu handeln. Das kommt deutlich im Bericht von Peter Schneider (4/08) zum Ausdruck, der mit seinem Handicap die christliche Nächstenliebe im Haus der Barmherzigkeit am eigenen Leibe durch die Oberin erfahren hat. Er ist sicher kein Einzelfall, wir können nicht Christsein spielen, sondern wir müssen es im täglichen Leben anweden, denn das größte Gebot, das Jesus uns gegeben hat, heißt: “Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst". Solange wir nicht ernsthaft umkehren und Buße tun, werden wir auch nicht die wahre Liebe Gottes erfahren, die durch den Heiligen Geist in unsere Herzen ausgegossen wird. Für Herrn Schneider wünsche ich Gottes reichen Segen, Seine große Barmherzigkeit, Güte und Liebe zu erfahren und ich bete, daß er Christen kennenlernt, die ihn als Kind Gottes annehmen und lieben.

Hildegard Hans, Hildegard.Hans@gmx.net


Die Nächstenliebe gibt es auch

Ich habe Ihre wertvolle Zeitung am 14. Juli erhalten und beginne immer gleich zu lesen. Und so las ich auch den Leserbrief “Schlecht behandelt". lhrer Aufforderung darauf zu antworten, möchte ich nachkommen. Heute, 14. Juli ist der Gedenktag des Hl. Kamillus von Lellis, der in jedem Kranken Christus sah. Er hat einen Orden gegründet, die Kamillianer. Da kenne ich einige dieser Patres. Einer ist Pater Gots, er hat in Altenhof am Hausruck in OÖ. ein ganzes Dorf für Behinderte gegründet. Das möchte ich dem Leser empfehlen, sich anzuschauen. Er war es auch, der den Verein “Lebenswertes Leben' gegründet hat, und viel mit Politikern gesprochen hat, um etwas zu bewegen. Auch Kamillianische Familien hat er gegründet. Das sind Laien, gesunde und kranke, die sich der Menschen in ihrer Umgebung annehmen, sie in Altenheimen oder Krankenhäusern besuchen und die vor allem auch für diese Menschen beten. Da gäbe es noch viel zu schreiben. Das sind alles Menschen, die sich Christus und der Kirche gegenüber verpflichtet fühlen, dies an Kranken und Leidenden zu tun. Es ist schade, daß Herr Schneider solche Erfahrungen machen mußte, aber ich freue mich, daß er dennoch diese christliche Zeitung liest. Ich wünsche Ihm Gottes reichen Segen.

Hermine Haunold, Bucheng. 2, A-3350 Haag


Endlich das Thema Umwelt!

Die Umweltmisere, und “Macht Euch die Erde untertan"! Endlich einmal greift ein christliches Medium ein Umweltthema auf! Das Schweigen dazu aus christlichen Kreisen ist für mich nämlich kaum mehr auszuhalten! Leider muß ich sagen, daß die Kirche da einen in der Geschichte schon oft begangenen Fehler wiederholt. Schon oft hat nämlich die Kirche zu skandalösen und menschlich katastrophalen Entwicklungen geschwiegen.

Ich denke da insbesondere an das Voranschreiten der Gentechnik in der Landwirtschaft und in der Lebensmittelherstellung. Die Mega-Konzerne sind dabei, alles in die Hand zu nehmen; und wer nicht ganz die Augen verschließt, dem müßte längst auffallen, daß irgendwann eine Diktatur der Großkonzerne entstehen wird, denn essen muß jeder Mensch. Schlimmerweise ist den Konzernen jedes Mittel recht, um zu Macht und finanziellem Riesenwachstum zu kommen. So werden immer mehr Pflanzen genmanipuliert und teilweise auch patentiert; Zugang zu den Pflanzensamen haben dann nur mehr die Leute, die teure Preise bezahlen können! (...) Manipulierte Organismen werden in der freien Natur ausgesetzt, von denen man noch gar nicht weiß, wie sie sich weiterentwickeln und weitermutieren. In den USA kennt man bereits Auskreuzungen mit Pflanzen aus der freien Natur, und die haben zu schweren Mißbildungen geführt. Auch die Bedrohung des Bienensterbens ist offenbar eine Auswirkung der Freisetzung von Genpflanzen. (...) Man braucht aber nur Landkarten mit den Bereichen, wo Genpflanzen wuchern, mit Karten des Auftretens des Bienensterbens zu vergleichen. Schockierend! Noch erschütternder ist die Tatsache, daß einmal freigesetzte manipulierte Pflanzen nicht mehr ins Labor zurückgeholt werden können. Sie wachsen weiter und verteilen sich, sie kreuzen mit Wildpflanzen aus und es kommt zu unvorhersehbaren Mutationen.

(...) Alles in Allem ein entsetzlicher Alptraum. Und eine himmelschreiende Sünde, dazu zu schweigen!

Johannes Krische


Senke dein Haupt

Ich bin 90 und eine begeisterte Leserin von VISION 2000. Bevor noch Ihr Beitrag: “Gott liebt die Schöpfung" herauskam, habe ich bei einem Morgenspaziergang folgende Verse gedichtet: Sie kamen mir aus dem Herzen:

Morgengruß

Hebe dein Haupt,

hörst Du nicht des Vogels Laut?

Sieh doch im frühen Sonngeflimmer

der Akazien weißen Schimmer.

