VISION 20005/2005
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Den Schöpfer abschaffen

Artikel drucken Ideologische Aspekte des Neodarwinismus

Im Prinzip hat sich also bis in unsere Tage nichts geändert an dem Grunddogma des Darwinismus, daß rein zufällige erbliche Veränderung - wir nennen sie heute Mutationen - und ihre Bewährung im “Kampf ums Dasein" durch die “Natürliche Auslese" oder Selektion die einzigen “schöpferischen" Ursachen aller Vollkommenheiten des Lebendigen sind. Darüber vermag weder die Bezeichnung Neodarwinismus noch der Hinweis auf die Einbeziehung neuer Forschungrichtungen und ihrer Ergebnisse wie etwa der Klassischen Genetik, der Molekulargenetik oder Populationsgenetik hinwegtäuschen. Nach wie vor gilt als letzte angebliche Erklärung jeglicher Anpassung und Höherentwicklung die simple Kombination von “Urdummheit plus Urbrutalität", wie es A. Neuhäusler einmal so treffend formulierte.

(...) Dieser Daseinskampf übernimmt die Rolle des auslesenden Tier- oder Pflanzenzüchters. Nur eben im Gegensatz zu diesem planenden, vorausschauenden Menschen, der ganz bewußt immer nur jene Exemplare zur Weiterzucht auswählt, deren Eigenschaften ihm besonders wünschenswert erscheinen, völlig ohne Plan und Ziel.

Der englische Biologe J. Huxley hat diese “Natürliche Auslese" gar als die einzige wirksame Kraft der gesamten Evolution bezeichnet und sagte von ihr, das “Allerwesentlichste" an ihr sei, “daß die natürliche Auslese Zufälligkeit in offensichtliche Planmäßigkeit, Ziellosigkeit in eine geordnetes Muster verkehrt". Es überrascht daher keineswegs, wenn Materialisten und Atheisten aller Schattierungen sich begeistert dieser bequemen, z nichts als zu “frommem glauben" (F.Mauriac) verpflichtenden Ideologie zuwandten. Erlaubte sie doch - dies hat der Darwinismus mit allen anderen “Ismen" gemeinsam - wie nicht nur weiland Darwins “Apostel" in Deutschland, der Zolloge Ernst Haeckel, glaubte, vermeintlich sämtliche Welträtsel mühelos und gleichsam im Handumdrehen zu lösen!

Als Darwins “Entstehung der Arten" 1859 erschienen war, erhielt Karl Marx, damals in Paris, einen begeisterten Brief seines Freundes Mitstreiters Friedrich Engels aus London. Das Buch dieses Mr. Darwin sei “ganz famos", schrieb Engels. Die Teleologie , die Zweckmäßigkeit, der Lebewesen wäre dadurch jetzt endlich auch “kaputtgemacht".

Anders ausgedrückt: War diese nur allzu augenfällige Zweckmäßigkeit alles Organismischen bisher ein Dorn im Auge der Materialisten, weil sie ja nicht anders zu verstehen und zu erklären war als durch die Annahme eines planenden, unendlich weisen Schöpfers, so hatte Darwin nun anscheinend endlich einen Ausweg aus diesem Dilemma gefunden. Nach seiner “naiven" Theorie schien alles, aber auch restlos alles, allein und ausschließlich durch sinnlosen Zufall und den blindwütenden Kampf ums Dasein erklärbar.

Wolfgang Kuhn 

Auszug aus: Stolpersteine des Darwinismus (1), factum Taschenbuch, Schwengeler Vlg 1987

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