VISION 20005/2005
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Mission mit modernen Mitteln

Artikel drucken Radio Maria, die Frohe Botschaft im Äther

Vom ersten Augenblick des irdischen Lebens Jesu scheint es, daß seine Liebe nicht zu halten ist, sie drängt hinaus, um sich zu schenken. Eilends verläßt Maria ihr Nazaret und eilt zu Elisabeth. “Freue Dich!" hat ihr der Engel zugerufen - und diese Freude erfüllt alsbald Elisabeth, die nun im Heiligen Geist jubelt: “Als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib" (Lk 1,44). Wenn Maria den Menschen Jesus bringt, wird das Tiefste im Menschen lebendig und von Freude erfüllt.

Das ist für mich das Wesen der Mission: Jesus zu den Menschen tragen - vielleicht in einer ganz stillen, verborgenen Präsenz wie im Schoß der Mutter - und zum zweiten: Menschen zu Jesus führen. Vom Apostel Andreas, geprägt von einer lebendigen Erfahrung in der Begegnung mit Christus, heißt es: “Und er führte ihn (nämlich seinen Bruder Simon) zu Jesus" (Joh 1,44).

Mission heute bedient sich der modernen Kommunikationsmittel, um möglichst viele Menschen zu erreichen. So habe ich schon vor Jahren Radio Maria als wertvolles Instrument der Evangelisation kennengelernt. Und als mich vor etwa einem Jahr P. Clemens Reischl bat, die Programmverantwortung des Radios zu übernehmen, konkretisierte sich für mein Leben die Vision einer missionarischen Berufung in Österreich.

In seiner Predigt in Mariazell am 2. Oktober 2004 - übrigens “On Air" in Radio Maria - sagte der damalige Kardinal Ratzinger: “Christentum ist in seinem innersten Wesen Freude, das erste Wort, mit dem das neue Testament beginnt, der Gruß des Engels an Maria. Das ist die Ouvertüre und der reale Beginn der christlichen Geschichte, daß Gott als Freude in diese Welt hereintritt".

Radio Maria will dieses Sprachrohr der Freude sein, einer Freude, die aus der lebendigen und oft überraschenden Begegnung mit Christus kommt. Johanna, Redakteurin bei Radio Maria, weiß aus Erfahrung: “Der Aspekt der Mission liegt zum einen darin, daß die Hörer fähig werden, das empfangene Feuer in Treue weiterzugeben und die Menschen in ihrer Umgebung gleichsam anzustecken. Zum anderen stoßen immer wieder Menschen auf dieses Radio, die noch keine persönliche Gotteserfahrung gemacht haben oder fern sind von der Kirche. Sie haben 24 Stunden die Möglichkeit über Worte zu ,stolpern', die - von viel Gebet in der Hörerfamilie getragen - ihr Herz erreichen und eine Spur hinterlassen. Eine Spur, der sie folgen möchten, eine Sehnsucht, die nur von Christus erfüllt werden kann."

Was Johanna hier von der Hörerfamilie sagt, konkretisiert Kardinal Christoph Schönborn: “Einmalig ist auch, daß es eine wirkliche Familie zu bilden versucht, indem viele Menschen nicht nur als Hörer angesprochen werden, sondern eine Gemeinschaft mit Maria, um Maria und natürlich, wenn es um Maria geht, immer auch um Christus sammelt. Zu dieser Gemeinschaft zähle auch ich mich gerne, nämlich, daß ich der Hörerfamilie zugehöre und auch zu ihr beitrage."

Diese familiäre, ansteckende Freude geht durch alle Generationen, das zeigen etwa jene Briefzeilen einer älteren Hörerin aus Innsbruck: “Radio Maria hat mit Liebe, Kraft und Schwung die Jugendlichen für den Weltjugendtag in Köln vorbereitet: Liebe Jugendliche, ihr ward super!, ich bin begeistert von euch und freue mich auf die Zukunft der Kirche."

P. Clemens, langjähriger Programmdirektor von Radio Maria, weiß einiges an freudigen Begebenheiten zu erzählen: “Ein Mann hatte im Auto ,zufällig' Radio Maria entdeckt und rief in der Live-Sendung an. Es ging um die Kirche und die Frage nach Gott: ,Eigentlich habe ich mit der Kirche nichts am Hut und gehöre ihr nicht mehr an. Sie ist für mich nicht glaubwürdig. Was Sie da in dem Vortrag über Gebet und Aussagen der Kirche gesagt haben, berührt und beunruhigt mich. Ich werde öfters hineinhören.'

,Etwas Merkwürdiges muß ich Dir erzählen', sagte mir ein Pfarrer aus der St. Pöltner Gegend zu mir. ,Seit einigen Monaten kommt ein Lkw-Fahrer regelmäßig in die Sonntagsmesse, der früher nie kam. Auf meine Frage erzählte er mir, daß er vor längerem begonnen habe, auf der Brennerautobahn im Lkw Radio Maria zu hören. Seither bete er wieder und habe die Kirche neu verstehen gelernt.'

Keine Frage, daß mich die Rückmeldung eines Seelsorgers im Mostviertel Niederösterreich sehr erfreut hat: Schon mehrfach meldeten sich Leute in verschiedenen Pfarren, die aus der Kirche ausgetreten waren, um Wiederaufnahme in die Kirche zu erbitten. Beweggrund: ,Durch Radio Maria habe ich Glaube und Kirche anders kennengelernt. Da möchte ich wieder dabei sein.'

Dabei weiß ich, daß die allermeisten Dinge, die Gottes Gnade in Menschen durch Radio Maria wirkt, uns gar nicht bekannt werden. Klar: Das Reich Gottes wächst, auch ohne daß wir alles wahrnehmen. Der eigentliche Missionar ist der Heilige Geist - durch (Radio) Maria!"

Andreas Schätzle

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