VISION 20005/2008
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Jesus hat Wort gehalten

Artikel drucken Die Befreiung der Geisel Ingrid Betancourt

Am 23. Februar 2002 war Ingrid Betancourt - sie bewarb sich damals um die kolumbianische Präsidentschaft - von linksgerichteten kolumbianischen Rebellen entführt und in den Dschungel verschleppt worden. Unter äußerst schlimmen Bedingungen wurde sie von den FARC-Rebellen gefangengehalten. Anfang 2008 machten Berichte freigelassener Geiseln die Runde, Ingrid Betancourt sei körperlich sehr gezeichnet und seelisch erschöpft.

Anfang Juli 2008 wurde sie vom kolumbianischen Militär zusammen mit
14 anderen Geiseln in einer spektakulären Aktion befreit: ein Wunder der Liebe Christi, wie Ingrid Betancourt vor den Medien bezeugt.

Ihre erste freie Tat nach der Befreiung als Geisel: Sie besuchte die Kirche Sacré Coeur (Heiliges Herz) in Paris. Denn Jesus, sagt Ingrid Betancourt, hat Sein Versprechen gehalten: Sie war frei gekommen, nachdem sie sich dem Heiligsten Herzen geweiht hatte.

Ihre erste Geste nach der Rettung war das Kreuzzeichen. Das berichtete Betancourt dem französischen Magazin Pèlerin. “Warum? Ohne Ihn an meiner Seite hätte ich den Schmerz niemals überlebt."

Eine Geisel zu sein bedeutet “eine Situation ständiger Demütigung". Da gebe es dann nur zwei Alternativen: “Entweder läßt du zu, daß du selbst aggressiv und verbittert wirst, voll von Haß und Rachegelüsten, oder du folgst dem anderen Weg, den Jesus gezeigt hat."

“Er sagte: ’Segnet eure Feinde.' Jedes Mal, wenn ich die Bibel las, hatte ich das Gefühl, daß diese Worte an mich gerichtet waren, als ob Jesus vor mir gestanden hätte. Er wußte, was er zu mir sagen mußte." Einfach war das nicht. “Natürlich habe ich gemerkt: Wenn der Feind furchtbar ist, ist es hart, diese Worte getreu zu leben, und deshalb hatte ich das Gefühl, ich möchte eigentlich genau das Gegenteil sagen. Wenn ich dann diese (biblischen) Worte sprach, dann war es aber wie ein Zauber: Ich habe eine Art Erleichterung gespürt. Der Haß ist einfach verschwunden. ... Ich spüre, daß eine Verwandlung in mir stattgefunden hat und ich verdanke diese Veränderung der Tatsache, daß ich fähig war, auf das zu hören, was Gott für mich wollte."

Die Kirche Sacré Coeur in Paris wollte sie jedenfalls unbedingt besuchen. Denn noch als Geisel hatte sie auf Radio Maria International gehört, daß der Juni der Herz-Jesu-Monat ist. Da hatte sie das Gefühl, daß sie Jesus um etwas bitten möchte. So betete sie: “Ich weiß nicht genau, was es heißt, sich selbst dem Heiligsten Herzen Jesu zu weihen, aber wenn du es mir während des Monats Juni sagst, dann werde ich ganz Dein sein."

Am 27. Juni wurde Ingrid Betancourt durch eine kolumbianische Spezialeinheit befreit. “Ich habe gedacht: ’Es geht los, Er ist pünktlich.' ... Tatsache ist, daß Jesus sein Wort gehalten hat. Ich habe ein Wunder erfahren."

Erst in ihrer Gefangenschaft hatte Betancourt begonnen, die Bibel zu lesen. Das erste Wort, das sie damals aufschlug, kann sie heute sinngemäß auswendig: “Du kannst bitten, worum du willst, aber der Heilige Geist wird besser bitten, weil Er weiß, was du wahrhaft brauchst." Sofort hat sie ausgerufen: “Mein Gott, ich weiß, was ich will: frei sein!" Nach sechs Jahren las sie die Paulusstelle wieder und verstand sie.

Kath.net v. 5.8.08

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