VISION 20006/2000
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Pressesplitter

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Verwirrung in Glaubensfragen

“Christen und Muslime nebeneinander vor dem einen Gott". So lautet der Titel einer Orientierungshilfe, die die Evangelische Kirche im Rheinland herausgegeben hat. Mit dem Hinweis darauf, daß Gottes Handeln “an und in den Religionen akzeptiert werden muß," setzt das Papier das gemeinsame Beten von Muslimen und Christen als selbstverständlich voraus. Schließlich seien doch alle Religionen Ausdruck der Sehnsucht des Menschen nach Gott. “Auch in den Religionen und hinter ihnen", heißt es in der Orientierungshilfe, “taucht Gott in seinem Welthandeln auf mit dem Ziel, daß die Menschheit ihn finde. Gott steht mit seiner Gottheit im Zielpunkt aller Religionen".

Die Tagespost v. 2.9.00


Gott taucht nicht irgendwie in den Religionen auf, sondern hat sich in Jesus Christus in Fülle geoffenbart! Was für eine Verwirrung auf allen Linien:

Pfarrerin verehrt Göttin

In ihrem Buch “Wir werden unsere Harfen nicht an die Weiden hängen" schreibt Pfarrerin Bärbel Wartenberg-Potter (derzeit Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Frankfurt am Main und eine von drei Kandidaten für die Nachfolge des Lübecker Bischofs Karl Ludwig Kohlwage), daß sie morgens von der altägyptischen Frauenstatue Selket an ihrer Haustür mit dem Spruch gegrüßt werde: “Ich habe das Gestern gesehen, ich kenne das Morgen." Sie antworte ihr allmorgendlich mit den Worten: “Noch immer mit unbeirrt offenen Armen, schöne Stolze vom Nil, trittst du aus den Höhlen hervor. Dein Auge voll Kühnheit, dein goldener Leib ohne Scham. Du weißt um die Gräber. So hast du Kraft zu verschenken an mich für den Auszug ins Morgen."Die Göttin Selket gilt in der ägyptischen Mythologie als Heilerin und Magierin. Frau Wartenberg-Potter schreibt: “Sie hat mir viel Kraft geschenkt, diese klar Entschiedene, für die täglichen Kämpfe um die Würde der Frauen."

Die Tagespost v. 5.9.00


Wer all das liest, erkennt, wie wichtig die Klarstellungen des Dokuments “Dominus Jesus" waren (Frau Wartenberg-Potter ist mittlerweile “Bischöfin"). Während bei uns viele Christen ins Heidentum abgleiten, bekehren sich, Gott sei Dank, afrikanische Zauberer:

400 Zauberer bekehren sich

Vor kurzem fand in der überfüllten Christ-Königskirche in Kampala (Uganda) eine ganz besondere Feier statt: Etwa 400 ehemalige Zauberdoktoren, vor allem aus dem nördlichen Uganda, entsagten ihrem lukrativen Gewerbe. Wie Pater Josef Brunner von den Weißen Vätern berichtet, erschienen die Zauberer in ihren Leoparden- und Wildkatzenfellen zu einer Feier von Reue und Umkehr von ihrem Leben als Zauberer. 15 von ihnen legten dabei sogar öffentlich Zeugnis davon ab, wie sie Kranke und Trostsuchende durch vorgespiegelte Geisterstimmen und geheime Zeremonien betrogen hatten und dabei Geld oder sogar Kühe als Lohn verlangten.

