VISION 20002/2012
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Benedikt XVI. – ein Papst, der auf Fragen eingeht

Artikel drucken Ob im Flugzeug, bei Treffen mit Priestern oder Kindern: (Christoph Hurnaus)

Am 16. April 2012 feiert Papst Benedikt XVI. seinen 85. Geburtstag. Drei Tage später, am 19. April, werden es genau sieben Jahre sein, dass die Kardinäle der Kirche den bayerischen Kardinal Joseph Ratzinger zum Papst gewählt haben. In diesen sieben Jahren hat der deutsche „Theologenpapst“ der katholischen Kirche neben seinen drei Enzykliken und den beiden Bänden über Jesus von Nazareth auch Hunderte von Predigten und Ansprachen mit großem theologischen Tiefgang geschenkt.
Seit Jahrhunderten saß kein Theologe dieses Ranges mehr auf dem Stuhl Petri. Manche Betrachter halten den „Mozart der Theologie“ für den genialsten Theologen und Denker der Gegenwart.
Doch dieser Papst ist kein Intellektueller oder Schöngeist, der in einem goldenen Käfig lebt, die Menschen meidet und keinen Kontakt zu ihnen findet. Bei vielen Begegnungen während seiner Auslandsreisen habe ich in diesen letzten sieben Jahren einen Papst kennengelernt, dem es mit seiner tiefen Menschlichkeit und Bescheidenheit gelingt, die Herzen der Menschen zu erreichen.
Seit dem Pontifikat von Papst Johannes Paul II. ist es zur Tradition geworden, dass der Heilige Vater auf dem Weg zu seinen Auslandsreisezielen ausgewählte Fragen der mitreisenden Journalisten spontan im Flugzeug beantwortet. Seine Antworten bestechen dabei immer wieder durch eine große Kenntnis der Kultur und Geschichte der gastgebenden Länder.
In seinen Ausführungen behandelt er auch die Probleme, Herausforderungen, und Hoffnungen der dort lebenden Bewohner. Auch bei den jährlich stattfindenden Treffen mit den Priestern der Diözese Rom beantwortet das Kirchenoberhaupt deren Fragen. Das tut er übrigens auch, wenn er während seines Urlaubs in einer anderen Diözese mit den dort tätigen Priestern, Ordensleuten und Seminaristen zusammenkommt.
Papst Benedikt XVI. antwortet dabei stets bereitwillig und mit großer Sensibilität, Tiefe und geistlicher Nähe auf die Fragen, die man ihm stellt. Der Augsburger Sankt Ulrich Verlag hat diese Fragen und die Antworten des Papstes, neben anderen Dialoggesprächen Benedikts XVI. mit Kindern, Jugendlichen, Studenten und Journalisten nun erstmals in Buchform veröffentlicht.  
Neben den bereits erwähnten Begegnungen mit Journalisten und Priestern finden sich in dem Buch auch Antworten des Papstes bei Interviews mit internationalen Fernsehanstalten, bei einer Live-Schaltung zur Internationalen Raumstation ISS, während einer Begegnung mit Insassen eines römischen Gefängnisses und anlässlich dreier Begegnungen mit Kindern und Jugendlichen.
Bei einer dieser Begegnungen – und zwar  mit Kindern und Jugendlichen der katholischen Aktion Italiens – fragte eines der Kinder den Papst: „Heiliger Vater, was bedeutet es, groß zu werden? Was muss ich tun, um in der Nachfolge Jesus zu wachsen?“ Worauf der Papst, wie erwartet,  eine liebevolle, aber auch überraschend kindgerechte Antwort gibt.
Auf die Klage eines Insassen eines römischen Gefängnisses, dass in der Gesellschaft so abschätzig über die Strafgefangenen gesprochen werde, gibt Papst Benedikt XVI. eine Antwort, die wirklich aufhorchen lässt: „Wir müssen es ertragen, dass manche abschätzig reden – sie reden auch über den Papst abschätzig, und trotzdem gehen wir weiter voran.“
Unwillkürlich hat mich das daran erinnert, dass die Stimme des obersten Hirten der katholischen Kirche es gerade im deutschen Sprachraum wahrlich nicht immer leicht hat, Gehör zu finden.
Ich möchte dieses Buch all jenen empfehlen, die sich der Botschaft Benedikts XVI. vorurteilsfrei annähern wollen. Sie werden darin einen Papst entdecken, der sich in einer großen Authentizität den Fragen über Gott und den Glauben, über das Leid in der Welt und über die Ängste und Sorgen die Menschen heute bewegen, stellt. Die Antworten dieses Universalgelehrten, der das Evangelium der Liebe Gottes im Heute verkündet, sind Worte die anrühren, und den Menschen mitten ins Herz treffen.

Fragen an mich. Von Benedikt XVI. Sankt Ulrich Verlag, 352 Seiten, 22,70 €.


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Christoph Hurnaus
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