VISION 20002/2003
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Ich bin ein Revolutionär geblieben

Artikel drucken Peter Seewald, als Jugendlicher Maoist und aus der Kirche ausgetreten, findet zum Glauben zurück (Von Alexa Gaspari)

Es war nicht ein einzelnes großartiges Ereignis, sondern eher eine Art Dauerbeschuß. Viele kleine Geschichten die eine ganz schöne Wucht entfalten können," so erklärt Peter Seewald mit einem Lächeln die Art und Weise wie Gott ihn, der mit 19 aus der Kirche ausgetreten war, wieder zurückgeholt hat.

Seit 2 Jahren schon kenne ich seine wohlklingende, tiefe Stimme am Telefon. Nun endlich habe ich ihn auch persönlich kennengelernt: Peter Seewald ist vielen bekannt durch das Buch Salz der Erde: Es ist das Ergebnis eines kritischen und intensiven Dialogs, den er, der damals noch fernstehende Publizist mit Kardinal Joseph Ratzinger 1996 zu den unterschiedlichsten Fragen geführt hat. In 16 Sprachen ist dieses leicht lesbare, sehr informative, ja spannende Buch übersetzt worden. Diesem ersten Interview-Buch mit Kardinal Ratzinger folgte im Jahr 2000 ein zweites: Gott und die Welt. Allerdings war Seewald mittlerweile wieder in die katholische Kirche eingetreten.

Was war da passiert? Diese Frage haben sich wohl viele Menschen gestellt, und ich bin ihr bei einem Besuch in München nachgegangen. Peter Seewald erzählt gerne von seinem bewegten Leben. Er meint, das könnte vielleicht Menschen ermutigen, sich wie er auf eine spannende - neue - Beziehung mit Christus einzulassen. In seinem Refugium ganz oben unter dem Dach in einem Haus mitten in München erzählt er mir offen - und sehr humorvoll aus seinem abwechslungsreichen Leben.

Zunächst erlebt er eine ganz normale Kindheit. “normal und vernünftig" heißt damals in Bayern, daß die Familie selbstverständlich katholisch ist. Der Wohnort liegt in der Nähe von Passau, wohin die Familie zieht, nachdem der Vater, ursprünglich Bauer, Postbote geworden ist. Der kleine Peter, einer von vier Brüdern, ist sehr gerne Ministrant - nicht nur weil er Schule schwänzen kann, wenn er bei Versehgängen mitgehen muß. Eine Zeitlang will er sogar Priester werden. Rorate-Messen liebt er besonders und der Dienst in der kleinen Kapelle macht ihm Freude. Es gibt eigentlich nichts in der Kirche, was ihm Ärger bereitet.

Als Jugendlicher besucht er die Mittelschule in Passau und gerät in den Sog der 68er Bewegung. Peter ist eigentlich für diese neue Jugend- und Kulturbewegung noch recht jung, gerade erst 14, doch sie fasziniert ihn ungemein. Aus dem Ministrantenkittel meint er herausgewachsen zu sein. Er kauft sich den ersten Spiegel, verändert den Haarschnitt, die Klamotten und schließt sich der Jugend an, die alles, was bis dahin als unumstößlich, recht und sicher gegolten hat, wie Moral, Anstand und Traditionen nun für veraltert, viel zu eng und verlogen erklärt.

Die Eltern müssen sich anhören, wie falsch sie alles gemacht haben. Was die Freiheit zu behindern scheint, wird abgeworfen. So gerät durch “Flower Power" auch die Kirche ins Out: “Die Kirche als Organisation erschien damals zu sehr ans Establishment angepaßt und der Glaube wirkte nicht mehr echt," erinnert sich Seewald. “Ich habe mit Worten und Taten rebelliert. ,Born to be wild', war der Wahlspruch schlechthin."

Mit 18 nach der Mittelschule möchte er auf der Oberschule ein Fachabitur ablegen. Streetworker möchte er werden. Er mietet einen Laden, über dem das Wort “Join" prangt. Dort soll Beratung für Kriegsdienstverweigerer stattfinden und dort gibt es dann auch ein anti-imperialistisches Aktionskommitee und eine Schülerorganisation die “rote Zwerge" heißt. Eigentlich wollen sie vor allem Gerechtigkeit, eine bessere Verteilung der Güter, Frieden in der Welt. Kurz: “love and peace".

Die Kommunisten werden auf die Jugendlichen aufmerksam und können sie davon überzeugen, daß ihre Sache zu wenig Perspektiven zu bieten hat, solange sie sich nicht zum Marxismus-Leninismus bekennen. Das Beispiel China sei nachzuahmen. Die jungen Leute engagieren sich: Eine kleine Druckerpresse wird angeschafft, Betriebszeitungen gegründet. Plakate mit Kampfparolen überschwemmen die Stadt. Sie beginnen jeweils mit: “Nieder mit...", “Kampf dem.."

