VISION 20004/2017
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Das Leben ist kostbar!

Artikel drucken Was der evolutionsgläubige Materlialist nur schwer erkennt: (Von Weihbischof Andreas Laun)

Das Leben ist kostbar. Aber warum, wenn es doch auf jeden Fall endet ? Und warum soll es so „kostbar“ sein, wie vor allem die Lebensschützer behaupten, die Menschen, die „pro life“ rund um den Erdball aktiv sind? Eine Antwort aus berufenem Mund:


Bestimmte Kunstwerke, Edelmetalle, seltene Pflanzen, die Beine eines Fußballers, die man versichern kann, Oldtimer, die eigentlich nur noch vor sich hin rosten, Kleider einer schönen Frau, die einmal ein Star war, nennen die Menschen „kostbar“. Manche zahlen viel Geld, um diese „Kostbarkeiten“ zu besitzen, bis sie dann selbst nichts mehr besitzen können, weil sie gestorben sind.
Was ist also kostbar, so allgemein gesprochen? Mir scheint, „Kostbarkeit“ macht erforderlich, sich Gott zuzugesellen, der die Welt erschaffen hat, und dabei wieder und wieder sagt: Es ist gut! Was ist gut? Das, was Ich „gerade“ erschaffen habe! Auch die Krokodile, sagte mir neulich ein Priester. „Ja,“ sagte ich, „weil Gott auch das Krokodil erschuf und es im Gespräch mit Hiob sogar ,benützte’, um Hiob von Seiner Herrlichkeit und Macht  zu überzeugen, indem Er ihm die Stärke und Unbesiegbarkeit des Tieres vor Augen führte, obwohl uns Menschen die Schönheit eines Schmetterlings wohl überzeugender erschienen wäre.“
Aber wie auch immer: Die Kostbarkeit aller Dinge, auch die eines Kristalls, vor allem aber des Lebens wird unbestreitbar, wenn wir den Schöpfungsakt betrachten. Das gilt auch, wenn wir ein Leben in den Blick nehmen, das uns nicht so kostbar erscheint: Im Tierreich vielleicht das Krokodil, bei den Menschen ein schwer behindertes Kind. Kostbar? Ja, weil Gott es schuf und es das Geheimnis Gottes ist und bleibt, warum die Bibel keinen Vorbehalt macht, sondern sagt: „Gott sah alles an, was Er gemacht hatte, es war sehr gut.“
Derjenige, der nur lächelt und auf die Evolution verweist, soll meine an sich blühende Fantasie verbessern und mir erklären, wie er sich die „Evolution“ eines zarten, farbenfrohen, flugfähigen Schmetterlingsflügels aus dem Nichts und bloßer Erde vorstellt, oder auch die Entstehung des Delphins mit seiner Fähigkeit, im trüben Wasser durch eine Art Radarlotung seine Beute auszumachen, sie als solche zu erkennen und dann noch zu erwischen, ohne vorher durch Jahrhunderte hindurch erfolglos geblieben zu sein, weil das System noch nicht funktionierte.
Das soll alles „irgendwie von selbst“ entstanden sein und noch dazu so schnell, dass die Zeugung der nächsten Generation mit einem Weibchen, das zufällig gleichzeitig fertig war, auch noch gelang? Demjenigen, der sich das alles und die 1000enden anderen Beispiele aus der Welt des Lebens vorstellen kann, gratuliere ich zu seiner Fantasie. Die Wissenschaft kann nur beweisen, dass es die Vielfalt gibt, nicht aber, wie sie von selbst geworden sein könnte. Evolution zu mehr Komplexität wurde noch nie beobachtet.
Evolution hat vor allem einen anderen Makel, und der ist im Zusammenhang mit unserem Thema von Bedeutung: Alles verliert seine Kostbarkeit, was zufällig entstanden ist – eben auch der Mensch, wenn er nur ein willkürlich gefügter „Fleischklumpen“ sein sollte, wie es Abtreibungs-Befürworter gerne behaupten. Wie prophetisch hat schon vor Jahren der heilige Papst Johannes Paul II. geschrieben: „Die Verfinsterung des Sinnes für Gott und den Menschen führt unvermeidlich zum praktischen Materialismus, in dem der Individualismus, der Utilitarismus und der Hedonismus gedeihen!“ Und zur Abtreibung und zu einer Ideologie wie Gender, möchte man rufen!
