VISION 20003/2017
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In Deutschland
beichtet niemand mehr
(Man hat) mir davon erzählt, dass so was wie die Beichte in vielen Regionen Deutschlands im Grund verschwunden ist. Ist das so?“
Thomas Sternberg: In Deutschland beichten nicht mal die frömmsten Katholiken“.
Aber wie dürfen die Leute, die nicht mehr beichten gehen, die Eucharistie empfangen?
Sternberg: Wir sehen den Zusammenhang zwischen Beichte und Eucharistie nicht mehr so.
Aber dieser Zusammenhang ist nach der Kirchenlehre sehr eng. Die Frage ist dann, ob die Eucharistiefeier in Deutschland unter diesen Bedingungen überhaupt gültig ist.
Sternberg: Ja, sie ist gültig. Aber es ist ein interessantes Thema. Die Eucharistie beruht nicht auf der Beichte. Weil die Eucharistie selbst die Kraft hat, die Sünden zu verzeihen. Es ist wahr, dass der Zusammenhang zwischen Eucharistie und Beichte radikal gebrochen ist, er existiert praktisch nicht mehr.
In Ihrem ZdK kennen Sie keinen Menschen, der zur Beichte gehen würde?
Sternberg: Nein, ich kenne niemanden.“
Aus einem Interview des Vorsitzenden des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken mit der slowakischen katholischen Internetzeitung Postoj zitiert in IDAF-Nachricht 4/2017
Ist das oberste Laiengremium in Deutschland überhaupt noch katholisch? Wie soll ein im Glauben so geschwächtes Volk auf Dauer dem Islam standhalten, umso mehr als die Zuwanderer gern unter sich bleiben?

Probleme bei der
Integration
„Die Migrantenmilieus entwickeln sich auseinander“, sagt Bernd Hallenberg vom VHW (Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung). Das gelte sozial und vor allem kulturell. Bürgerliche Segmente begreifen sich als Bestandteil Deutschlands, während sich andere „in Clans“ zurückziehen. Dabei sondern sich nicht nur sozial abgehängte Migranten ab, sondern auch Teile der sozialen Mitte. „Die Abgrenzung zu Deutschland greift auch in Schichten mit höherer Bildung um sich“, sagt er. Viele fühlen sich der Herkunftskultur stärker zugehörig, halten an heimatlichen Traditionen fest. Die Migranten „kapseln sich ethnisch, sozial oder räumlich ab“ und entwickeln Vorbehalte gegenüber dem westlichen Lebensstil, heißt es in dem Bericht. (…) „Wir sind nun mal keine Deutschen, wir sind nun mal Türken“, sagt eine befragte Person. „Meine Freunde sind überwiegend religiös und überwiegend Ausländer, nicht nur Türken. Ich glaube, mit denen haben wir mehr gemeinsame Sachen als mit Deutschen.“
Die Welt online v. 1.12.16
Auf der anderen Seite wächst die Skepsis gegen weitere muslimische Zuwanderung in Europa:

Gegen weitere
Einwanderung
Der 1920 gegründete Think Tank, bekannt unter dem Namen Chatham House, hat 10.000 Europäer in 10 Staaten über die Einwanderung aus muslimischen Staaten befragt. Die Befragung ergab, dass die Europäer den Wunsch äußern, die Immigration aus den Ländern islamischen Glaubens einzustellen. Die Spanier (41%) und die Briten (47%) wären demnach die einzigen, die dies nicht mehrheitlich wollen. Mit 61% liegt Frankreich hinter Polen (71%), Österreich (65%), Belgien (64%) und Ungarn (64%), aber noch vor Deutschland (54%).
Le figaro v. 8.2.17
Vieles deutet auf stärkere Konfrontation hin:

Ein heiliger Krieg
Mit Bezug auf Holland hat der Türkische Außenminister Mev­lüt Cavusoglu am 15. März festgestellt, dass die Wahlniederlage des islamfeindlichen Wilders keine Bedeutung habe, weil alle größeren Parteien die selbe Haltung gegenüber dem Islam einnähmen. Ausdrücklich sagte er: „Diese Haltung wird Europa in den Ruin treiben; Europa ist dabei zu kollabieren (…), bald wird es in Europa zu einem heiligen Krieg kommen.“ Und zwei Tage darauf der Aufruf von Erdogan, der an die Türken in Europa folgenden Appell richtet: „Siedelt euch in den besten Gebieten an; fahrt die besten Autos; wohnt in den schönsten Häusern; macht nicht drei, sondern fünf Kinder. Denn ihr seid die Zukunft Europas. Das wird die beste Antwort auf die Ungerechtigkeiten, die ihr erlebt, sein.“ Diese Worte sind nicht in den Wind geredet. Alle europäische Länder liegen weit unter dem Niveau, ihre Bevölkerung zu ersetzen – und zwar seit Jahrzehnten. (…) Einer Schätzung des Pew Research Center zufolge beträgt die durchschnittliche Kinderzahl der europäischen Frauen 1,5, jene der muslimischen 2,2. Ein ins Gewicht fallender Unterschied, der sich vor allem auf die jugendliche Bevölkerung auswirken wird. Schon heute beträgt das Durchschnittsalter bei den Muslimen 32 Jahre gegenüber 40 bei der nicht islamischen Bevölkerung. Und die Kluft wird sich weiten.
La Nuova Bussola Quotidiana v. 20.3.17
Man sollte solche Aussagen nicht nur als Geschwätz abtun. Auch ist es höchste Zeit, die demographischen Alarmsignale ernstzunehmen und endlich eine familienfreundliche Politik zu starten. In China ist man schon gezwungen, gegen die verheerende Wirkung der Kinderarmut anzukämpfen:

Geburtenprämien
in China
Die Ein-Kind-Politik in China ist wohl endgültig vorbei: Die Regierung in Peking überlegt, Eltern, die ein zweites Kind haben wollen, finanziell zu unterstützen. Dies berichteten staatliche Medien am Dienstag. Im Jänner 2016 war die umstrittene Ein-Kind-Politik abgeschafft worden, was zu einem Geburtenplus von 1,3 Millionen Babys geführt hatte. Doch laut einer Studie der Kommission für Gesundheit und Familienplanung zögern 60 Prozent der chinesischen Eltern, ein zweites Kind zu bekommen. Sie befürchteten demnach, sich eine größere Familie nicht leisten zu können, berichtete die Zeitung "China Daily". Ein zweites Kind sei das Recht jeder Familie, sagte der Chef der Kommission, Wang Peian. "Aber Leistbarkeit ist zu einer Engstelle geworden, die diese Entscheidung negativ beeinflusst." Daher ziehe die Regierung Geburtenprämien und Förderungen in Betracht.
derstandard.at v. 28.2.17
Wäre auch in Europa überfällig. Mehr Zeit für die eigenen Kinder ist ja längst ein Wunsch einer Mehrheit der Eltern:

Länger bei den
Kindern bleiben
Die Mehrheit der Mütter möchte nach der Geburt eines Kindes keine rasche Rückkehr in den Beruf. Wie lange sie zu Hause bleiben und wie spät sie erst wieder in Vollzeit arbeiten möchten, hat nun ein Forschungsinstitut untersucht. Im Durchschnitt halten Frauen drei Jahre nach der Geburt ihres Kindes für einen guten Zeitpunkt, um in den Job zurückzukehren – wenn auch zunächst nur in Teilzeit. Einen Vollzeitjob können sich Frauen dagegen durchschnittlich erst ab dem siebten Lebensjahr ihres Kindes vorstellen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Nürnberger Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).
FAZ-net v. 12.4.17

