VISION 20005/2015
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Leserbriefe

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Tiefere Ursachen
Vielfach wird angenommen, die Probleme der Katholischen Kirche, als da sind rückläufiger Got­tesdienstbesuch und Inanspruchnahme der Sakramente, Austritte beitragspflichtiger Gläubiger, zahlenmäßig unzureichender Priester- und Ordensnachwuchs, daher die Notwendigkeit Pfarren zu Pfarrverbänden zusammenzuschließen, u. a. m., lägen in den für diese Kirche spezifischen Mängeln begründet, wie Pflichtzölibat der Geistlichen, Verweigerung der Ordination von Frauen, Ausschluss geschiedener Wiederverheirateter vom Altarsakrament, Ablehnung homosexueller „Eheverbindungen“, mangelndes Mitspracherecht der Gläubigen bei der Neubesetzung von Diözesen und Pfarren, usw. Doch die An­glikaner, die sich mit all dem im Laufe der letzten Jahrzehnte „arrangiert“ haben, sind um nichts besser dran. Von 1983 bis 2015 ist die Zahl der Kirchenmitglieder von 40 auf 17% der Gesamtbevölkerung des Vereinigten Königreichs zurückgegangen, während die Konfessionslosen auf 49% zugelegt haben (so das Institute NatCens British Social Attitudes in einer Studie). Die Krise des Christentums ist also eine tiefere und nicht von Besonderheiten tatsächlicher oder vermeintlicher Fehlhaltungen einzelner Konfessionen abhängig.  
Dr. Franz Rader, 1070 Wien

Ehe gelingt nur zu dritt
„Ehe gelingt nur zu dritt“ – da sind wir ganz Ihrer Meinung! Mein Mann und ich sind 58 Jahre sehr glücklich verheiratet. Wir danken jeden Tag dem lieben Herrgott für unsere beglückende Zweisamkeit. Das größte Geschenk, das uns der liebe Herrgott machen kann auf dieser so wunderschönen Welt, ist ein guter Freund – der mit dir lacht und mit dir weint. Eine glückliche Ehe ist ein Stückerl Himmel auf Erden. Aber ohne Gebet könnten wir’s uns nicht vorstellen. Wir gehen jeden Sonntag zur Heiligen Messe, wo immer wir auf der Welt sind, um die Frohe Botschaft von Jesus Christus zu hören. Wir sind in drei Kirchen zu Hause und erleben überall eine beglückende Gemeinschaft. Wir sind sehr dankbar, dass wir in einem christlichen Land leben dürfen.
Heinz  & Inge Lang,
4060 Leonding

Die Zeit mit den
Kindern genießen
Mit dicken Tränen in den Augen habe ich den Artikel von Elisabeth Köller und ihren Rückblick auf ihr Familienleben gelesen. Von Herzen danke ich ihr für diesen Beitrag, der so erfrischend aber auch so „augenöffnend“ ist! Ich bin selbst Mutter von drei kleinen Kindern (10 Monate, 3 und 5 Jahre) und weiß nur zu gut um den Alltag mit Kindern. Aber wie sehr vergessen wir durch all den Stress und Druck von außen, die Zeit mit unseren Kindern zu genießen und Gott für jeden Moment dankbar zu sein! Und wie sehr werden Mütter in der heutigen Zeit durch gesellschaftliche Vorgaben (Job, Kinderkrippe) unter Druck gesetzt! Wie gut tut es da, dann solch einen Beitrag, das Zeugnis einer Mutter, zu lesen. Vergelt´s Gott auch an das Team von Vision2000 für Ihre Arbeit, Ihr Engagement und Ihren Einsatz für das Reich Gottes! So viele Beiträge haben mich schon oft ermuntert, aufgerüttelt und zu Tränen gerührt!
Helene Kögel, E-Mail

Gott regiert
Allen bekennenden Atheisten, die meinen, Gott kann man ignorieren, möchte ich die Gedanken eines unbekannten Autors ans Herz legen: „Es steht in Deiner Macht, Gott loszulassen, doch hindern kannst Du nicht, dass Er Dich hält. Es steht in deinem Willen, Gott zu hassen – und dennoch liebt Er Dich, Du Kind der Welt. Du kannst Dich gegen Christus frei entscheiden; auf Golgotha entschied Er sich für Dich. Du kannst Sein Wort und Seine Kirche meiden, doch immer richtet Er Sein Wort an Dich. Du kannst Dir selber Deine Wege suchen, doch hindern kannst Du nicht, dass Gott Dich führt. Du kannst Gott leugnen, Seiner Allmacht fluchen, doch hindern kannst Du nicht, dass Er regiert.“
Franziska Jakob, E-Mail

