VISION 20006/2019
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Der wirkliche Weg ins Leben zurück

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Vor nunmehr fast drei Jahren ließ ich, im Nachhinein gesehen völlig überstürzt und viel zu wenig überlegt, im 43. Lebensjahr eine Abtreibung vornehmen. Ich war damals wie gelähmt, der Arzt sagte, ich müsse nur drei Tabletten (Mifegyne) schlucken. In der Nacht darauf, als ich wirklich merkte, dass mein liebes Kind aus meinem Körper entschwand, brach ich in einem nicht mehr endenden Weinkrampf zusammen. Mein Mann war nahe daran, die Rettung zu verständigen. Was dann kam, waren Verzweiflung, Schuldgefühle, tagelanges Weinen ...
Man kann diesen Zustand eigentlich nicht als »Leben« bezeichnen. Ich wollte mir ständig das Leben nehmen, um zu meinem lieben Kind zu gelangen. Ich fühlte mich von Gott verstoßen, ungeliebt, verabscheuungswürdig. Meine Kinder spürten deutlich, dass etwas mit mir nicht stimmte. Meine erwachsene Tochter wandte sich völlig von mir ab.
Meinem erwachsenen Sohn habe ich auf Anraten eines sehr lieben und nahen Menschen von der schrecklichen Abtreibung erzählt. Meine jüngste Tochter litt unter Angstzuständen. Ich konnte kaum mehr für meine Familie da sein, zärtliche Begegnungen mit meinem Mann waren unmöglich. Ich wollte nur eins: STERBEN - zu meinem lieben Kind gehen.
Ich war auch in psychologischer Betreuung, was mir jedoch nicht viel brachte. Im Spätsommer des vergangenen Jahres fiel mir in einer Kirche ein Folder zum Thema Abtreibung in die Hände. Dort fand ich den Kontakt von Rachels Weinberg Österreich. Ich rief sofort dort an und durfte schon in einer guten Woche an der Einkehr teilnehmen.
Gott mit seiner grenzenlosen Liebe hat mich dorthin geschickt zu diesen von seiner Gnade beseelten Menschen - ich weiß das nun!! Ich fuhr mit so viel Angst im Herzen dorthin - ich war ja Abschaum!!
Diese Menschen sind Werkzeuge Gottes - sie haben mich gerettet, mir mein liebes Kind lsabella - ich habe sie dort so genannt - wieder in mein Herz zurückgelegt. Ich durfte in vielen schönen und vor allem heilsamen Übungen und Gebeten Gott um Verzeihung bitten, und Er hat mir verziehen. Dies ist der einzig wirkliche Weg ins Leben zurück - wir müssen um unsere Kinder endlich trauern, alles herauslassen, auch den Zorn, unsere lieben Kinder Gott anvertrauen und durch Reue und Vergebung die Liebe wieder zulassen.  Mein Kind ist nun bei mir, in meinem Herzen, ich darf mit ihm sprechen. Das Verhältnis zu meinen erwachsenen Kindern wird langsam besser.
Liebes Team von Rachels-Weinberg-Einkehr - ( ... ), ihr habt mir das Leben gerettet. Das Beten fällt mir zwar manchmal schwer, aber ich weiß, dass Gott mich nicht verstößt, sondern uns alle liebt.
Ich werde die Einkehr auch mit meinem Mann einmal machen. In tiefer Verbundenheit und Dankbarkeit, Maria.


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