VISION 20004/2013
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Pressesplitter kommentiert

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Herr Professorin
Nach 600 Jahren Männerdominanz schwenkt die Uni Leip­zig radikal um und setzt nur noch auf weibliche Bezeichnungen: Der Titel „Professorin“ gilt künftig auch für Männer. „Jetzt läuft das mal andersrum“, freut sich eine Befürworterin im Hochschulmagazin „duz“. (…) Eine Fußnote ergänzt, dass diese feminine Bezeichnung sowohl für Personen männlichen als auch weiblichen Geschlechts gilt. Diese Änderung hat der erweiterte Senat bereits Mitte April beschlossen. Anfang Mai nun stimmte auch das Rektorat um Professorin Dr. Beate Schücking zu.
Spiegel-online v. 4.6.13
Endlich erfüllt man die sehnlichsten Wünsche der Frauen! Vor uns ein Zeitalter, in dem uns die Medien von Zuhälterinnen, Mörderinnen und Kinderschänderinnen erzählen …  Jahrtausende mussten Frauen auf diese Befreiung warten!

Big brother
Im Mai 2007 war Microsoft das erste von zahlreichen Internetunternehmen, die im Rahmen eines bis dato streng geheimen Überwachungsprogramms namens Prism massenhaft Daten über ihre Kunden an die National Security Agency (NSA) und das FBI lieferten. Apple, Facebook, YouTube, Skype, Yahoo, Google: Amerikas Firmen beherrschen das Internet – und sie alle stellen der NSA seit fast 6 Jahren E-Mails, Fotos, Videos, Dateien und die Zugangsdaten von Nutzern zur Verfügung.
(…) Präsident Barack Obama, der als junger Senator noch wortgewaltig den damaligen Präsidenten George W. Bush für dessen tiefen Eingriffe in die Bürgerrechte abkanzelte, sah am Freitag keinen Grund zur Entschuldigung. „Sie können keine 100-prozentige Sicherheit haben und gleichzeitig 100-prozentige Privatsphäre ohne Unannehmlichkeiten.“
Diepresse.com v. 7.6.13
Paradebeispiel für eine wohlklingende, inhaltsleere Flos­kel. Tatsächlich verbleiben uns nämlich bei Telefonaten und Internet-Kontakten 0% an Privatsphäre und wofür wir im Gegenzug weit unter 100% an Sicherheit erhalten. Dazu eine weitere rhetorische Blüte aus dem Mund von Präsident Obama bei einer Rede vor „Planned Parenthood“:

God bless you, Planned Parenthood!
Solange wir darum kämpfen müssen, sicher zu stellen, dass Frauen Zugang zu qualitativer, leistbarer Gesundheitsversorgung haben, und solange wir darum kämpfen müssen, das Recht einer Frau zu schützen, ihre eigene Wahl über ihre eigene Gesundheit zu treffen, will ich, dass Sie wissen, dass Sie auch einen Präsidenten haben, der an Ihrer Seite sein wird und jeden Schritt auf dem Weg kämpfen wird. Danke, Planned Parenthood. Gott segne Sie.
Kath.net v. 28.4.13
Gottes Segen für die weltweit mächtigste Abtreibungslobby! An Skurrilität kaum zu übertreffen. Und: Ein Friedensnobelpreisträger iden­tifiziert mit dem millionenfachen Umbringen von Ungeborenen und bezeichnet das als „Gesundheit“.

