VISION 20005/2010
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Leserbriefe

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Den geistigen Kosmos entgiften
Ich lese Ihre Zeitschrift immer mit großem Interesse und danke Ihnen für den Artikel „Den geistigen Kosmos entgiften“. Wissenschaftler haben festgestellt, daß sich Naturkatastrophen in den letzten Jahren verachtfacht haben und 20% der lebenden Tiere vom Aussterben bedroht sind. Jeder einzelne ist aufgerufen, möglichst wenig an Weltressourcen zu verbrauchen. Aber wenn man das Christen sagt, geht das in ein Ohr hinein und aus dem anderen wieder hinaus. Sie pflegen weiter einen aufwendigen Lebensstil. Zur letzten Ausgabe: Da zieht sich durch fast alle Inhalte Umkehr, Beichte, Buße jedes einzelnen, aber die Kirche selbst besteht aus Gemeinschaft und aus einzelnen und wenn da sehr große Dinge passieren, wie Kindesmißbrauch durch Geistliche, dann muß die Kirche zu sich selbst und zur Welt offen und ehrlich sein und diese Fehler, die einem Verbrechen gleichkommen, eingestehen, denn vom einzelnen Gläubigen wird das auch verlangt, also gehört dazu die Konsequenz und Ehrlichkeit, das zu gestehen.
G. K.
Das ist ja mittlerweile angefangen vom Papst auf vielen Ebenen geschehen. Gott sei Dank!

Die Inquisition
In VISION 4/10 bezichtigte Herr Th. Lederer den ehemaligen Chefhistoriker des Vatikan Prof. Dr. Brandmüller des Fundamentalismus, weil dieser unter anderem die Zahl der verhängten Todesurteile durch die Inquisition als grotesk übertrieben bezeichnete. Die Behauptung, daß die Inquisition Millionen (Todes)-Opfer gefordert habe, entlarvt die moderne Inquisitionsforschung als erfundene Propaganda der Gegner der katholischen Kirche. Auch wenn Sie, Herr Lederer, es nicht glauben wollen, es bleibt eine Tatsache, daß der Inquisitionsprozeß mit seiner Wahrheitserforschung durch Parteien- und Zeugeneinvernahme einen Quantensprung in der Geschichte des Strafprozesses darstellt. So bekam der damals dominierende germanische Privat-Anklageprozeß, der Schuld und Unschuld mit dem Zweikampf ermittelte, eine ernstzunehmende Konkurrenz. Unser heutiges Prozeßrecht hat seine Wurzeln auch im Inquisitionsprozeß. Dieser war zur Zeit seiner Einsetzung (1215) der fortschrittlichste Rechtsgang, der nicht nur von den kirchlichen, sondern auch von weltlichen Gerichten verwendet wurde, zumal bereits unter Karl dem Großen (802) die „Königsboten“ das Recht zur Inquisition hatten.
Die Häretiker, die nach der damals noch gängigen germanischen Vorstellung das Heil der Sippe gefährdeten, erhielten erstmals ein Gerichtsverfahren. Dieses endete meist nicht mit dem Todesurteil, sondern mit geringeren Strafen oder Freispruch. Somit standen die Häretiker nicht mehr der Fehde-Lynch-Justiz einer aufgebrachten Menschenmenge gegenüber, die es nicht nur als ihr Volksrecht, sondern als ihre moralische Pflicht ansah, auf diese Weise das Sippenheil wieder herstellen zu müssen. In der weltlichen und kirchlichen Rechtssprechung galt der Grundsatz „Ohne Geständnis keine Verurteilung“. Dieses Rechtssprichwort erwies sich jedoch als juristisches Irrlicht. Dem Richter wurde nämlich gleichzeitig gestattet, bei Angeklagten, die beharrlich leugneten, die „peinliche Befragung“, also die Folter, anzuwenden. Weil sie schnell die gewünschte Aussage brachte, war sie schon damals altbekannt und weit verbreitet. Sie führte dann bei Hexenprozessen zur Verurteilung vieler Unschuldiger. Das Geständnis galt als die Krone der Beweismittel. Daher zögerten die Regierenden sehr lange, die Folter abzuschaffen, was in Österreich 1776 durch Maria Theresia und in Bayern 1806 geschah. Die physische und psychische Folter ist bis heute - trotz UNO-Resolution - nicht ausgerottet. Sie wird noch immer in vielen Staaten angewendet. Könnten wir mit einem Juristen aus dem Mittelalter sprechen, so würde uns dieser folgende peinliche Fragen stellen: Warum kritisiert ihr Besserwisser des 21. Jahrhunderts immer nur die Inquisition? Warum kritisiert Ihr nicht auch einmal eure Gesetze, deren Unrecht schon zum Himmel schreit? Warum?“
Klaus K., Kematen