13 Neupriester in Bangladesch
Gleich 13 Seminaristen wurden am 30. Dezember 2016 in Bangladesch zu Priestern geweiht. Bei der Zeremonie in der Diözese von Rajshahi waren 40 weitere Priester sowie rund 500 Gläubige anwesend. In den vergangenen Jahren hat es einen Anstieg von Priestern im Land gegeben, berichtet P. Emmanuel Kanon Rozario, der Rektor des einzigen Höheren Priesterseminars im Land. Bangladesch ist ein mehrheitlich muslimisches Land, doch die katholischen Christen stellen mit etwa 600.000 Gläubigen eine wichtige Minderheit dar.
Lebendige Pfarre St. Jakob Nr. 193
Hoffnungsvolle Zeichen der Lebendigkeit der Kirche unter sehr schwierigen Bedingungen, die uns Christen in Europa Mut machen sollten.

700.000 Bibeln verteilt
Der Gideonbund hat 2016 in Deutschland 742.129 Neue Testamente verteilt. Damit sei pro Minute durchschnittlich mehr als eine Bibel weitergegeben worden. Darunter waren 167.000 fremdsprachige Bibeln – so viel wie nie zuvor. Sie seien in Asylbewerberheimen, unter ausländischen Lastwagenfahrern auf Autobahnraststätten und in persönlichen Gesprächen überreicht worden.
PURmagazin 2/17
Auch dieses ehrenamtliche Engagement evangelikaler Christen könnte ein Ansporn für mehr missionarischen Elan unter uns Katholiken sein. Er wäre so wichtig für Europa, das seine Tore weit für die Kultur des Todes öffnet:

Euthanasie: + 10%
Dutch News berichtet, dass 2016 die Zahl der Euthanasiefälle 6091 betragen habe und um 10% gestiegen sei. Das entspricht 4% aller Todesfälle in den Niederlanden. (…) Alle fünf Jahre führen die Niederlande eine größere Untersuchung über Euthanasie durch. Die 2010 durchgeführte Studie wurde 2012 in Lancet veröffentlicht und ergab, dass 23% aller Euthanasiefälle nicht gemeldet worden waren. Sollte dieser Trend weiter bestehen, so wären 2016 weitere 1.400 Menschen betroffen. (…) Im Oktober hatte die niederländische Regierung erklärt, sie plane Sterbehilfe auszuweiten auf Leute, die weder krank noch sterbend sind, aber erklärten, sie hätten „ihr Leben vollendet“. Kürzlich hat die holländische Ärztekammer allerdings erklärt, sie lehne eine Änderung des Gesetzes ab.
LifeSite News v. 18.4.17
Wenn einmal eine Bresche in den Lebensschutz geschlagen worden ist, brechen im Gefolge alle Dämme.

Ehe stabiler als
Partnerschaften
Kinder, deren Eltern bei ihrer Geburt verheiratet sind, wachsen in stabileren Familienverhältnissen auf als Altersgenossen, deren Eltern ohne Trauschein zusammenleben. So zumindest das Ergebnis einer Studie der US-„Brookings Institution“ (Washington). Die Forscher W. Bradford Wilcox und Laurie DeRose werteten Daten aus den USA und 16 Ländern Europas aus. Das Ergebnis ist ähnlich: Das Risiko einer Trennung von unverheiratet zusammenlebenden Eltern sei doppelt so hoch wie das von Ehepaaren. Zusammenlebende unverheiratete Partnerschaften seien wesentlich instabiler als verheiratete Partnerschaften. Die Trennungsrate in Europa bei unverheirateten Eltern von Kindern unter 12 Jahren sei um 90 % höher als bei verheirateten Eltern. „Die Ergebnisse implizieren, dass die Eheschließung per se ein stabilisierendes Element in sich berge“,  so die Forscher.
IEF v. 31.3.17
Ein gutes Argument, für Debatten über die Frage, ob es heute überhaupt noch Sinn macht zu heiraten. Wer heiratet, bringt mit diesem Schritt eben zum Ausdruck, dass er es ernst meint mit seiner Beziehung.

