VISION 20003/2016
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Liebe Leser

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Eine groß angelegte Umfrage unter jungen Franzosen beschäftigte sich unter anderem mit deren Einstellung zum Glauben (siehe S. 26). Bemerkenswert vor allem, wie unterschiedlich die Antworten der Muslime und der Katholiken ausgefallen sind. 83% (!) der Muslime bekannten sich zu ihrem Glauben. 68% würden eher ihren religiösen Prinzipien als einem Gesetz folgen, das gegen diese verstößt. Die entsprechenden Zahlen bei den jungen Katholiken: 22% und 34%.
Offensichtlich gelingt es Muslimen besser, ihren Nachkommen zu vermitteln, dass ihrem Glauben die Zukunft gehört. Denn das ist es, was junge Leute anspricht.
Ist da nicht ein wunder Punkt in unserem Leben als Christen berührt? Fühlen wir uns nicht allzu leicht mit unseren Ansichten in der Defensive? Fehlt es nicht an dezidierten Stellungnahmen in Diskussionen und Gesprächen? Bekommen unsere Mitmenschen mit, dass man – wie es die Apostel vor dem feindlich gesinnten Hohen Rat verkündet haben –, „Gott mehr  gehorchen müsse als den Menschen“? Mangelt es nicht oft an einem tragfähigen Gebetsleben, das zu solcher Haltung befähigt? Einem Gebetsleben, durch das die Jugend erfährt, dass Gott unter uns wirkt?
Bei der Beschäftigung mit dem Schwerpunkt „Betet!“ dieser Nummer ist mir jedenfalls wieder bewusst geworden, wie „gottfern“ sich ein Großteil meines Lebens abspielt. „Dem Herrn gehört die Erde und was sie erfüllt, der Erdkreis und seine Bewohner,“ heißt es im Psalm 24. Aber lebe ich im Alltag aus diesem Bewuss­tsein? Die Art und Weise, wie die Welt heute funktioniert verhindert das eher mit ihren vielen Verpflichtungen, Angeboten, Ablenkungen, nützlichen Annehmlichkeiten. Sie hält uns in Atem mit Computer, Handy, Shopping, Arbeits- und Freizeitstress, Hobbys, Traumreisen, Sonderangeboten, aber auch mit kirchlichen Arbeitskreisen, hektischem Fertigstellen frommer Zeitschriften, gedankenlosem Absolvieren religiöser Pflichtübungen…
Über all dem geht der Kontakt mit dem Herrn, dem „die Erde gehört“ verloren. Diesen Kontakt zu vertiefen, ist das Anliegen des Schwerpunkts dieser Nummer.


PS: An Folgendes sei erinnert: Deutsche Leser bitten wir, Spenden künftig auf das Konto in Österreich zu überweisen (entsprechende Erlagscheine liegen bei). Und unser Schweizer Konto ist zur Berner Kantonalbank übersiedelt (siehe unten Kasten).
PPS: Wer noch ein kleines Firmgeschenk sucht, dem sei eines der Bücher meiner Frau mit Portraits von Christen heute empfohlen: Die den Sprung wagen und 33 Lichter für die Welt. Sie sind auch in der Redaktion zu beziehen.

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