Ist diese Zeit jetzt gekommen?
„Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18). Nur kurz nach ihrer Begründung durch den Gott-Menschen Jesus Christus schien sie am Karfreitag vernichtet worden zu sein. Von den 12 Aposteln verriet ihn Judas, Petrus verleugnete Ihn dreimal. Nur Johannes stand unter dem Kreuz. Sie wollten ihren alten Berufen wieder nachgehen. Die 3 Jahre mit einer Fülle von unvorstellbaren Wundern durch Jesus Christus waren wie ausgelöscht. Erst durch das Kommen des Heiligen Geistes zu Pfingsten waren sie wieder erfüllt mit dem Erlebten. Fast alle starben dafür einen oft sehr grausamen Tod.
In den letzten 2000 Jahren schien die Kirche öfter am Ende zu sein. Heute erleben wir es hautnah. Satan mit seinen irdischen Helfern meint, die Kirche fast überwunden zu haben. Zahlreiche der zu Mietlingen gewordenen Hirten machen gemeinsame Sache mit den Feinden Christi. „Denn zunächst muß der Abfall kommen und der Mensch der Gesetzlosigkeit offenbart werden, der Sohn des Verderbens, der Widersacher, der sich über alles hinwegsetzt, was Gott heißt oder Gottesverehrung…“ (2Thess 2,3f) Ob heute diese Zeit angebrochen ist?
Herbert B., Salzgitter

Werde für Sie beten
Mit Freude und Neugierde habe ich VISION 2000 erhalten und sofort angefangen zu lesen. Ich bin zwar schon 86 Jahre alt, aber Gott sei Dank, geistig noch fit. Ich gratuliere zu diesem Apostolat und wünsche, daß die Lektüre reiche Früchte zeitige. Diesen Wunsch möchte ich mit meinem fürbittenden Gebet unterstützen. Wir haben in unserer Kapelle täglich von Morgen bis Abend das Allerheiligste zur Anbetung ausgesetzt. In wenigen Minuten gehe ich zur Anbetung und werde extra um den Erfolg Ihres Apostolates beten.
Sr. G. W., Altötting

Schuldentilgung
Österreich hat nach dem 1. Weltkrieg, als dieser Staat den niemand wollte, dem man das Deutsch gestrichen hat, vom Völkerbund einen Kredit bekommen zum Wiederauferstehen und zum Sichwiederfinden. Die Schuld war 1938 noch nicht beglichen. Die Schulden wurden nicht in den Schornstein geschrieben, denn 1945 beim neuerlichen Wiederauferstehen hatte Österreich diese Schuld neuerlich abzutragen - und zwar bis 1976! Und die Moral von dieser Geschichte? Auch Griechenland braucht Zeit. In 5 bis 10 Jahren kann die Schuld nicht beglichen werden. Lernen wir aus der Geschichte, dass zum Schuldenabbau längere Zeiten nötig sind.
Hartmut O. Schrems

Thema Mißbrauch
Die Leserbriefe und die allgemeine Diskussion über die Mißbrauchsfälle in der Kirche haben mir aufgezeigt, daß wir Christen - speziell wir Katholiken, aufpassen müssen, nicht in den Fehler des Mainstreams zu fallen. Was ich damit sagen will: Wenn wir beginnen, einen Mißbrauch an einem Minderjährigen als Zahl darzustellen und diese Zahlen mit anderen Zahlen vergleichen, sind wir schon mitten im Zeitgeist. Dann wird beschönigt. Denken wir nur an Aussagen wie: „Die Arbeitslosenrate ist im Vergleich zu anderen Ländern relativ gering.“ In solchen Vergleichen geht das Einzelschicksal unter. Dann kann man sich zurücklehnen und das Leben genießen, da es ja eh nicht schlimm ist.
Ich spreche aus eigener, sehr schmerzlicher Erfahrung, daß Mißbrauch, egal in welcher Form: geistlicher, psychischer oder körperlicher Mißbrauch (von Züchtigung bis zum sexuellen Mißbrauch) selten in isolierter Form auftritt. Es ist immer eine Kombination aus mehreren Mißbräuchen auf mehreren Ebenen. Körperliche Züchtigung ist der Mißbrauch der Macht eines Mächtigen gegen einen Ohnmächtigen. Dies zu beschönigen und so darzustellen, als sei sexueller Mißbrauch viel schlimmer, wage ich zu bezweifeln.
Michaela P.

