VISION 20002/2005
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Pressesplitter kommentiert

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Mehr Kirchenzuwachs als Austritte

Mehr neue Mitglieder als Kirchenaustritte: Das ist für viele Pfarren derzeit nur ein frommer Wunsch. Realität geworden ist er in der Pfarre Maria Enzersdorf. Im letzten Jahr sind dort zwar 20 Menschen aus der katholischen Kirche ausgetreten. Allerdings sind neun davon wieder zurückgekehrt. Zudem sind in der Pfarrgemeinde auch 51 Kinder getauft worden. Das ergibt für jeden Kirchenaustritt im Gegenzug drei Kircheneintritte.

Der Pfarrer von Maria Enzersdorf, Pater Thomas Lackner, ist mit dieser Entwicklung zufrieden. 2004 habe es in Maria Enzersdorf die meisten Wiedereintritte der letzten Jahre gegeben, so Lackner. Seiner Auffassung nach sei vor allem die Sehnsucht nach Gott, die Motivation der Menschen gewesen, wieder der katholischen Kirche beizutreten.

Noe.ORF.at, v. 23.01.05

Kirchenaustrittszahlen werden Jahr für Jahr von den Medien “zelebriert". Dabei gibt es sicher eine Reihe von Pfarren mit ähnlich erfreulichen Daten wie Maria Enzersdorf.


Atomwaffen-Renaissance

Der Aufstieg Nordkoreas zur Atommacht war möglicherweise nur ein erster Auftakt in einem neuen weltweiten Rüstungswettlauf. UN-Generalsekretär Kofi Annan warnte am Sonntag in einer Rede vor der Münchner Sicherheitskonferenz vor einer massenhaften Verbreitung atomarer Waffen. Die internationale Gemeinschaft müsse dringend Anstrengungen unternehmen, um diese gefährliche Entwicklung zu unterbinden. Über Jahrzehnte hinweg habe der “Nonproliferationsvertrag" eine sturzflutartige Verbreitung vom Atombomben verhindert, sagte Annan. (...)

Sorgenkind der internationalen Gemeinschaft ist derzeit Nordkorea, das sich vergangene Woche als Atommacht deklariert hat. “Das war ein falscher Schritt", polterte Rußlands Verteidigungsminister Sergej Iwanow in München. Nordkorea müsse offenbar daran erinnert werden, daß es eine gemeinsame Grenze mit Rußland hat. Gleichzeitig kündigte Iwanow an, daß Rußland schon bald eine “einzigartige" neue Generation von Nuklearwaffen in seinen Arsenalen haben werde.

Die Presse v. 14.2.05

Der rasante technische Fortschritt auf allen Gebieten führt dazu, daß jede Technik früher oder später trivial wird. Bei der Atomtechnik ist dies dramatisch, denn sie erfordert eigentlich den perfekten Menschen - sowohl technisch wie charakterlich. Eine Illusion, wie folgende Meldung zeigt:


Plutonium “verschwunden"

Nach einem Bericht der Londoner “Times" vom Donnerstag übertrifft der buchhalterische “Schwund" noch den von 2003, als 13 Kilogramm Material vermißt gemeldet worden waren. Doch er beträgt nur 0,1 Prozent des Materials, das behandelt wurde, und bleibt deshalb innerhalb der branchenüblichen Toleranz von drei Prozent. In den letzten zehn Jahren sind in Sellafield insgesamt 50 Kilogramm vermißt gemeldet worden.

Allein der Fehlbestand von 2004 würde für sieben Bomben ausreichen. Doch alle Fachleute und betroffenen Behörden versichern, man dürfe nicht an irgendeine Art von Diebstahl oder Sabotage denken. Das Material sei nicht tatsächlich “weg"; der Verlust sei vielmehr die Summe jener Unstimmigkeiten in der Buchhaltung, die bei einer derart ausgedehnten und komplizierten technischen Prozedur unausweichlich seien.

FAZ 17.02.05


Tötungsserie

Er habe aus Mitleid gehandelt. Seine moralische Verpflichtung sei es gewesen, so notierte der Krankenpfleger Stephan L. im Gefängnis, ein Leben, das ihm nicht mehr lebenswert erschien, zu beenden. Der heute 26-Jährige »ist dringend verdächtig«, zwischen Februar 2003 und seiner Verhaftung im Juli 2004 insgesamt 29 Menschen getötet zu haben. Nachdem Anfang des Monats die Untersuchung von 42 exhumierten Leichen abgeschlossen wurde, stellte die Staatsanwaltschaft jetzt einen neuen Haftbefehl aus. Dem Pfleger werden sechs Fälle von Mord, 22mal Totschlag, eine Tötung auf Verlangen und ein Fall der gefährlichen Körperverletzung zur Last gelegt. Ein grausiger Rekord; im Krankenhaus der Stadt Sonthofen hat sich vermutlich die größte Tötungsserie der deutschen Nachkriegsgeschichte zugetragen.