Die Ökologie als
nächstes Thema
Ich hätte eine Bitte: Könnten Sie mal als nächstes Thema die Ökologie aufgreifen, also die neue Enzyklika des Papstes. Er sagt, wir haben aus der Welt eine unermessliche Mülldeponie gemacht. Wir alle müssen unseren aufwändigen Lebensstil ändern, sonst versinkt die Schwester Erde in Müll und wir können uns nicht mehr an der Schöpfung erfreuen, werden alle krank, denn wir können nicht massenweise gegen Schädlinge spritzen, weil wir das ja in uns aufnehmen – wir alle sind ein Kreislauf, dessen müssen wir uns bewusst sein und danach leben. Bekommen die Tiere Antibiotika, essen wir das in einer gewissen Form dann auch mit.
Gerti Kapp, E-Mail

Abwege in der Liturgie
Zu Ihrem ergreifenden Bericht über den Leib Christi in Gestalt der konsekrierten Hostie: Unser Herr Pfarrer begann schon vor zwei Jahren, die Sonntagsmesse gelegentlich von Laien zelebrieren zu lassen. Daher überrascht der Bericht in unserem Pfarrblatt über die Fronleichnamsprozession nicht: „… sagen wir ,Danke schön’ für dieses Fest: (…) Marion Gsellmann und Gabriela Rosenkranz, die sich trauten, die Frohnleichnamsliturgie zu leiten, bis der Pfarrer von Schönau zurückkam, rechtzeitig, um die Eucharistiefeier zu leiten.“     
Herbert Bauer,
 A- 2542 Kottingsbrunn

Der gesamten Lehre Raum geben
In dem Interview (VISION 3/15)  urteilt Weigel, eine reformierte Kirche könne weder eine Kirche sein, „die sich der Welt unterwirft“, noch eine Kirche, „die zum Konzil von Trient zurückkehrt“ und „den Menschen erklärt, sie bedürften der Rettung und das Evangelium habe die Antworten auf alle Fragen des menschlichen Lebens.“ Dem ersten Teil seiner Aussage stimme ich zu, ihrem zweiten Teil nicht. Zwar gibt es tatsächlich zwei gegensätzliche Visionen von kirchlicher Reform, die man zur Not als „laxere Version“ und „strengere“ bezeichnen kann. Auch dieser recht vagen Unterscheidung kann ich – wenn auch schon mit einer gewissen Reserve – noch beipflichten. Doch dem, was Herr Weigel den Befürwortern einer so strengeren Reform unterstellt, muss widersprochen werden.
Da ich selbst nach Jahrzehnten immer größerer Ernüchterung mich zu einem Anhänger der „strengeren“ Reform gewandelt habe und mich auch mit anderen Menschen austausche, die die Lage ähnlich desillusioniert sehen, weiß ich, wovon ich rede: Unter denen, die eine Erneuerung der Kirche im Sinne einer wahren Reform wünschen, kenne ich niemanden, der partout zum Konzil von Trient zurück will. Wohl aber sind wir uns alle einig, dass wir die geistige Beschränkung und Enge, ja Engstirnigkeit überwinden müssen, die uns seit über 50 Jahren kirchlicherseits verordnet worden ist. Wir müssen wieder der gesamten Lehrverkündigung der Kirche durch Wort und Liturgie Raum und Beachtung schenken und so zu einem echten „Sentire eum ecclesia“ zurückfinden, Welche geistlichen Schätze habe ich da in den letzten acht Jahren seit dem Motu proprio von Benedikt XVI. vom 07. Juli 2007 entdecken und heben dürfen! Anderen ist es genau wie mir ergangen. Dass man dabei auch immer wieder auf das Konzil von Trient stößt, ergibt sich aus der Natur der Sache. Als Befürworter der „strengeren“ Reform haben wir keinerlei Berührungsängste mit irgendeinem Konzil, auch nicht mit dem Zweiten Vatikanum. Wir halten uns aber von der fixen Idee frei, die Kirche habe erst mit dem jüngsten Konzil zu existieren begonnen – oder, noch absurder – sie finde erst unter dem jetzigen Pontifikat zu ihrer eigentlichen Berufung und Gestalt.
Wolfgang Goderski,
D-59929 Brilon

Verlorenes Schamgefühl
Ganz herzlich danken wir für Ihre Zeitschrift Vision 2000, die wir außerordentlich schätzen und bei vielen Gelegenheiten weiterempfehlen. Doch heute möchte ich trotzdem eine Kritik anbringen. Sie betrifft den Artikel „Ehe gelingt nur zu dritt“. Zwar meine ich keinesfalls den ausgezeichneten Bericht, sondern das Bild. Es ist heute verbreitete Sitte, dass Bräute so dürftig gekleidet vor den Altar treten. Die Braut auf dem Bild hat auch keinen Schleier. Beides kann Zeichen sein von verlorener Reinheit und Schamgefühl, zudem von mangelnder Ehrfurcht vor dem Allerheiligsten. Ich bin seit bald 48 Jahren glücklich verheiratet und wir haben eine große Familie. In Sorge für unsere vielen Enkel bleibt uns zu beten und zu helfen, dass die jungen Menschen die Ehrfurcht und Reinheit bewahren können. Und hier sind wir auf die Verkündigung der Kirche angewiesen, und eben auch auf gute katholische Zeitschriften.
Theres Ziegler, E-Mail

