VISION 20004/2013
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Das ist Leben pur

Artikel drucken Zeugnis einer Mutter von vier Kindern

Wolltest Du von Anfang an viele Kinder?
Marietta Reinprecht: Zwei bis drei Kinder schienen mir denkbar. Danach wollte ich mich wieder anderweitig engagieren. Ich war Pastoralassistentin. Da waren Beruf und privates Engagement nie ganz auseinanderzuhalten. Eine große Familie – das schien damals irgendwie komisch. Wir sind eigentlich erst im Zuge der Ereignisse auf den Geschmack gekommen, dass viele Kinder schön sind - als wir es an anderen Familien gesehen haben. Heute weiß ich: Mit vier Kindern zu leben, ist Leben pur. Ich bin gewissermaßen an der Quelle der Schöpfung, darf da mitwirken. Auch wenn es manchmal mühsam ist und alle vier gleichzeitig etwas wollen, mache ich mir das oft im Alltag bewusst. Es gibt jeden Tag etwas zu lachen. Zu zweit haben wir nicht so viel gelacht. Das Leben, das in den Kindern steckt, ist einfach etwas Tolles.

Welche sind die größten Probleme im Alltag?
Reinprecht: Schwierig ist, wenn alle gleichzeitig etwas wollen, und du musst zum Beispiel kochen. Das Baby weint, einer will etwas spielen... Eigentlich sollte ich jetzt gleichzeitig mehrere Sachen machen, aber das geht nicht. Das ist nervlich sehr anstrengend. Was hilft mir da? Manchmal gehe ich einfach ins andere Zimmer und bete: “Heiliger Geist, bitte steh' mir bei! Ich kann nicht mehr." Und jedes Mal komme ich anders wieder aus dem Zimmer zurück. Ich kann nicht genau sagen wie. Aber es wird irgendwie erträglich.

Viele fragen sich heute, ob man noch Kinder bekommen soll. Was ist nun das Schöne daran, mit Kindern zu leben?
Reinprecht: Es ist schon wirklich eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Ich bin ja dafür verantwortlich, Seelen heranzubilden, sie für Gott und für die Mitmenschen zu bereiten. Ihnen die Möglichkeit zu eröffnen, dass sie für die Liebe Gottes und die der Menschen offen sein können. Ich frage mich oft, wie man das ohne Hilfe des Heiligen Geistes tun kann. Gott sei Dank wirkt Er ja überall - aber ich bin froh, dass ich Ihn immer wieder konkret um Hilfe bitten kann. Wie oft stehe ich an! Weiß nicht, was im Kind vorgeht, wie man ihm helfen kann. Dann ist es schön zu wissen: Gott sehnt sich nach diesem Kind, Er hat es geschaffen, weil Er es unendlich liebt, will mit ihm ein Abenteuer leben - und ich darf da mitwirken!

Auszug aus einem Interview von CG in VISION 2000 Nr. 3/09

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