VISION 20003/2016
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Das Alltägliche heiligen

Artikel drucken Gelegenheiten zur Begegnung mit Gott schaffen

Im Alltag verliert man Gottes Nähe leicht aus den Augen. Da ist es gut, Anknüpfungspunkte für das Gebet zu suchen, um sich die Gegenwart Gottes in Erinnerung zu rufen – etwa an bestimmten Orten in der Wohnung.

Im Eingang
Wenn man heimkommt, bietet es sich an ein kurzes Dankgebet zu sprechen. Dankbarkeit, weil man ein Zuhause hat, ein Dach über dem Kopf, einen Ort, wo es sich gut leben lässt. Soweit dies der Fall ist: Auch Dankbarkeit, jemanden zu haben, der einen begleitet. Verlässt man das Haus, bietet sich ein bewusstes Kreuzzeichen an: Damit uns der Herr beschütze, begleite, uns die Wege in unseren außerhäuslichen Aktivitäten zeigen möge.

In der Küche
Kochen ist ein Liebesdienst. Die Nahrung wird den Leib, diesen Tempel des Heiligen Geistes, ernähren. Warum sollte man an diesem Ort nicht ein Gebet sprechen, das die Bereitschaft zur Hingabe meiner Mühe, meiner Arbeit ausdrückt? Da kommt die Liebe zu den Menschen, für die ich koche, zum Ausdruck …

Bei Tisch
Im Teilen des Brotes setzen wir ein Zeichen für unsere Brüderlichkeit. Es war bei Tisch, dass Jesus sich auf Sein großes Opfer vorbereitet hat. Auch bei unseren Mahlzeiten ist der Herr gegenwärtig. Ein einfaches Tischgebet, eine Danksagung, eine Bitte für jene, die nichts zu essen haben – und sei es nur in Gedanken – sind zu diesen Tageszeiten sehr sinnvoll.

Im Zimmer
Allein im Zimmer zu sein, ist eine Gelegenheit, dem Vater zu begegnen. Dann kann man alles in Seine Hände legen: die Ängste, Sorgen, Anliegen, Erfolge, die Missgeschicke des Tages. Es kann auch die Gelegenheit für eine Besinnung sein, eine Zeit der Stille – dem Herrn zu begegnen und Ihn zu bitten, unseren Schlaf zu segnen.
Unter der Dusche
Ja, unter der Dusche! Zu baden oder zu duschen ist eine Handlung, die beruhigt, stärkt – und die man für das Gebet nutzen kann. Wenn man das Wasser spürt, fühlt man sich lebendig. Es ermöglicht einen guten Start in den Tag oder es bereitet uns auf die Ruhe vor. Das Wasser reinigt, heilt, erfrischt, wärmt. Den Herrn in diese Momente hereinzuholen, bedeutet: Er ist da, wenn ich es nötig habe, neu zu starten oder mich auszuruhen, Wärme oder Kälte zu verspüren, Seine Gegenwart zu fühlen nach den Kämpfen des Tages.
Sicher, es gibt andere Orte: das Bild der Gottesmutter auf der Stellage, das Familienfoto an der Wand… Suchen Sie eigene Orte und beten Sie. Auf jeden Fall: Suchen Sie Gelegenheiten, dem Herrn im Alltag zu begegnen, erlauben Sie Ihm, Teil ihres Lebens zu sein. Sie werden sehen: Mit Ihm wird der Tag schöner!
Santi Casanova
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