Eine besondere
Wetteransage
Via Facebook hatte Melanie Ségard um Unterstützung gebeten und gewaltigen Zuspruch erhalten. „Hallo Leute, ich heiße Mélanie. Ich möchte am 27. März im Fernsehen den Wetterbericht präsentieren. Klickt ,Gefällt mir’ auf meiner Seite ,Mélanie kann es schaffen!', schrieb die 21-Jährige und sammelte schon in den ersten beiden Tagen über 100.000 Likes. Mehrere TV-Sender wollten sich daraufhin die Dienste der jungen Französin sichern; letztlich stand Mélanie Ségard für France 2 vor der Kamera und absolvierte ihren Auftritt als Wetterfee mit Bravour.
TV.heute.at v. 15.3.17
Das Besondere an der Meldung: Melanie hat das Down Syndrom, gehört also zu jener Kategorie von Menschen, die fast systematisch im Mutterleib ausgemerzt werden.  

Er wird die Verfassung wirklich hüten
Neil M. Gorsuch ist der neunte Richter des Obersten Gerichtshofs der USA. Seine am Freitag vom Senat in Washington bestätigte Ernennung bringt das Höchstgericht der Vereinigten Staaten auf die Vollzahl seiner Mitglieder und ist das bisher wichtigste erfolgreiche politische Anliegen, das Präsident Trump verwirklicht hat… (…)
Mit seinen acht Kollegen ist Gorsuch berufen, über die Verfassungsmäßigkeit der US-amerikanischen Gesetze zu wachen. Und die gute Nachricht ist, dass ein Rückblick auf seinen bisherigen Lebensweg von einer Persönlichkeit erzählt, die im Berufsleben nicht ihre Haltung als Mensch verleugnet oder sich für sie schämt; eine Person, die nicht von der Schizophrenie zwischen Sein und Sein-Sollen befallen ist; ein Jurist, der keine Angst hat, sich lächerlich zu machen, indem er noch das Gute und Wahre als Polarstern der Justiz ansieht. Insgesamt werden es also nicht das politisch Korrekte, der Zeitgeist und auch nicht – was schlimmer wäre – die „Antitheologie“ des „Alles-ist-relativ“ sein, die Gorsuch leiten werden.
La Nuova Bussola Quotidiana v. 10.4.17
Eine erfreuliche Meldung aus den USA, vor allem auch weil Gorsuch pro Life ist.

265 Kilometer
zu Fuß pro Jahr
Die Österreicher gehen im Alltag durchschnittlich 265 Kilometer im Jahr zu Fuß - in die Arbeit oder die Schule, ins Kaffeehaus und zum Einkaufen. Die meisten Meter zu Fuß machen laut Berechnungen des VCÖ (Verkehrsclub Österreich) Tiroler und Wiener. Frauen seien um rund ein Drittel mehr zu Fuß unterwegs als Männer, Senioren legen eine doppelt so lange Strecke zurück wie Jugendliche. Unterm Strich kommen die Österreicher damit pro Jahr auf etwas mehr als sechs Marathons, die sie gehend im Alltag (ohne Wanderungen und Spaziergänge) absolvieren. (…)
In den großen Städten werde pro Kopf und Jahr um rund 80 Kilometer mehr marschiert als in kleineren Kommunen (…) Im Bundesländer-Vergleich rangieren die Tiroler mit 335 Kilometern an der Spitze. Dahinter liegen die Wiener mit durchschnittlich 315 Kilometern und die Vorarlberger mit 295 Kilometern. Am wenigsten gehen die Burgenländer zu Fuß – nur 190 Kilometer pro Person und Jahr.
Salzburger Nachrichten v. 21.4.17
720 Meter pro Tag ist allerdings noch kein wirkliches Kreislauftraining. Dazu würde es dann schon die Wanderungen, die ja nicht mitgezählt wurden, brauchen.

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