VISION 20006/2014
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Was Gott will, ist das Beste

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Der hl. Thomas Morus, Lord­kanzler in England, ange­klagt, weil er den Treueeid auf Hein­rich VIII., der die Kirche Eng­lands von Rom gelöst hat­te, verweigert hatte (1535 wur­de er hingerichtet), hat aus dem Gefängnis an seine Toch­ter folgende Zeilen geschrieben:

Meine liebe Meg, ich darf es nicht an Gottvertrauen fehlen lassen. Dennoch spüre ich, dass mich die Angst sehr wohl überwältigen könnte. Ich will mir ins Gedächtnis rufen, dass der hl. Petrus wegen seines Kleinglaubens bei einem heftigen Windstoß unterzugehen begann, und will es wie er machen: Ich werde mich an Christus wenden und ihn um Hilfe bitten. So hoffe ich, dass er die Hand nach mir ausstreckt, mich packt und mich nicht untergehen lässt.
Und wenn er es zulässt, dass ich mich so verhalte, wie es Petrus zuletzt getan hat, dass ich ganz und gar zu Fall komme und schwöre und abschwöre (unser Herr freilich möge mich durch sein barmherziges Leiden davor bewahren – ein solcher Sturz schadet mir eher als dass er mir irgendeinen Vorteil brächte): Wenn Er es also zulässt, dass ich falle, so hoffe ich doch, dass er auf mich, wie auf Petrus, einen Blick voller Barmherzigkeit wirft und mich wieder aufrichtet, auf dass ich mich wieder zur Wahrheit bekenne und mein Gewissen befreie. Auch hoffe ich, dass er mich mutig die Züchtigung ertragen lässt und die Schmach einer solchen Verleugnung.
Kurzum, meine liebe Margret, ich bin absolut sicher, dass Gott mich nicht verlassen wird, wenn nicht ich es bin, der sündigt. Voller Hoffnung und sicher will ich mich ganz ihm anvertrauen... Sei also guten Mutes, meine liebe Tochter, lass dich durch nichts von dem, was mir in dieser Welt zustoßen kann, aus der Fassung bringen. Nichts kann geschehen, ohne dass Gott es will. Und alles was Er will, mag es uns auch noch so schlimm erscheinen, ist wirklich das Beste.

Brief an Margret Roper, zitiert in Evangelium f. d. Tag am 4.8.14

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