Die Zeit 8/05

Die größten Tötungsserien spielen sich in den Abtreibungskliniken der Welt ab, Tag für Tag. Nur ging dafür jedes Sensorium verloren. Und ähnliches wie in Sonthofen geht in Holland vor den Augen aller über die Bühne, demnächst wird sogar die Ermordung von Kindern erlaubt sein.


Euthanasie an Kindern

Man erinnert sich noch daran, daß die Niederlande das erste Land der Welt waren, das die Euthanasie legalisiert hat: am 1. April 2002 - nicht nur für Erwachsene, die dies ausdrücklich verlangen (explizit, im Besitz der Vernunft und wiederholt) und für 16- bis 18jährige (Art. 3, Abs. 2 des Gesetzes), sondern auch für 12- bis 16jährige...

Seit einigen Monaten betreiben holländische Kinderärzte eine Kampagne für die Euthanasie an Neugeborenen, Säuglingen und an Kindern unter 12 Jahren. Der Arzt Dr. Edward Verhagen, Direktor der Universitätsklinik von Groningen, steht an der Spitze dieser Bewegung...

Liberté Politique.com, v. 22.12.04

Die westlichen Gesellschaften verlieren jeden Sinn für Gut und Böse. Das zeigt auch folgende Nachricht:


Satanismus offiziell anerkannt

Im Monat Oktober wurde gemeldet, daß ein Mitglied der Britischen Marine (Royal Navy) bezüglich seines “Bekenntnisses" nun offiziell als “Satanist" geführt werde. Es handelt sich um Chris Cranmer, 24 Jahre alt, nach eigenen Aussagen seit neun Jahren Satanist und Mitglied der “church of Satan". Er hat nun das Recht, an Bord seines Schiffes in einem entsprechenden Raum satanistische Rituale zu vollziehen, und den Anspruch darauf, daß im Todesfall die “Kirche Satans" seine Bestattung vornimmt. Er möchte sich dafür einsetzen, “daß Satanismus für die ganze Flotte zu einer eingetragenen Religion gemacht werde".

Informationsblatt d. Priesterbruderschaft St. Petrus Nr. 148


Gründe für Kinderlosigkeit

Der Hauptgrund dafür, daß immer weniger Paare Nachwuchs bekommen, dürfte die Sorge um das berufliche Fortkommen sein. Das ergab eine Umfrage des Linzer Meinungsforschungsinstituts “market". (...)

Die größte Zustimmung fand dabei die Vermutung, immer mehr Partnerschaften blieben kinderlos, “weil der Arbeitsplatz immer weniger sicher wird". Dem schlossen sich 44 Prozent der Befragten an. 40 Prozent meinten, “weil Frauen Karriere machen wollen". Für 36 Prozent liegt die Ursache darin, “dass keiner der Partner beruflich zurückstecken will". Erst dann folgen mit 32 Prozent Nennungen die Argumente “weil man sich materiell nicht einschränken möchte" und mit 25 Prozent “weil das Einkommen für eine Familie nicht ausreicht".

Ooe@orf.at ORFFreitag, 04.02.05

Wirtschaftliche Überlegungen geben offensichtlich im Zeitalter der Wunschkinder den Ton an. Kein Wunder, daß sich dann viele beim Nachwuchs zurückhalten, wenn die Lage auf den Arbeitsmärkten zunehmend prekär wird, weil dies vorteilhaft für das Kalkül der Großunternehmen zu sein scheint:


Kapitalismus pur

Die Deutsche Bank streicht im Ausland nochmals Tausende von Stellen, um ihren Gewinn weiter in die Höhe zu treiben. (...) Der Jahresüberschuß kletterte 2004 trotz hoher Rückstellungen für Abfindungen um 87 Prozent auf 2,546 Milliarden Euro, den höchsten Stand seit dem Boomjahr 2000. Die Erwartungen der Analysten wurden damit leicht übertroffen. Insgesamt fallen 6.400 Stellen weg, während gleichzeitig 1.200 neue in Niedriglohnländern entstehen. Die Deutsche Bank nennt diesen Prozeß “Smartsourcing". (...)

Für Deutschland hatte das Geldinstitut im Dezember den Abbau von 2.300 Stellen in Verwaltung und Abwicklung und die Einrichtung 450 neuer Arbeitsplätze im Kunden- und Produktgeschäft angekündigt.

Die Welt v. 3.2.05

Vorbei die Zeiten der Sozialen Marktwirtschaft. Die Lehren von Karl Marx haben sich als fatale Irreführung erwiesen, seine Prognosen, was den Weg des Kapitalismus betrifft, jedoch nicht.


Riesen kaufen Riesen

Knapp vier Jahre nach dem Platzen der New-Economy-Blase vergeht in letzter Zeit kaum eine Woche ohne die Ankündigung einer neuen Fusion oder Übernahme unter Giganten. Der neueste “Mega-Deal" geisterte bereits einige Tage durch die Medien und dürfte nun unmittelbar bevorstehen: Die Übernahme des früheren US-Monopolisten AT&T durch das Telekom-Unternehmen SBC. Dadurch entstünde die größte US-Telefongesellschaft mit einem Umsatz von 71 Mrd. Dollar. (...)Die Übernahme wird noch von der US-Wettbewerbsbehörde geprüft und soll in der ersten Hälfte 2006 über die Bühne gehen.

