VISION 20003/2016
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Leserbriefe

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Eine neue Blüte für
das Beichten
Wir können dem Heiligen Vater, Papst Franziskus, gar nicht genug dafür danken, dass er die Priester immer wieder darauf hinweist, dass sie im Jahr der Barmherzigkeit ein besonderes Augenmerk auf ihren Dienst im Beichtstuhl legen sollen. So könnte es gelingen, dass dieses so vergessene Sakrament wieder eine neue Blüte erlebt zum Heil der unsterblichen Seelen, an die heute nur noch wenige denken.
Franziska Jakob, D-86508 Rehling-Allmering

Seewald-Bücher:  wirklich lesenswert
VISION 2000 empfahl das neue Buch von Peter Seewald und dessen Sohn Jakob Welt auf der Kippe. Dazu will ich bemerken, dass Peter Seewald außer den noch genannten Salz der Erde, Gott und die Welt und Licht der Welt vor vielen Jahren das fabelhafte Buch Als ich begann, wieder an Gott zu denken geschrieben hat. Nicht nur, weil es eines meiner Lieblingsbücher ist und ich es immer wieder zur Hand nehme, sondern weil er darin überzeugend seinen langen Weg zu Gott und zur Kirche beschreibt.
Neben vielem anderen schildert er lebendig, wie Heiligenbildchen, Schutzengel, Jesus- und Mariengemälde, der Duft von Weihrauch und brennenden Kerzen in den Kirchen in unverdorbenen Kinderherzen Spuren hinterlassen haben.
Außerdem gibt es von dem gleichen Autor ein weiteres hochinteressantes Buch namens Kult in einem festen Einband mit eingeschnittenem Kreuz. Sie finden darin alles, rein alles über Gott und unsere katholische Kirche, obwohl der Autor zum Buch sagt, es sei „…der kurze Blick durch die Lücke im Zaun.“
Helga Grötz, A-1140 Wien

Das Gespür für die Heiligkeit verloren
Kürzlich las ich über ein Angebot einer katholischen Pfarrei, das ich erst nicht glauben konnte. Die Kirchengemeinde Sankt Mauritz in Münster veranstaltet doch wirklich in der Erphokirche am 28. Februar ein Verwöhnmenü in vier Gängen mit begleitenden Weinen. Im Rahmen der dort auch laufenden Kunstausstellung unter dem Titel „von wegen Paradies“ werden an diesem Abend in der Kirche Paradeiser im Glas, Kichererbsenbällchen, Couscous und ein roter Liebesapfel serviert. Dazu gibt es paradiesische Texte und Musik. Pro Person werden dafür 50 Euro verlangt.
Für mich – und ich denke, für jeden gläubigen Katholiken – ist jede katholische Kirche ein sakraler Raum. Ich möchte in einer Kirche beten, singen und das Messopfer feiern, aber in einer Kirche möchte ich wirklich gar nicht eine Kunstausstellung besuchen und oder kulinarisch schlemmern! Solche Events haben in einer Kirche nichts zu suchen.
Doch zeigt diese Veranstaltung, dass der heutigen Zeit oft das Gespür für Heiligkeit verloren ging und dass Priester und Pfarrgemeinden scheinbar eher den breiten und bequemen Weg im Sinn haben als den engen und steilen. Ich würde mir für die Fastenzeit neben dem heiligen Messopfer Ölberg- und Passionsandachten sowie Kreuzwegbeten und Sühneandachten wünschen. Auch wäre ich dankbar, wenn die Pfarrgemeinden endlich wieder richtige Katechese anbieten. Wir brauchen dringend einen geistlichen Neuaufbruch in der Kirche. Das oberste Ziel der Kirche muss wieder die Rettung der Seelen sein!
Doris de Boer, E-Mail