Peter Seewald im Rückblick: “Macht kaputt, was euch kaputt macht", mag eine pfiffige Parole gewesen sein, ein Zukunftskonzept war es nicht." Die Staatsmacht gibt den Jugendlichen vorsichtshalber gar nicht die Chance, das selbst herauszufinden. Der junge Maoist wird mehrmals verhaftet, wenn er Flugblätter verteilt. Hausdurchsuchungen finden statt. Auch den Eltern - die ohnedies genug gestraft waren - wird hart zugesetzt. Zunächst fliegt er aus der Schule, später durch Intervention der Gewerkschaft aus dem Lehrvertrag. Keine andere Schule in Bayern darf ihn aufnehmen.

Tja, und mit seinem Glauben steht es auch nicht zum Besten: “Wer sich für den Kommunismus entscheidet, stuft die Kirche als feindlich ein. Kirche, als “Opium fürs Volk", gehört einfach nicht mehr dazu. Nichts in der Kirche war revolutionär, alles schien abgestanden. Sich am Heiligen Stuhl zu orientieren, war einfach indiskutabel," erinnert sich mein Gegenüber. Die Konsequenz: Austritt. Ein politischer Akt, der ihn überglücklich macht. Endlich frei. Das Himmelreich ist weit weg, sein Paradies heißt jetzt China, Albanien oder gar Rumänien! Und Gott läßt ihn ziehen...

Schon nach fünf Jahren trennt er sich jedoch von den Kommunisten. Der demokratische Zentralismus hat sich als Diktatur entpuppt. Mit seinem freiheitlichen Ansatz paßt das einfach nicht zusammen. Er gilt als Abweichler und man unterzieht ihn einer Art Gehirnwäsche. Protokolle mit Selbstkritik soll er unterschreiben. Lächelnd erinnert er sich: “Da bekommt man nicht einmal eine Absolution wie bei der Beichte, wo man erleichtert weggeht - und wieder frisch mit dem Sündigen anfangen kann."

1976 gründet er in Passau eine linksliberale Wochenzeitung gegen die rechte Presse, die dort eine Monopolstellung inne hatte. Er und seine Leute kümmern sich um Bürgerinitiativen und wollen zeigen, daß es auch andere Meinungen gibt. Zwei Jahre kann sich die Zeitung halten. Wieder reagiert das “reaktionäre" Umfeld. Man versucht, die Redaktion vor Gericht zu bringen. Zuletzt kündigt die Druckerei den Auftrag.

Schließlich gibt er auf. Er bewirbt sich als Journalist und bekommt zu seiner großen Freude 1981 vom Spiegel (!) eine positive Antwort. Das bedeutet Freiheit und frische Luft für den jungen Mann. So zieht er nach Hamburg und bleibt sechs Jahre bei dem Magazin. 1982 heiratet er Isolde, ein Mädchen aus Passau , und die beiden bekommen zwei Söhne: Paul und Jakob.

Seewald arbeitet gerade bei der Illustrierten Stern in München, als er 1989 erfährt, daß die Süddeutsche Zeitung ein Magazin (die Farbbeilage der Zeitung) aufzubauen beginnt. An einer freien Mitarbeit interessiert, schlägt er dem Chefredakteur, vor, Beten zum Thema zu machen. Das Thema reizt ihn - nicht aus religiösen Gründen. Dem Chefredakteur gefallen die Vorschläge, die ihm Seewald unterbreitet und er nimmt ihn in das neu aufgebaute Team. Interessante Diskussionen, viel Freiheit in der Gestaltung und vor allem keine Berührungsängste mit religiösen Themen, für die er in gewisser Weise zuständig geworden ist, zeichnen diese Zeit aus. Das wird ein wichtiger Punkt in der Geschichte seiner Rückkehr zur Kirche sein.

Völlig unverdächtig, da kirchenfern, kann er über die Themen berichten. Objektiv soll es geschehen, nicht im üblichen Stil der Medien, die voneinander abzuschreiben scheinen. So kommt es, daß er eines Tages gefragt wird: “Wär' das nicht was für dich, ein Portrait über Kardinal Ratzinger zu schreiben?" Zu diesem Zeitpunkt hat er schon herausgefunden, daß die Kirche nicht immer unrecht hat, es eine Menge neuer Aufbrüche in ihr gibt und daß ihr Oberhaupt ein sehr interessanter Mensch ist. Er greift also die Idee, den Kardinal zu portraitieren, auf und freut sich damit provozieren zu können. Er ist eben ein Revolutionär geblieben!