Christen in Europa benachteiligt
Christen werden in Europa häufig aufgrund ihres Glaubens benachteiligt, teils auch durch den Gesetzgeber: „Allein im Vorjahr konnten wir EU-weit 169 Fälle drastischer Intoleranz gegenüber Christen aufzeichnen. In 41 dokumentierten Fällen wirkt sich zudem die nationale Gesetzgebung von insgesamt 15 EU-Staaten nachteilig für Christen aus“, hat Gudrun Kugler, Leiterin des Wiener „Dokumentationsarchivs der Intoleranz gegen und Diskriminierung von Christen in Europa“, am Dienstag bei einer hochrangigen OSZE-Konferenz in Tirana erklärt. (…)
Als Zeichen für eine Zunahme der Vorfälle zitierte die Wiener Expertin eine britische Studie von 2011: „Über 60 Prozent sagten, Christen würden in der Politik oder am Arbeitsplatz immer mehr an den Rand gedrängt, 68 Prozent, dass dies im öffentlichen Raum der Fall sei. 71 Prozent sahen dies in den Medien“, so Kugler.
Kath.net v. 25.5.13
Dass Christen weltweit, insbesondere in islamischen Ländern verfolgt werden, ist halbwegs bekannt, kaum jedoch, dass es auch in Europa immer öfter zu Benachteiligungen kommt. Näheres erfährt man dazu auf: http://www.intoleranceagainstchristians.eu/

Evangelische Kirche schrumpft rasant
Mit einem Christenanteil von gerade einmal 21% ist Sachsen-Anhalt das am stärksten säkularisierte Bundesland; den Gegenpol zu ihm bildet das Saarland, wo rund 86% der Bevölkerung einer christlichen Kirche angehören. Mehr als 80% sind es auch noch in Bayern und Rheinland-Pfalz - die höchsten Christenanteile finden sich in katholisch geprägten Ländern. (…) Während die Zahl der Katholiken seit Beginn der 1990er Jahre um ca. drei Millionen zurückging, schrumpfte die Zahl der Protestanten um ca. fünf Millionen. (…) Zumindest statistisch betrachtet ist also der Protestantismus der Verlierer des sozialen Wandels in Deutschland: Sein Anteil an der Gesamtbevölkerung ist von einst zwei Dritteln (1930er Jahre) auf weniger als ein Drittel geschrumpft - mit weiter fallender Tendenz (…) Der katholische Bevölkerungsteil (ist) mit etwa einem Drittel etwa konstant geblieben.
IDAF 23-24/2013
Als Katholiken wollen wir diese Meldung keinesfalls schadenfreudig kommentieren, wohl aber auf folgendes hinweisen: Die Verwirklichung der „heißen Eisen“ – Ja zu homosexuellen Partnerschaften, Wiederverheiratung Geschiedener, „Priesterinnen“, alles in der EKD verwirklicht – bringt keineswegs festere Kirchenbindung. Im Gegenteil!

Homo- oder heterosexuelle Eltern – egal
LH-Stv. Walter Steidl (SPÖ) erteilte am Dienstag eine Weisung an die Sozialabteilung des Landes. Bei der Vergabe von Pflegeelternschaften müssen demnach künftig im Bundesland Salzburg homosexuelle mit heterosexuellen Paaren gleichgestellt werden. Damit solle eine Ungleichbehandlung verhindert werden, die durch nichts zu rechtfertigen sei, sagte Steidl. „Aufgrund der sexuellen Orientierung darf es im Bereich des Pflegekindwesens zu keiner Benachteiligung von Bewerberinnen und Bewerbern durch die Behörden kommen. (…) Ob das ein heterosexuelles oder ein homosexuelles Paar ist, darf dabei keine Rolle spielen“, sagt Steidl.
Das klassische Familienmodell zwischen Mann und Frau sei von der Lebensrealität ohnehin längst überholt worden und entspreche nur mehr bedingt den gelebten Tatsachen.
SN v. 18.6.13
Erstaunlich, mit welcher Selbstverständlichkeit offensichtlich Unsinniges kommentarlos medial transportiert wird: Immer noch ist in Österreich die Ehe Basis von 85%aller Familien mit Kindern.