Ein christliches
Europa – wirklich?
Mit Interesse habe ich die neue VISION gelesen. Über einige Äußerungen, auch im Artikel von Frau Schirrmacher, habe ich mich gewundert. Z.B. geht sie mit der größten Selbstverständlichkeit von einem christlichen Europa aus. Ja, Europa hat christliche Wurzeln – aber wurde auf unserem Boden nicht auch ein 1. und ein 2. Weltkrieg vollzogen? Und: ging nicht von Deutschland ein furchtbar grausamer Krieg aus, von einem Regime, das man ohne Zaudern „terroristisch“ benennen darf!?
Sind 60 Jahre nicht wenig, die seither vergangen sind? In meinem ganz persönlichen Umfeld habe ich sehr viel mit nationalsozialistischem Gedankengut zu kämpfen, denn manche Zeitzeugen sind ja noch unter uns, haben Kinder und Enkel großgezogen und geprägt. Mich beschäftigt, ehrlich gesagt noch sehr die Verarbeitung und ich habe oft den starken Eindruck, dass hier viel geredet wird von Bewältigung, aber es völlig am Wahrhaben des Wurzelwerkes fehlt – vielleicht sind die Wurzeln völlig zerstört... Ich sehe  oft gar keinen Hacken mehr um  „der dringenden Notwendigkeit, den Appellen Folge zu leisten“, überhaupt gerecht werden zu können.
Sehr geehrter Herr Gaspari, ich  wundere mich auch etwas dar­über, mit welcher Selbstverständlichkeit Sie Europa „säkular“ nennen! Europa scheint für sie recht homogen zu sein. Frau Merkel lassen sie als Europäerin wirken, auch darüber wundere ich mich sehr. Denn ich sehe in Europa gerade eine irrsinnige Schere zwischen den armen und den reichen Staaten – das wird völlig, nicht nur bei Ihnen, unter den Tisch gekehrt.Warum eigentlich? Auch die Situation der christlichen Kirchen ist doch total verschieden in verschiedenen Ländern. Denken wir nur an Ungarn, Polen oder die Slowakei! Was die Säkularisation in Deutschland angeht, möchte ich hier nur bemerken, dass alle Bischöfe und auch Domkapituale z.B. bei uns in Deutschland vom Staat als Spitzenpolitiker bezahlt werden! Das sind knapp 500 Millionen pro Jahr für die Kirche. Für mich stellt sich die Frage nach der Lauheit unserer Bischöfe und deren Anbiederung an den Staat immer weniger.... Es sind viele Gedanken und Gesichtspunkte, die ich hier nur recht kurz anmerken möchte…
Sibylle Hoffmann, E-Mail
Wenn Frau Schirrmacher vom christlichen Europa spricht, nimmt sie darauf Bezug, dass die Grundordnung der europäischen Staaten auf der Botschaft Christi ruht. Es stimmt allerdings, dass die Wurzeln dieser Kultur zerstört worden sind und weiterhin ruiniert werden. Daher ist es mittlerweile – leider – angebracht von einem „säkularen“ Europa (allerdings immer noch mit christlichen Wurzeln) zu sprechen. Dass diese Säkularisierung unterschiedlich weit fortgeschritten ist, stimmt selbstverständlich. Allerdings sind auch Länder wie Polen oder die Slowakei massiv von diesem kulturellen Umbruch bedroht. Vladimir Palkos Buch Die Löwen kommen beschreibt die Lage treffend.

Konstantinopel 1204
Zum Leserbrief von Dr. Rader (Ein unrealistisches Schwärmen, VISION 2/16): Beide angesprochenen Ansätze kann man verstehen, doch seine Aussage zu Konstantinopel 1204 lassen Sie bitte auch nicht unkommentiert. Ich bitte ihn, sich auch mit dem laufend verräterischen Verhalten der Byzantiner den Kreuzfahrern gegenüber bis 1204 auseinanderzusetzen. Die Entschuldigung von Papst Johannes Paul II. 2001 hat die erwähnte „Tragik“ ebenfalls zu einseitig ausfallen lassen.  
Rudolf Brenneis, Eberschwang,
E-Mail

Anbetung
Schriftkenntnis und Hausverstand decken die Absichten des Widersachers auf. Jesus spricht von der Anbetung in Geist und Wahrheit; ist der Mensch überfordert, wenn er etwas anbeten soll, das ihm bedingungslos auf die Hand gereicht wird?
Gebhard Blesl, E-Mail