“Mit keinem Thema kann man so provozieren, wie wenn man sich auf die Seite der so verachteten Kirche stellt. Vor allem in meinem damaligen Umfeld, aber überhaupt in den deutschen Medien," weiß er aus Erfahrung. Da er aber dem Mann, “der so viele zur Raserei bringt und als rotes Tuch für theologische Stierkämpfer herhalten muß," gerecht werden möchte, studiert er, was Ratzinger so alles in den letzten Jahren über die Gesellschaft und deren Entwicklung gesagt hat. Und dabei stellt er überrascht fest: Der Kardinal liegt mit seinen Vorhersagen richtig. Die Positionen, die da vertreten werden, kann Seewald teilen - ja die würde er gerne selbst so formulieren. Der Journalist bekommt also sein Interview: Ratzinger wirkt abgekämpft, aber humorvoll. Er nimmt sich Zeit für sein Gegenüber...

In diesem ersten Portrait des Kardinals steht dann allerdings nicht nur Schmeichelhaftes, gesteht mir jetzt Peter Seewald. Er selbst hätte sich an der Stelle des Kardinals keine zweite Chance gegeben. Dieser willigt jedoch ein paar Jahre später ein, mit demselben Autor ein Buch über die zentralen Probleme des Christentums und der Kirche zu machen.

Es vergehen dann allerdings einige Jahre, bis das Buch Salz der Erde 1996 erscheint. Ein ungeahnter Erfolg! Auch Papst Johannes Paul II äußert sich lobend.

So ist es wohl kein Zufall, daß Peter Seewald im Dezember des selben Jahres wieder in die Kirche eintritt. Vieles hat er damals schätzen gelernt, zum Beispiel die Wahrhaftigkeit, um die sich dieser weise Mann aus Rom, aus dem Glauben an den lebendigen Christus heraus, bemüht. Und so war wohl die Arbeit mit dem Kardinal ausschlaggebend für diesen letzten Schritt.

Vorher hatte es jedoch schon unzählige kleine Schritte gegeben. Es war, so würde ich sagen, wie eine jahrelange, zarte, sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte, die ihn zu Christus und Seiner Kirche geführt hat. Was hat Gott nicht alles inszeniert, um Seinen verlorenen Sohn zurückzugewinnen! Es bedurfte aber auch eines Sohnes, der in diesen Begebenheiten, in hingeworfenen Sätzen in Gesprächen oder anderen kleinen Dingen Gottes Zeichen zu erkennen wußte.

Eine solche, für ihn besondere, wenn auch scheinbar nebensächliche Begebenheit aus seiner Revoluzzerzeit in Passau, erzählt mir Peter Seewald jetzt: “Es war bei einer offiziellen Gelegenheit, der ,europäischen Woche'. Da ist doch der Passauer Bischof demonstrativ auf mich, den halbverrückten Bürgerschreck, zugekommen, um mir die Hand zu reichen. Im Nachhinein betrachtet war dieses Handausstrecken eines guten Hirten das, was mich für die Kirche mitgerettet hat."

Und mir wird klar: Wie wichtig, ja lebensnotwendig ist doch jedes liebevolle Zeichen gerade im Umgang mit Menschen, von denen man meint, da sei eh schon alles verloren.

Später verbringt Seewald immer wieder Tage des Ausruhens im Kloster. Auch sie wirken als unsichtbares Band mit dem Himmel. Ab und zu betritt er auch Gotteshäuser, um kurz zu verweilen. Immer öfter stellt er dabei fest, daß es ihm hier eigentlich gefällt. Die Wurzeln, die er während seiner intakten Kindheit im Glauben schlagen durfte, sind doch nicht ganz abgestorben. Tief verschüttet ist da immer noch eine Sehnsucht.

Das Wissen, das er sich in seiner journalistischen Tätigkeit angeeignet hatte, setzte er nicht selten auf Partys ein. Es machte ihm Spaß, seine Gesprächspartner zu verunsichern, indem er, der Atheist, sich zum Advokaten des Glaubens machte, Standpunkte vertrat, die man ihm nicht zugetraut hätte. Aber vielleicht haben ihn damals seine Pro-Kirche-Argumente selbst am meisten überzeugt.

Immer öfter stellt er dann fest, daß er eigentlich mehr wissen möchte - und zwar nicht die “Light-Version" von Glauben, an der niemand anecken soll, sondern das Original. Ein Besuch in Rom, ein paar Tage in Assisi, Begegnungen in Taizé... verhelfen ihm dazu. Einmal im Zug liest er “in einem Zug" - wie er es humorvoll beschreibt - das Matthäus-Evangelium. Er empfindet ganz tief: Was er da gerade gelesen hat, kann nur Gottes Wort sein. So verändert sich sein Bild von Jesus immer mehr und : “Aus der anfänglichen Ferne ist eine Nähe geworden, die von Strömen der Freude begleitet wurde."

