VISION 20005/2015
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Liebe Leser

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Bedingt durch die Urlaubszeit ist diese Ausgabe etwas verspätet fertig geworden. Ich bitte Sie, das zu entschuldigen. Weil wir bei der Fertigstellung jetzt ziemlich unter Zeitdruck standen, war es uns auch nicht möglich, uns ausführlich mit dem hoch aktuellen Thema der Flüchtlingsströme durch und nach Europa auseinanderzusetzen.
Daher an dieser Stelle nur ein paar Gedanken: Wo akute Not herrscht, haben Christen immer die Verpflichtung zu helfen. Das ist ein Gebot der Nächstenliebe. Beizustehen ist dem, der uns begegnet, unabhängig davon, wer er ist. Da die meisten von uns jedoch Notleidenden wohl nicht persönlich begegnen, haben wir Christen die Verpflichtung, primär unseren verfolgten Geschwistern im Glauben zu Hilfe zu kommen. Es sei daran erinnert: Im Vorderen Orient findet eine gezielte massive Christenverfolgung statt (siehe S. 27). Das unterschlagen uns die Medien.
Ein weiterer Aspekt: Diese Unterstützung unserer Glaubensgeschwister sollte insbesondere dazu beitragen, dass sie nicht auswandern müssen. Alle Hirten der Ostkirchen warnen vor dem Exodus der Christen und erbitten Unterstützung für die Verbliebenen vor Ort. Daher sollten Spenden vor allem Institutionen zugute kommen, die sich vorrangig (wenn auch nicht ausschließlich) um die verfolgten Christen annehmen. Ich denke da insbesondere an „Kirche in Not“, eine Einrichtung, deren Gründungs­charisma die Flüchtlingshilfe ist.
Ganz allgemein ist zu sagen, dass in der gesamten Flüchtlingsproblematik das Thema Kultur ausgeblendet wird. Gerade auch, wenn es um das Thema Integration geht, sollte uns klar sein, dass es unvergleichlich einfacher ist, Flüchtlinge, deren kultureller Hintergrund christlich ist, zu integrieren als Muslime. Daher ist es auch blauäugig, die jetzige Flüchtlingswelle mit jener nach dem Ungarnaufstand oder nach der Niederschlagung des Prager Frühlings zu vergleichen. In beiden Fällen handelte es sich um Menschen aus dem christlich geprägten europäischen Kulturraum.
Und eine letzte Feststellung: eine Gesellschaft, die intensiv darauf hinwirkt, ihre eigenen kulturellen Wurzeln, nämlich die christlichen, systematisch zu zerstören,  wird nicht imstande sein, relativ stark religiös verankerte Muslime – deren Glaube sie außerdem zur Mission anhält – zu integrieren.
Das muss uns bewusst sein: Die massive Migration von Muslimen nach Europa stellt uns vor bisher weitgehend vernachlässigte, medial unterdrückte Probleme, denen gerade auch wir Christen uns stellen werden müssen. Die Kirche ist dringend aufgerufen, die Mission unter Muslimen als Aufgabe ernstzunehmen. Beten wir gerade in diesem Anliegen. Es ist höchste Zeit!
Bleibt mir, Ihnen im Namen des Teams eine gesegnete Zeit zu wünschen.


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