Wir müssen über
den Islam reden
Danke dafür, dass Sie den Mut haben, auch zu heiklen Fragen – wie etwa der Christenverfolgung im Islam – mutig Stellung zu nehmen. Damit unterscheidet Ihr christliches Blatt sich wohltuend von anderen Medien, die diesem Thema ausweichen, was ich auch verstehen kann: Wer will schon gerne eine Autobombe riskieren?  Unsere Generation wird nicht so sehr die Untaten böser Menschen zu beklagen haben als vielmehr das erschreckende Schweigen der gu­ten (Martin Luther King, 1929 - 1968). Soeben habe ich mit Entsetzen folgenden Artikel der Wiener Zeitung gelesen: „Alle fünf Minuten wird ein Christ von moslemischer Hand ermordet.“ Diese Zahl spricht mehr als 1.000 Worte…
http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/welt/weltpolitik/805247 Alle-fuenf-Minuten-wird-ein-Christ-ermordet.html

Wobei es hier nicht um die Ausgrenzung der Moslems geht, sondern um eine falsche Lehre: Laut Koran muss der Moslem die Ungläubigen bekämpfen, sonst kommt er nicht in den Himmel. Ich danke Gott jeden Tag, dass 90% der Moslems diesen Auftrag des Korans nicht erfüllen. Die Moslems sind keine besseren oder schlechteren Menschen, als wir dies sind, aber ihr heiliges Buch lehrt das Töten, unser Heiliges Buch hingegen die Nächstenliebe. Indem unsere Politiker – leider auch und besonders unsere geistlichen Hirten – genau diese Diskussion über den Koran und dessen gewalttätige Suren unterbindet (das sei „Verhetzung“; Islamophobie, Diskriminierung und überhaupt gegen Toleranz und Barmherzigkeit…), verrät sie uns Christen und weiht uns dem Untergang. Mein Motto bleibt: „Den Irrenden lieben, den Irrtum hassen“. Es ist also gut und richtig, den Zuwanderern (der Ausdruck „Flüchtlinge“ ist juristisch falsch) zu helfen, jedoch stellen uns die ca. 200.000 neuen islamischen Mitbürger (ich zähle auch jene mit, die nicht registriert hereingekommen sind und als U-Boote bei ihren Glaubensgenossen untergetaucht sind) als Christen auf eine harte Probe: Ob nämlich unser Christsein stark und überzeugend genug ist,  diese Herausforderung zu bestehen, wenn nicht: Gnade uns Gott!
Dr. Michael Schmidt, E-Mail

Der Barmherzige Jesus
Der Inhalt der Leserzuschrift unter „Probleme mit dem barmherzigen Jesus“ (VISION 2/16) hat mich sehr betroffen und nachdenklich gemacht Es hieß da: „Die ganze Welt braucht die Barmherzigkeit Gottes, daher finde ich es traurig, dass in Deutschland die Bilder mit dem Barmherzigen Jesus abgehängt, ja verboten werden.“
Vor vielen Jahren habe ich dem Bild vom barmherzigen Jesus auch keine besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Darstellung war mir zu „süßlich“, ein Argument, das ich auch heute gelegentlich höre. Ein Priester machte mich auf dieses Bild und insbesondere seine Entstehungsgeschichte aufmerksam und schenkte mir das Tagebuch der Schwester Faustyna. Ich meine, eine tiefe Beziehung zu diesem Bild kann nur entstehen, wenn man weiß, wie dieses „Auftragswerk Jesu“ entstanden ist. Sr. Faustyna, die den Auftrag erhielt, dieses Bild zu malen, wurde inzwischen heilig gesprochen; weltweit wurde der „Barmherzigkeitssonntag“ verbindlich eingeführt; Papst Franziskus hat ein außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Es gibt in Deutschland nicht nur die von der Leserin geschilderten Situationen, sondern auch viele, die auf die Barmherzigkeit Jesu vertrauen. So hat „Kirche in Not“ zur Thematik Barmherzigkeit ein gesondertes Schreiben heraugebracht und bietet das Bild des Barmherzigen Jesus im gängigen Kartenformat an (Tel: 0049 89 6424 8880).
Norbert von Borany,
D-09405 Zschopau



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