Fülle und Schönheit der Natur,

sie zu erleben, versuch es nur.

Senke dein Haupt,

die Schöpfung ist uns anvertraut,

sich besinnend,

dankend beginnend

- senke dein Haupt.

Irene Zott Gebirgsg. 3, A-1230 Wien


Moral ist zu wenig

Sehr geehrter Herr Gaspari, in der ersten Hervorhebung im Text schreiben Sie quasi entschuldigend: “Ich habe doch keine silbernen Löffel gestohlen." Na ja, diese Auffassung ist freilich weit verbreitet, aber die Nachfolge, ja im gelungensten Fall: Das Christsein, beruht nicht darauf, nichts Böses getan zu haben. Das wäre nur “fromm". Die Apostelgeschichte berichtet gleich am Anfang von der Aufforderung des Jünglings im Lichtgewand an die Jünger: “Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr (fromm) herum" - also zwar nichts Böses tuend, aber auch das Gute unterlassend. Im Schuldbekenntnis am Eingang zu katholischen Meßfeiern heißt es ausdrücklich: “... Gutes unterlassen und Böses getan habe...", mit der beachtlichen Reihung nämlich, daß Gutes zu unterlassen erstgereihte Sünde ist und zwar noch vor dem “Böses (silberne Löffel gestohlen) getan"!

Bitte unterstreichen Sie diese Sichtweise in allfällig nachfolgenden Ausführungen zum Thema!Daß die Barmherzigkeit nämlich darin besteht, das von der Situation momentan geforderte Gute zu tun !

Hans Schlager, Feldg. 8, A-2325 Himberg


Mit Freude Frau sein

Mit freudiger Überraschung habe ich den Artikel “Auf Liebe, Zuwendung, Bindung programmiert" von Christa Meves gelesen. Ich erwarte mir von einer katholischen Zeitung aussagekräftige Artikel gegen den sich einschleichenden Verfall der Werte und danke Ihnen für den oben angeführten. Eine besondere Gefahr sehe ich in der Gender Theorie. Mit meinen Erfahrungen und Vorstellungen für eine Gesellschaft, in der Frauen in ihrer wesenhaften Eigenart auch “Kleider" tragen dürfen, möchte ich fortfahren.

Die Zusammenhänge von Auflösung der spezifisch weiblichen Wesensart, sowie deren Formung und zunehmender Aggressivität durch Mädchen treten immer öfter in Erscheinung.

Beachten Sie die Berichte in den Tageszeitungen “Mädchen nach Attacke auf Lehrer suspendiert" - “Mädchen trank sich bewußtlos" etc. (...)

Sehr häufig führt eine koedukative Unterrichtssituation bei den Mädchen zu einer zunehmenden Verrohung der Sitten. Bei den gleichaltrigen Buben beobachtet man eine übertriebene Wildheit einerseits, sowie lange ’Schülerkrankenstände' andererseits. Es kommt zu einer Verweichlichung und zu zusätzlichen Problemen der Ichfindung beim männlichen Geschlecht.

Seit Jahren führt der koedukative Sportunterricht auch zu einer nicht rückgängig zu machenden Frühsexualisierung. Die Kinder werden in zunehmendem Maße unfrei und triebhaft, was die Freude am kognitiven Lernen hemmt und die sexuelle Entwicklung unnötig beschleunigt und zu einer ’ungesunden' Frühreife führt. Mädchen und Buben sind gleichwertig aber anders. Es ist nicht richtig - sowohl im privaten Bereich wie auch im schulischen Umfeld und im Berufsleben - Frau und Mann beliebig austauschbar, verwendbar, vermarktbar und verwertbar zu machen - sicher nicht! Unsere Mädchen sollen wieder mit Freude Frauen, Ehefrauen und Mütter werden können und wollen.

Mag. Herta Schweighofer, Aspachgasse 16, A-8051 Graz schweighofer.herta@aon.at


Kein Allerbarmer

Kardinal Christoph Schönborn ging in einer Katechese (zur Barmherzigkeit) im Wiener Stephansdom kurz auf vorgehaltene Abscheulichkeiten der Israeliten an anderen Völkern ein. Es klang jedoch “praktisch" wie eine Einladung, die zahlreichen einschlägigen Stellen im AT (Massaker an anderen Völkern) zu ignorieren und sich allein auf die Stellen von Gottes Barmherzigkeit zu konzentrieren. Ein Kenner des AT kann das nicht als intellektuell redlich bezeichnen. Das Bild des Gottes Jahwe, der zum Schlachten der Angegriffenen bzw. der “Feinde" auffordert - “Spruch des Herrn", es gibt massenhaft einschlägige Stellen -, widerspricht kraß dem “Allerbarmer". Hier fehlte eine vermiedene, aber notwendige Erklärung. Meines Erachtens müßte klar gesagt werden, daß das Gottesbild im AT, aber auch im NT (vgl etwa die sich verändernde Einschätzung Jesu durch die Apostel) weithin einem allmählichen Wandel unterworfen ist (“Pädagogik" Gottes). Die Bestialitäten Israels anderen Völkern gegenüber werden aus einem religiös noch unausgereiften Denken heraus dem Wollen und der Hilfe Jahwes zugeschrieben. Die Offenheit des AT ist von verblüffender Aufrichtigkeit.

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