PURmagazin 9/2000

Darf leben, weil er gute Gene hat

Gentests haben einem amerikanischen Paar zu einem Retortenbaby verholfen, mit dessen Zellen Ärzte das Leben ihrer todkranken Tochter retten wollen. Die sechsjährige Molly Nash aus Englewood, Colorado, leidet unter einem ererbten Mangel an Knochenmark, der unter anderem zu Leukämie führt und Kinder nur selten ihren siebten Geburtstag erleben läßt. Molly erhielt letzte Woche am Fairview Universitätshospital in Minneapolis ein Transplantat von Zellen aus der Nabelschnur ihres vier Wochen alten Bruders Adam. Damit stieg ihre Überlebenschance auf 85 bis 90 Prozent, in ein paar Tagen wird man Genaueres wissen. Retortenbaby Adam wurde unter mehreren im Labor erzeugten Embryos ausgewählt. Er ist nicht Träger der Krankheit, und sein Erbgut enthält genau jene Stammzellen, die die Ärzte zur Rettung seiner Schwester brauchten.

Der Standard v. 5.10.00


Zunächst: Gut, daß Mollys Überlebenschancen gestiegen sind. Aber: Um welchen Preis! Wieviele ihrer Geschwister mußten dafür ihr Leben lassen, “im Labor erzeugte Embryos"! Erzeugt - welch schreckliches, irreführendes Wort. Als wäre der Mensch ein Produkt! Darf sich eine Welt, die Kinder so zur Ware macht, über weitere Mißbräuche wundern?

Schändung und Mord gefilmt

Die grauenvollen Szenen in der RAI-Tagesschau lösten in Italien einen unerhörten Skandal aus: Die Bilder zeigten, wie Kinder gefoltert und getötet werden. Italiener sprechen vom “Supermarkt des Horrors" und “vom Gipfel des Grauens": Spezialisten der Polizei entdeckten Kinderpornos von derartiger Grausamkeit, daß selbst Fahnder unter Schock stehen. Bilder mit Folter und Mord, Videos mit mutmaßlichen Kinderleichen, grausige Vergewaltigungen. Einige Opfer sind jünger als ein Jahr. Produziert wurden die Horrorvideos in Rußland, vertrieben werden sie via Internet.

... Der Mailänder “Corriere della Sera" recherchierte, die grausamsten Videos mit Folter und Mord kosteten bis zu 40 Millionen Lire (284.260 Schilling). Rund 20 Millionen Filme für Pädophile seien weltweit in Umlauf, geschätzter Umsatz des globalen Geschäfts mit dem Kindersex: 56 Milliarden Schilling. Das weltweite Internet macht die Vermarktung immer leichter.

SN v. 29.9.00


Wo 56 Milliarden mit Kindersex verdient werden, da befriedigen sich nicht nur ein paar perverse Außenseiter.

Übrigens werden Kinder nicht nur sexuell mißbraucht:

Kindersoldaten

Der Soldat John ist zäh. Mit seinen zehn Jahren hat er bereits mehr Erfahrung als mancher Erwachsene. John hat an zwei Fronten gekämpft. Drei Jahre schlug er sich als Straßenkind in der kenianischen Hauptstadt Nairobi durch. Der Kampf gegen Hunger und Sehnsucht schien ein Ende zu haben, als der Fremde kam und ihm einen Job anbot. Der Straßenjunge wurde der Soldat John. ... Auf allen Seiten der afrikanischen Kriege sind “Kindersoldaten" billiges Spielmaterial. Von 300.000 Minderjährigen, die nach Angaben des UNO-Kinderhilfswerks an 30 Konflikten weltweit teilnehmen, kämpfen 120.000 an den Fronten Afrikas. ... Viele werden als Spione, Boten oder Minensucher eingesetzt, die Fortgeschritteneren schließlich gezwungen zu quälen oder zu töten.

SN v. 11.9.00

Patent für Mensch-Schwein

Auf ein Mischwesen aus Tier und Mensch wollen sich zwei Firmen beim Europäischen Patentamt die Rechte sichern. ...Der Antrag wurde von der australischen Firma “Stem Cell Sciences" (SCS) und “Biotransplant" aus den USA eingereicht. Er erstrecke sich auch auf Embryonen, die Chimären aus Mensch und Schwein sind, sagt Greenpeace. Chimäre ist der in der Biologie gebräuchliche Ausdruck für Organismen oder einzelne Triebe, die aus genetisch verschiedenen Zellen aufgebaut sind. ... Nach der geltenden EU-Patentrichtlinie seien Patente auf menschliche Lebewesen zwar verboten, heißt es wiederum bei Greenpeace. Fachleute seien jedoch der Meinung, daß Mensch-Tier-Mischwesen oder Embryonen, die für therapeutische Zwecke hergestellt würden, keine “menschlichen Lebewesen" seien. Es handle sich dabei “nur" um patentierbares biologisches Material.