Und an anderer Stelle sagt der Papst: Dann ist der Körper „auf einen rein materiellen Charakter verkürzt: er ist nur ein Komplex von Organen, Funktionen und Kräften, die nach reinen Kriterien von Genuss und Leistung zu gebrauchen sind“, und der Körper wird nicht mehr „als für die Person typische Wirklichkeit, nämlich als Zeichen und Ort der Beziehung zu den anderen, zu Gott und zur Welt wahrgenommen, sodass auch Seine Lehre über die bräutliche Bedeutung des Leibes in der ehelichen Liebe kein Fundament mehr hätte.“  
Nur in dieser Sicht ist der Leib des Menschen wirklich kostbar, qualitativ anders und viel mehr als wenn wir auch die Schönheit und die Fähigkeiten eines Tierkörpers bewundern!
Gott sah, dass es „gut“ oder – übersetzen wir – „kostbar“ war, was Er geschaffen hatte. Wer daran zweifelt, möge sich vor den Spiegel stellen, sich ins Gesicht schauen und sich fragen, ob Sie sich selbst für kostbar halten, auch wenn Sie in sich selbst keinen Mozart, keinen Ronaldo, keinen Einstein und keine Mutter Teresa entdecken können. Und Sie sollten sich selbst dennoch zurufen: „Ich bin kostbar, weil Gott mich schuf, mich wollte und seit Ewigkeit liebt!“
Wirklich „Mich?“ Ja, Dich „trotz allem“,  denk an Deine Sünden und Schwächen, aber die wirft Gott hinter Seinen Rücken, wenn Du selbst es willst. Es ist wirklich erstaunlich, aber es ist so, das sagt uns die Bibel in allen Tonarten wieder und wieder. Wir sind kostbar für Gott.
Und dann dürfen wir durchaus noch an die besonderen Gaben denken, die das Leben des Menschen in unseren Augen besonders kostbar machen, kostbarer als das anderer, bei denen die besonderen Gaben nicht fehlen, aber von uns vielleicht übersehen werden. Und natürlich sind sie sehr verschieden. Besonders überrascht sind wir, wenn ein offensichtlich behinderter Mensch Gaben entdecken lässt, die uns selbst fehlen!
Übrigens: Gott selbst macht Unterschiede, Er liebt irgendwie auch die Ameise, aber besonders uns Menschen. Sogar in einer Weise, die uns heute als „politisch unkorrekt“ erscheinen mag, weil Er Sein Volk besonders erwählt hat! Er will uns „heilig“ haben und bei uns, in uns, wohnen und das nicht nur „auf Besuch“ (Er bei uns und wir bei Ihm), sondern auf ewig im Himmel.
Dort ist für uns eine Wohnung bereitet, nicht in Form einer lieblos betonierten Gemeindewohnung in Plattenbaustil, sondern so schön, wie wir sie uns nicht einmal erträumt hätten: mit Gott selbst als Mitbewohner und mit vielen anderen heiligen und kostbaren Mitbewohnern, die wir ohnehin immer gerne bei uns hätten… So oder ähnlich dürfen wir uns den Himmel vorstellen.
Das Leben ist kostbar schon so, wie es ist, und erst recht, wenn wir an das Ende denken, das Gott für uns Menschen plant, und dabei die Frage nach dem Ende der übrigen lebendigen Kreatur, die nach Paulus auch seufzend auf die Erlösung wartet, offen lassen müssen, weil wir die Antwort einfach nicht wissen, die Bibel die Frage nicht stellt und daher auch keine klare Antwort auf sie gibt.
Besonders das Leben der Menschen ist kostbar, von Beginn bis zum natürlichen Ende. In der Haut derer, die es gezielt, absichtlich, millionenfach vernichten, möchte ich beim Jüngsten Gericht nicht stecken! Drohbotschaft? Nein, nur eine Botschaft wie sie eben lautet: „Der kommen wird zu richten die Lebenden und die Toten!“ Schon gehört? Nein, vielleicht sogar  mit­gesprochen in der Heiligen Messe, vielleicht nur gedankenlos gemurmelt, aber genauso und nicht anders lautet der Text.
Der Einsatz für den Menschen ist Dienst an der Kostbarkeit, die Gott geschaffen hat, Dienst an der Schöpfung, die „Spur“ Got­tes ist, und die wir daher nicht verwischen sollten.  So ist es gut, dass es das Leben gibt, es ist gut, schön und kostbar!

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