Gefühle spielen da keine Rolle
Wenn die Gesellschaften seit jeher die Ansicht vertraten, dass das Intimleben des Paares eines gesetzlichen Rahmens bedürfe und einen institutionellen Charakter habe, so war das keineswegs veralteter Heterosexismus. Vielmehr entspricht das der Tatsache, dass sie erkannt haben, dass sich in der Mann-Frau-Beziehung ihr Sein und ihre Zukunft in der Person des Kindes entscheiden. Wenn man diesen Maßstab anlegt, kommt den Gefühlen von Personen des gleichen Geschlechts überhaupt keine gesellschaftliche Bedeutung zu, die eine besondere Berücksichtigung des Staates rechtfertigen würde, um ein besonderes Gut, das für das Wohl der Allgemeinheit von Bedeutung ist, sicherzustellen. Sonst müsste man nämlich einen gesetzlichen Rahmen für alle Freundschaftsbeziehungen unter Bürgern vorsehen!
L’Homme Nouveau v. 25.5.13
Man kann es nicht oft genug wiederholen: Es gibt ein Familienrecht nur deswegen, weil die Gemeinschaft ein vitales Interesse an der geordneten – sprich lebensträchtigen – Regelung der Nachkommenschaft hat. Für den Gesetzgeber wird die Ehe besonders geschützt und gefördert, weil sie fruchtbar ist.
Jetzt, da die Bastion „Ehe = Mann + Frau“ geschleift wird, stehen die nächsten „Ehe“-Modelle in Warteposition:

Werbung für Polygamie
Im Westen sind wir es gewohnt, beim Thema „Vielehe“ an Eifersucht, Gewalt und Unterdrückung zu denken. Gleichzeitig binden wir – wider besseres historisches Wissen – „Gleichstellung“ an die Monogamie. Lässt sich Polygamie aber einfach gleichsetzen mit der Idee, ein Mann „besitze und benutze mehrere Frauen“? Könnte ich das schlichte Faktum, dass mehrere Frauen mit einem Mann in einem Haushalt leben, auch andersherum denken? Nämlich so: Ein Mann ist uns genug. Aber das Leben wäre einfacher und kurzweiliger, könnten wir nicht nur mit ihm, sondern mit ein paar Freundinnen unseren Alltag teilen. Wir könnten dann nämlich die Hausarbeit und die Betreuung der Kinder unkompliziert mit Gleichgesinnten organisieren, statt den zermürbenden Kampf um die „Mitarbeit“ oder „Mithilfe“ eines einzigen Exemplars des begriffsstutzigen Geschlechts zu führen.
Und das staatliche Recht hätte, statt eine einzige Form des Zusammenlebens zu privilegieren, dafür zu sorgen, dass Menschen jeden Geschlechts und jeden Alters überall, in jeder Lebensform, vor Übergriffen, Gewalt und Armut geschützt sind. Woran hänge ich mehr? Am Ideal der Einehe? Oder an der Würde der Individuen und ihrer Freiheit zur Selbstorganisation?
Eine evangelische Theologin in „Die Furche“ 24/2013
Übrigens: Die Freiheit zur Selbstorganisation besitzen die Bürger längst. Sie können nach Belieben privatrechtlich Verträge schließen, in denen sie sich gegenseitig Rechte zusprechen. Aber darum geht es „Gesellschaftsreformern“ nicht. Sie wollen die überkommene, veraltete, sprich christliche, Kultur zu Grabe tragen.

Test für Sterberisiko im Alter
Ein Team rund um die Internistin Marisa L. Cruz von der University of California in San Francisco hat einen Test entwickelt, der die Sterbewahrscheinlichkeit von Senioren für die nächsten zehn Jahre ermitteln soll. Laut Studienleiterin Cruz sei das Ziel der Studie, „eine Kosten-Nutzen-Analyse, um zu klären, welcher Patient von welchem Eingriff profitieren könnte.“ (…) Die 12 Fragen des 10-Year Mortality Index for Older Adults, die der Patient beantworten muss, sind einfach. Männlich oder weiblich? Raucher? Diabetiker? Pro angekreuzte Antwort gibt es eine bestimmte Punktzahl. Gibt jemand beispielsweise an, sich beim Spaziergang um den Häuserblock schwer zu tun, bringt das zwei Punkte. Menschen zwischen 60 und 64 Jahre erhalten automatisch einen Punkt, ab 85 sieben Punkte. Raucher und Lungeninsuffizienz? Jeweils zwei Punkte usw. (…) Bestimmt sei der Test für Patienten, die älter als 60 Jahre sind.
Imabe News Mai 2013
Alles messbar machen, ist die Parole – und somit über einen Kamm scheren. Es zählt nicht mehr die Person, sondern die Summe ihrer Merkmale.

