VISION 20003/2000
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Einleitung

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Vor einigen Wochen hatte ich ein Gespräch mit guten Freunden. Wir unterhielten uns über VISION 2000, die sie schätzen. Immer wieder aber sei sie auch Anlaß zu heftigen Debatten. Manches darin wirke etwas einengend. Oft gehe es um Gebote und Verbote, um Einschränkungen. Gerade unsere Warnungen in Sachen Esoterik erweckten den Eindruck einer gewissen Ängstlichkeit, ließen Großzügigkeit im Umgang mit anderen Zugängen vermissen. Viele Menschen könnten mit einer solchen Einengung ihrer Freiheit nichts anfangen. Bei den theologischen Kursen in Wien werde der Glaube großzügiger vermittelt. Da könne man durchatmen.

Weil diese Feststellungen keineswegs ärgerlich gemacht wurden, waren sie eine Herausforderung. Wir stellten uns die Frage: Wie stehen wir selbst zu den Geboten Gottes, zu den Wegweisungen der Kirche? Geht es uns da primär um ängstliches Bewahren von tradierten Verhaltensweisen, die eben heute nicht mehr denselben Stellenwert haben wie einst? Ist das Festhalten an Geboten also eher ein Abblocken neuer, hoffnungsvoller Entwicklungen?

Oft wird es so dargestellt. Aber es ist nicht unsere Sicht der Dinge. Wir haben uns von Anfang an bemüht, die Gebote als Wegweiser zu einem erfüllten Leben zu deuten. Diesem Thema ist der folgende Schwerpunkt gewidmet. Gerade in dieser österlichen Zeit gilt es zu betonen, daß wir Christen zur Freiheit berufen sind, zur Freiheit der Kinder Gottes. Und diese Freiheit sieht in den Geboten nicht eine einengende Stacheldrahtumzäunung, sondern Wegweiser zum eigentlichen Leben, die der liebende Gott an unserem Weg aufgerichtet hat.

Christof Gaspari

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