Leere Kirchen
Sie schreiben in der letzten Ausgabe, dass die katholische Kirche in Holland vor dem Aus steht. Das wundert nicht, wenn man die Lebensweise der Holländer kennengelernt hat. Aber uns Deutschen steht wohl etwas Ähnliches bevor. Erkundigen Sie sich, was im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern los ist. Dort gehen am Sonntag noch 5% der Katholiken und 3% der Evangelischen in die Kirche. Ich wohne in einem kleinen Dorf im badischen Schwarzwald. Da merke ich, was los ist, wenn ich zum Gottesdienst gehe. Jeden Sonntag sind es weniger Besucher. Kinder fehlen fast immer. Man sollte ja meinen, dass die Kinder nach der Erstkommunion wenigstens die ersten Wochen noch kommen. Aber das kann man vergessen.
Edmund Zabel,
D-77704 Oberkirch

Für klare Worte in Sachen Hirntod
Im deutschen Osservatore Romano (29. Juli) kam die Meldung, dass „Organtransfers“ auf dem Hubschrauberlandeplatz des Papstes stattfinden. Die Tagespost vom 23.7. informiert detailliert: Das Kinderkrankenhaus „Bambino Gesu“ gehört dem Heiligen Stuhl. Hier werden „alle Organ- und Gewebetransplantationen für Kinder“ angeboten. Die Wahrheit über Transplantationen ist seit Jahren gründlich ausgeleuchtet: Die Entnahme von Organen des „Organspenders“ tötet diesen.
Die für den Eingriff geforderte Diagnose „Hirntod“ bedeutet nicht, dass der Organspender tot ist. Es gibt den informativen Essay Brain Death is Not Death!  entstanden nach dem Kongress der „Päpstlichen Akademie der Wissenschaften“, in Zusammenarbeit mit der Weltorganisation für die Familie. Der Essay wurde unterschrieben von der Mehrzahl der Kongressteilnehmer, bei dem Ärzte und Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammengekommen waren.
Möge Papst Franziskus die Gnade des Mutes bekommen und die Wahrheit bezeugen: Der Hirn­tod ist nicht der Tod des Menschen – und dann alle die sich daraus ergebenden Konsequenzen ziehen, auch wenn die Welt über ihn und die Kirche herfallen würde.
Hilde Bayerl, D-81241 München

Ärgernis
Die Pressesplitter in der letzten Ausgabe zeigen, was auf unsere Kinder zukommt. Es ist höchst unerhört, was sich der Staat erlaubt. Ich muss an die Mühlsteine denken, von denen Jesus sprach: „Wer einem dieser Kleinen zum Ärgernis wird…“
Elisabeth Seiwald,
 A-5542 Flachau

Mit dem Rosenkranz Kriege verhindern
„So wahr mir Gott helfe !“   Wer sagt das heute noch? Wo sind die christlichen Politiker in der EU? Falls sie es noch gibt, sollten sie mehr Profil, mehr Rückgrat zeigen. Denn die EU wird die Gender-Ideologie allen Ländern aufzwingen und diese hat praktisch schon überall Einzug gefunden. Diese EU erklärte im Amsterdamer-Vertrag von 1997 Gender-Mainstreaming zur verbindlichen Aufgabe für alle Mitgliedsstaaten. Beginnend vom Kindergarten an. Wer hat uns gefragt, ob Lesben und Homosexuelle heiraten dürfen? Auf die Schnelle ist es sozusagen durch die Hintertür beschlossen worden. (…) Der Mensch ohne Gott  will eine neue Schöpfung, will Gott selber sein. Man wundert sich, wie die öffentliche Meinung so schnell manipuliert werden kann und so wenig hinterfragt wird? Haben wir vergessen, was ein Raab und Fiegl für Österreich getan haben? Sie sind in größter Not mit einer großen Menschenmenge betend über den Ring in Wien gegangen. Noch nie in der Geschichte hat Russland ein Land freigegeben , das von den Kommunisten besetzt war.  Österreich ist frei geworden! Welch ein Jubel! Die Muttergottes sagt: „Mit dem Rosenkranz könnt ihr Kriege verhindern!“   
Katharina Schwarz,
A-4775 Taufkirchen

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