So groß dieser Deal auch sein mag: Die am Freitag bekannt gegebene 57-Mrd.-Dollar-Übernahme von Gillette durch den Konsumgüter-Riesen Procter & Gamble stellt ihn wertmäßig klar in den Schatten - und das gilt auch für eine Reihe anderer Fusionen der jüngeren Vergangenheit. Die größten Deals gab es im vergangenen Jahr im Bankensektor. So zahlte die Großbank J.P. Morgan Chase 58 Mrd. Dollar für Bank One und die Bank of America 48 Mrd. Dollar für die Regionalbank FleetBoston Financial...

Die Presse v. 1.2.05

Auf den Weltmärkten verstärkt sich der Trend zu Weltmonopolen. Damit wird die (privat)wirtschaftliche Logik immer stärker zum Wegweiser der gesellschaftlichen Entwicklung und die Menschen suchen ihr Heil in den Zentren der Produktion:


Die Welt wird zur großen Stadt

Die “Landflucht" nimmt weltweit zu. Die Zahl der in den Städten lebenden Menschen wird in den kommenden Jahrzehnten nach einer Studie der Vereinten Nationen drastisch steigen. 2007 wird jeder zweite Mensch in der Stadt leben. 2030 werde der Anteil der Stadtbevölkerung schätzungsweise 61 Prozent betragen. 1950 seien es gerade mal 30 Prozent gewesen.

Dadurch werde die Zahl der Mega-Städte ebenfalls zunehmen. Hatten 1950 lediglich Tokio und der Großraum New York-Newark mehr als zehn Millionen oder mehr Einwohner, wird diese Marke derzeit von 20 Städten übertroffen.

Die Liste der größten Städte führt heute Tokio mit 35,3 Millionen Einwohnern an, gefolgt von Mexiko-City (19,2 Millionen), New York-Newark (18,5 Millionen) und Bombay (18,3 Millionen).

Bis 2015 werde die Einwohnerzahl Tokios auf 36,2 Millionen steigen. Vor allem in Indien werde die Stadtbevölkerung weiter zunehmen. So werde Bombay in zehn Jahren mit 22,6 Millionen Einwohnern Platz zwei belegen, gefolgt von Delhi mit 20,9 Millionen.

Die Presse v. 17.02.05


Ein eigenes Recht für Muslime?

Einzelne Muslime haben bereits gefordert, in Deutschland für Muslime islamisches Personenstandsrecht (Eherecht, Scheidungsrecht, Erbrecht) zu erlauben und damit die Einehe, die jüdisch-christlicher Tradition entspringt, als für alle verbindlich aufzugeben. Die Gleichheit aller Bürger würde damit preisgegeben. Leider wird in unserer Gesellschaft die bisher staatlich geschützte Institution der Einehe immer mehr ausgehöhlt, mit der Tendenz, daß die Ehe eine privatrechtliche Einrichtung wird. Diese Tendenz wird von Muslimen schon jetzt für ihre Belange ausgenutzt, indem Hodschas muslimische Ehen am Standesamt vorbei schließen bzw. wieder scheiden. Dabei ist natürlich auch die muslimische Mehrehe möglich, und der Staat hat sich die Möglichkeit genommen, das als Ehebruch zu bestrafen.

Wenn in Deutschland islamisches Personenstandsrecht erlaubt würde, könnte der Austritt aus dem Islam grundsätzlich verboten werden. Das Verbot freien Religionswechsels würde den Menschenrechten westlicher Prägung völlig widersprechen, und der Staat tut gut daran, die Religionsfreiheit gegenüber dem Islam zu verteidigen.

Salzkorn 1/05 (Freundesbrief der ökumenischen Kommunität Offensive Junger Christen)

Die Integration der muslimischen Immigranten stellt eine große Herausforderung dar. Die seichten Kommentare in Politik und Medien verstellen die Sicht auf die Grundprobleme.


Familie macht glücklich

Familie und Glück gehören eng zusammen. Das ist das Ergebnis einer in Mainz vorgestellten repräsentativen Erhebung des deutschen Instituts für Demoskopie Allensbach. Danach gaben 86 Prozent der befragten Mütter und Väter von Kindern und Jugendlichen und 76 Prozent der Großmütter und Großväter an, daß ihre Familie sie glücklich macht. Auch fast jeder zweite Kinderlose spricht vom Glück durch seine Familie. (...) Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, daß derjenige in der Regel glücklicher ist als andere, der Sorgen und Freuden mit der Familie teilt und sich aktiv für den Zusammenhalt einsetzt. Zwar fänden sich auch viele glückliche Menschen ohne enge Familienbande, so das “Forum Familie stark machen". Doch wachse die Wahrscheinlichkeit des Glücks, wenn man sich für den Familienzusammenhalt einsetze und sich bewußt Zeit für die Familie nehme.

KAP v. 3.2.05

Und das nach Jahrzehnten der Demontage der Familie. Offenbar doch eine ziemlich robuste Einrichtung.

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