Die Wächter
Die Grünflächen vor dem Invalidendom in Paris sind ihr Treffpunkt. Jeden Abend um 19 Uhr versammeln sie sich dort, junge Franzosen mit Kerzen und Teelichtern. Der Altersdurchschnitt liegt deutlich unter dreißig Jahren. Hunderte junge Leute sitzen schweigend auf der Wiese.
„In der Stille liegt unsere Widerstandskraft“, sagt einer der Wortführer der spontanen Protestbewegung, Axel. Hunderte Ordnungshüter säumen die Grünfläche, sie tragen Helme, Arm- und Beinschützer, gepolsterte Schusswesten und Schutzschilder, als müssten sie sich gegen schwerbewaffnete Randalierer rüsten. Die Seitenstraßen sind mit Polizeifahrzeugen und -bussen zugeparkt.
Die allabendlichen Wachen richten sich gegen das Gesetz über die „Ehe für alle“. „Les veilleurs“, die Wächter, hat sich die Gruppe der jungen Franzosen getauft, die aus der großen Bürgerbewegung „Demo für alle“ gegen die Homosexuellenehe hervorgegangen ist. „Les veilleurs“ verstehen sich als Wächter über eine Gesellschaft, die ihre christlich-abendländischen Werte zu vergessen drohe.
Immer mehr junge Leute fühlen sich von diesem friedlichen Widerstand angezogen. In Lyon, Toulon, Toulouse und Nantes haben „die Wächter“ Nachahmer gefunden. Auch dort finden sich junge Franzosen zu abendlichen Sit-ins zusammen, um gegen das geplante Gesetz zu protestieren. An diesem Dienstag will die linke Mehrheit in der Nationalversammlung dem Gesetzentwurf endgültig zustimmen, mit dem homosexuellen Paaren das Recht auf Ehe und Adoption zugesprochen wird.
„Das entmutigt uns nicht“, sagt Josephine, eine junge Studentin, die zum zweiten Mal mit auf der Wiese sitzt. „Wir werden weiter Widerstand leisten. Wir bleiben friedlich, aber wir geben nicht auf“, sagt sie.
www.faz.net v. 23.4.13
Seither wurde das Gesetz beschlossen. Aber auch danach versammelten sich eine Million Franzosen zu einer Gegendemonstration – und die stillen Mahnwachen werden fortgesetzt. Eine Ermutigung, nicht still und schicksalsergeben alle Fehlentwicklungen hinzunehmen.

Kampf für das Leben hat Vorrang
Im Kampf gegen die „Kultur des Todes“ müssten die Bischöfe persönlich das Heft in die Hand nehmen und nicht auf die Bischofskonferenzen warten, erklärte Kurienkardinal Raymond Burke. „Es muss deutlich gesagt werden, dass der einzelne Bischof hier Verantwortung trägt. Zuweilen geschieht es, dass einzelne Bischöfe nicht bereit sind, etwas zu tun, weil sie darauf warten, dass die nationale Bischofskonferenz das Heft in die Hand nimmt.“ Der Kardinal warnte mit Nachdruck vor bürokratischen Trends innerhalb der Kirche. „Allein durch die Arbeitsweise der Bischofskonferenzen können Jahre vergehen, ehe ein wirksamer Beschluss gefasst wird. Und dann wird dieser Beschluss oft so zerredet, dass er stark verwässert wird.“ (…) Die Abtreibung sei das wichtigste gesellschaftliche Thema, so Kardinal Burke, auch wenn sich einige kirchliche Würdenträger – auch im Vatikan – nicht entsprechend zu verhalten schienen. (…) Prälaten zögerten, sich an öffentlichen Demonstrationen zu beteiligen: „Viele sehen darin eine Form des politischen Engagements, die sich für einen Kleriker nicht geziemt.“ Kardinal Burke selbst erklärte, er habe kein Problem, sich an öffentlichen Demonstrationen für den Lebensschutz zu beteiligen.
Die Tagespost v. 27.4.13
Man sollte den Kurienkardinal zum nächsten Marsch für das Leben in Berlin einladen.

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