VISION 20003/2016
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Wenn Du neun Tage fastest…

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Wir hatten es schon seit längerem bemerkt: Unterhalb des Kinns meines Vaters – er war vor 18 Monaten mit 61 Jahren in Pension gegangen – war eine Geschwulst zu sehen. Sie wuchs langsam, wurde aber größer und größer. Wer den Vater darauf ansprach, bekam eine ausweichende Antwort: „Nichts besonderes. Kein Grund zur Sorge.“
Als erste Schwierigkeiten beim Reden auftraten, drängten wir ihn, doch endlich einmal zum Arzt zu gehen. Keine Reaktion, bis die Situation unhaltbar geworden war und mein Bruder – selbst Arzt – ihn ins Spital zur Untersuchung mitnahm.
Die Diagnose: Krebs im fortgeschrittenen Stadium. Welche Art von Krebs? Das wollte man gar nicht erst herausfinden. Zu gefährlich.
Nachdem die Diagnose feststand, besuchte ich ihn am Abend. Er war allein in einem trostlosen kleinen, aber hohen Spitalszimmer, ratlos, hilflos. Unbeholfen unser Gespräch. So hatte ich meinen eher unnahbaren Vater noch nie erlebt. Tiefes Mitleid erfüllte mich, als ich ihn allein zurückließ.
Und dann: Ich überquere die Straße vor dem Spital auf dem Weg zu meinem abgestellten Auto, in Gedanken beim Vater. Und plötzlich weiß ich mit unumstößlicher Sicherheit: „Wenn Du neun Tage fastest, wird Dein Vater wieder gesund.“ Nicht der geringste Zweifel!
Es lag jetzt nur an mir, mich für das Angebot zu entscheiden. Eine tiefe Ruhe war da.
Ich fastete also, der Vater unterzog sich einer Strahlenbehandlung – und wurde gesund. Er starb mehr als 20 Jahre später.
Dank sei Dir, Herr!                 

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