Die Presse v. 6.10.00


Vor unseren Augen verwirklicht sich, was vor Jahren nur extreme Schwarzseher für möglich hielten. Daher muß man froh sein, wenn das Europa-Parlament wenigstens in dieser Frage einen klaren Standpunkt bezieht:

Europaparlament gegen des Klonen

Als Reaktion auf die Entscheidung der britischen Regierung, Embryonen zu therapeutischen Zwecken zu klonen, hat das Europa-Parlament am 7. September eine gemeinsame Resolution gefaßt. Sie verurteilt jegliche Art von Klonung menschlicher Embryonen aufgrund der Überlegung, daß es keinerlei Unterschied zwischen therapeutischem und reproduktivem Klonen gibt. Sie hält fest, daß die Menschenrechte, der Respekt vor der Würde und dem Leben des Menschen fortgesetztes Anliegen der politischen und gesetzgeberischen Tätigkeit zu sein habe. Sie lädt das englische Parlament ein, seine Haltung in Fragen des Klonens von Menschen zu überdenken.

Famille Chrétienne v. 21.9.00


Ist Sex heute ein Massensport?

Die angeblich so prüden Amerikaner liegen in Sachen Sex weltweit an der Spitze: Sie haben einer Umfrage zufolge im Durchschnitt 132 Mal pro Jahr Sex. Die Deutschen kommen auf 97 Sexualkontakte im Jahr - knapp zwei pro Woche - und rangieren damit im internationalen Vergleich auf Platz 13. In der vom britischen Kondom-Hersteller Durex in Auftrag gegebenen Studie gaben rund 18.000 Männer und Frauen im Alter zwischen 16 und 55 Jahren aus 27 Ländern Auskunft über Sexualität, Verhütung und Treue.

An zweiter Stelle nach den Amerikanern liegen die Russen mit 122 Sex-Kontakten pro Jahr. Die Franzosen, traditionell als aktive Liebhaber bekannt, folgen mit 121 Mal. Sie halten den Spitzenplatz in der Rangliste “Anzahl der Partner": Sie behaupten, im Durchschnitt mit 17 Partnern geschlafen zu haben. Die Deutschen hatten im Durchschnitt neun Sexualpartner. Vergleichsweise sittsam leben dagegen die Inder. 82 Prozent der befragten Inder begnügten sich mit einem Sexualpartner.

SN v. 18.10.00

1. Soll man solche Daten ernstnehmen? Werden sie nicht veröffentlicht, um für Sex als Leistungssport zu werben? 17 Sexualpartner im Durchschnitt, - wer soll das glauben?

2. Erstaunlich, daß so viele so indiskrete Fragen beantworen.

3. Wie gut geht es doch den Indern! Sie stehen offenbar nicht unter sexuellem Leistungsdruck. Dieser macht übrigens das äußere Erscheinungsbild zum Maß der Dinge und terrorisiert vor allem die Frauen:

Unzufrieden mit dem Aussehen

“Gewicht und Eßverhalten haben eine große Bedeutung für junge Menschen", folgert die Wiener Psychiaterin Martina de Zwaan aus der ersten größeren Untersuchung der Uniklinik für Psychiatrie und des Boltzmann-Instituts für Frauengesundheitsforschung (1999). Dabei wurden 718 Mädchen und 428 Burschen der neunten Schulstufe in Wien befragt. Nur vier von zehn Mädchen zeigten sich mit ihren Körperproportionen zufrieden. 51 Prozent hatten schon eine Diät hinter sich, zehn Prozent gaben an, “Permanent Diät" zu halten. Sechs Prozent der Mädchen und drei Prozent der Burschen hatten bereits eine Therapie oder Beratung wegen eines Eßproblems in Anspruch genommen.

