VISION 20005/2018
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Das Hirn verkümmert

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Im Jahr 2008 wurde in China Alarm geschlagen. In diesem Jahr stellte eine umfangreiche Studie, von der in China Daily berichtet wurde, fest, dass 9,7% der chinesischen Internetnutzer zwischen 13 und 30 Jahren an Internetsucht litten. Ein Internetsüchtiger wurde als jemand definiert, dessen Leben, Karriere und zwi­schen­­menschliche Beziehungen durch die Internetnutzung beeinträchtigt waren.
Die Chinesen hoben drei Kriterien hervor: „Zunächst fühlt sich eine Person online glücklicher oder erfüllter als in der realen Welt. In der zweiten Phase ärgert sie sich, fühlt sich deprimiert oder in Panik, wenn sie aus irgendeinem Grund vom Internet abgeschnitten wird. In der dritten Phase belügt sie Familienmitglieder darüber, wie viel Zeit sie im Internet verbringt.“ Von den Süchtigen sind 68% männlich.
Besonders besorgniserregend ist eine präzise und kontrollierte Studie, bei der die neueste Technologie der Hirntomografie verwendet wurde, um die Gehirne von 18 internetsüchtigen Universitätsstudenten in China zu untersuchen, die 8 bis 13 Stunden am Tag mit Onlinespielen verbrachten. Sie wurden mit 18 Universitätsstudenten verglichen, die weniger als zwei Stunden am Tag im Internet verbrachten. Wissenschaftler fanden bei allen starken Internetnutzern Anzeichen von Atrophie (Schwund) bei den grauen Gehirnzellen. Je länger ihre Internetsucht andauerte, desto schwerer war die Schädigung. Die Wissenschaftler fanden auch Veränderungen in der weißen Substanz, die unterhalb der Hirnrinde mit den grauen Zellen liegt.
Westliche Wissenschaftler haben die Qualität dieser Studie gelobt und sind beunruhigt durch die schlimmen Ergebnisse. Der Psychologe Aric Sigman (…) bezeichnete die Studie als einen „Weckruf“.

Aus: Fomo, Digitale Demenz und unser gefährliches Experiment. Dr. Larry Dossey, Umwelt- und Verbraucherorganisation zum Schutz vor elektromagnetischer Strahlung.



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