Abtreibungsstop statt Zuwanderung!
Seit 1975 werden in Österreich jährlich zigtausend eigene Kinder bereits im Mutterleib getötet. Erst jetzt - nach 35 Jahren - fällt unseren Politikern auf, daß unserem Staat zur weiteren Existenz Menschen fehlen. Jeder, der logisch denkt, würde als erste Maßnahme diesen schrecklichen Kindermord sofort beenden. Doch bei uns werden die eigenen Kinder weiter fleißig umgebracht und stattdessen wird über die Notwendigkeit vermehrter Zuwanderung diskutiert. Wenn unsere Volksvertreter diesen Widerspruch nicht selbst sehen, wäre es höchste Zeit, daß wir sie darauf aufmerksam machen. Zeigen wir in unserem Bekanntenkreis, bei den Medien - vor allem aber bei den Wahlen - unsere Unzufriedenheit mit dieser Situation und fordern eine rasche Beendigung der Ausrottung unseres eigenen Volkes.
Martha Z.

Ewig verdammt?!
Von vielen Beiträgen in VISION 2000 bin ich begeistert. Doch immer wieder liegt mir, wenn ich ihn lese oder höre, der Satz im Magen: „Wer nicht an Gott glaubt, kommt (für ewig, für immer) in die Hölle.“ („Wir werden auferstehen“ in 4/10) So soll Gott handeln? Seine, von Ihm erschaffenen und geliebten Kinder, wegen eines Denkfehlers, einer falschen Entscheidung in der Endlichkeit, für ewig zu verdammen? Wenn sogar irdische Eltern die schlimmsten Verfehlungen ihrer Kinder vergeben können? Wenn Gott so wäre, wie Er von einigen Christen dargestellt wird - na danke. Auch Pfarrer, die ich auf dieses Thema angesprochen habe, sagten: Ja, so handelt Gott nicht. Gott ist viel größer, als wir Ihn uns vorstellen können. Er wird keines, aber nicht eines seiner Kinder aufgeben und verwerfen. Das ist Liebe!
Kirstin A. Ettlingen

Auf die Feststellung: „Die Existenz der Hölle - was für ein schrecklicher Gedanke!“ (Interview in www.idea.de v. 30.3.10) antwortet der Philosoph Robert Spaemann: „Ja, aber dieser Gedanke ist in der gesamten neutestamentlichen Botschaft so tief verankert, daß wir ihn nicht einfach ignorieren können. Es wäre eine Anmaßung, diese Teile aus der Bibel herauszupräparieren. Christen können sich nicht eine nette Religion erfinden. Die christliche Botschaft ist die, die Jesus gebracht hat und nicht die, von der wir denken, Jesus hätte sie bringen sollen. Und Jesus redet nun mal von der Gefahr, endgültig verloren zu gehen.“

Jetzt fällt mir das Beten wieder leichter
Gerade habe ich ein Tief hinter mir, was Kirche und leider auch meinen persönlichen Glauben betrifft. Bis vor einer Woche eine Freundin mich besuchen kam (sie ist jetzt Ordensschwester in Wien). Das Gespräch mit ihr hat mir schon sehr gut getan und als Draufgabe hat sie mir eure Zeitung dagelassen zum Lesen. Ich möchte mich ganz herzlich dafür bedanken, daß ihr euch so ins Zeug legt für den Glauben und für die Verbreitung, denn manchmal hatte ich schon das Gefühl, sehr allein mit meinen Ansichten dazustehen. Jetzt fällt es mir wieder leichter zu beten. Danke! Es würde mich sehr freuen, eure Zeitung regelmäßig zu bekommen.
Karin M.

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