... (Es) ist davon auszugehen, daß mindestens 200.000 österreichische Frauen einmal im Leben an einer Eßstörung erkranken. Akut an Bulimie erkrankt seien etwa 7.500 Mädchen zwischen 15 und 20 sowie rund 6.500 Frauen zwischen 20 und 30. Die Schätzungen basieren auf Langzeitstudien, die das Innsbrucker Team (des Netzwerkes Eßstörungen) in Brixen seit Mitte der achtziger Jahre durchführt.

Der Standard v. 18.10.00


Nachrichten als Medienhit

Laut der jüngsten Mikrozensus-Erhebung der Statistik Österreich zum Thema “Freizeitkultur" (September 1998) wurden von allen Befragten ab 6 Jahren Nachrichten und Informationssendungen an erster Stelle der am häufigsten gewählten Radio- (63%) und Fernsehprogramme (72%) genannt. Zu den bevorzugten Radiosendungen zählen weiters Pop- bzw. Rockmusik in englischer Sprache (29%) und Unterhaltungssendungen (25%); zu den Minderheitenprogrammen gehören klassische Musik (8%) und Sendungen aus Kunst, Kultur und Wissenschaft (7%) sowie Religionssendungen (2%).

Bei den Fernsehprogrammen folgen nach Nachrichten- und Informationssendungen Unterhaltungsfilme oder Serien (39%) und Sportmagazine bzw. Sportübertragungen (36%). Shows und Quizsendungen werden von 34% häufig angesehen, Filme und Serien mit dem Schwerpunkt “Spannung" sowie Politmagazine, Dokumentationen und Diskussionen von je 28%.

Statistik Österreich Pressemitteilung 7.145-178/00


Glauben verlängert das Leben

Manche Ärzte waren von den Ergebnissen von mehr als 200 Studien weltweit überrascht: Gläubige leben länger und gesünder. So ergaben gleich mehrere Untersuchungen: Regelmäßige Kirchgänger haben einen deutlich niedrigeren Blutdruck als jene, die Kirchen nur von außen kennen, berichtete unlängst die Fachzeitschrift ÄrzteWoche. Menschen, die mindestens einmal wöchentlich einen Gottesdienst besuchen, reduzieren ihr Risiko, an einer Herzkrankheit zu sterben, gegenüber Nicht-Kirchgängern um die Hälfte. Zudem konstatieren Wissenschaftler: Kirchenbesucher weisen eine um 23 Prozent geringere Sterblichkeit auf und leben im Durchschnitt um acht Jahre länger.

... Die Medizin läßt freilich den Kirchenbesuch und Glauben allein nicht als einzige Erklärung für das Plus an Gesundheit gelten. Die wissenschaftliche Interpretation: Gläubige leben oft gesundheitsbewußter, halten sich an Speisegebote und ernähren sich daher gesünder, trinken weniger Alkohol und rauchen viel seltener. ... Gebetszeiten, so die Wissenschaft, strukturieren den Tag und zwingen zur Ruhe. Während meditativer Entspannungsphasen schüttet der Körper weniger Streßhormone aus, Herz- und Atemfrequenz sinken. Zudem wirken das Zwiegespräch mit Gott und das Gnadenversprechen der Vergebung psychisch entlastend. Benefits also, die hohem Blutdruck oder einem Zwölffingerdarmgeschwür durchaus vorbeugen können.

Die Presse v. 18.10.00

Schön, daß die Wissenschaft dem Glauben bescheinigt, gesundheitsfördernd zu sein. Ob die Hoffnung auf einen niedrigen Blutdruck viel zur Glaubenserneuerung beiträgt, ist fraglich. Da schon eher die Gewißheit, in Gott geborgen zu sein, was auch geschehen mag.

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