Besonders wichtig für seine Rückkehr in den Schoß der Kirche war aber folgendes: Eines Tages wurde Seewald klar, daß seine beiden Söhne, Paul und Jakob - sie waren damals ungefähr drei und sieben -, als Heidenkinder groß werden würden. Er würde mit ihnen gar nicht über Religion reden können. Engagiert erklärt er: “Wer nicht getauft ist, nichts über den Glauben weiß, kann nur draußen bleiben. Da haben sich die Eltern schon für die Kinder entschieden. Es ist schwer zum Glauben zu finden, wenn man in der Kindheit nichts mitbekommen hat. So wie die Eltern dafür sorgen sollen, daß die Kinder rechnen und schreiben lernen, so müssen sie auch dafür sorgen, daß sie etwas über Religion lernen und einen Vorrat haben aus dem sie schöpfen können." Lächelnd fügt er hinzu: “Meine Kinder hätten ja nicht einmal die Möglichkeit gehabt, wie ihr Vater aus der Kirche auszutreten."

Also läßt er seine Kinder auf diesem Weg in die Kirche vorangehen. Er begleitet sie dorthin, weil er wissen möchte, was sich dort abspielt. Bei den ersten Messen die er wieder besucht, denkt er zunächst: “Mein Gott, diese alten Lieder, Gebete und Texte." Schmunzelnd fügt er hinzu: “Als ich später die Perspektive geändert hatte, dachte ich: Großartig, die haben immer noch die wunderschönen Lieder und tollen Texte."

Der Pfarrer nimmt den Mann, der da in die Kirche hineinschnuppert, “ein bißchen an die Leine." Die Predigten sind zunächst nicht ganz nach Seewalds Geschmack. Er findet jedoch bald heraus, daß das wichtigste bei der Heiligen Messe das sakramentale Geschehen ist und der Geist, in dem der Gottesdienst gehalten wird. Immer öfter macht er, während alle in der Fußgeherzone an der Kirche vorbeihasten, einen Schritt aus der Masse heraus - das hat ihm ja immer schon gefallen - und einen Schritt in die Kirche hinein. So wird er zum Kirchgänger. Gott führt ihn und er - in all seiner Freiheit - läßt sich führen.

Spätestens in seinen Begegnungen mit Kardinal Ratzinger stellt er fest, daß niemand Christus besser kennt als die Christenheit, die Seine Lehre intensiv getestet und gelebt hat. Wer Christus entdecken - und nicht erfinden möchte - kann dieses Geschehen nicht von der Kirche trennen.

Diese Begegnung mit dem Kirchenmann gibt also den letzten Anstoß dazu, daß aus dem “Probe-Abo, das nicht verlängert wurde" ein fixes Abonnement wird. Kein leichter Schritt in einem journalistischen Umfeld, in dem es als geradezu unmöglich gilt, sich zu Kirche und Papst zu bekennen. Heute wird er auch weitaus öfter gefragt, wie er denn in die Kirche eintreten konnte, als er früher, nach den Gründen seines Austritts befragt wurde.

Am 27 Dezember 1996, einem wunderschönen Tag spricht er in Anwesenheit des Franziskanermönchs der ihn auf seinem Weg begleitet hat über einer Bibel das Glaubensbekenntnis und erklärt anschließend seinen Eintritt in die katholische Kirche. Nach der Beitrittserklärung findet sich glücklicherweise ein Enzian-Schnaps und das Ereignis wird in echt bayrischer Volksfrömmigkeit begossen. Humorvoll seinen Wiedereinstieg betrachtend meint er: “Ich habe großes Glück gehabt. Der liebe Gott hat mich 20 Jahre lang wegschauen lassen. Vielleicht, damit ich ein bisserl frischer bleib, nicht so enttäuscht von Gremien und ähnlichem wie manch anderer." Und damit hat er sicher nicht unrecht. Jetzt ist er übrigens Mitglied im Pfarrgemeinderat und ist für den Pfarrbrief verantwortlich. “Eine tolle Karriere!", meint er schmunzelnd.

Seine Familie ist mittlerweile längst mit der Kirche vertraut. Über seine Erfahrungen mit Glaube und Kirche, über seine Gedanken und die Zeichen der Zeit schreibt Peter Seewald - er ist jetzt freier Journalist - mit treffsicherem, auch etwas beißendem Humor in seinem Buch Grüß Gott zum Beispiel folgendes: “Christen stehen heute unter Generalverdacht. Während die liberale Gesellschaft ihre Grenzen immer weiter steckt und nicht mehr hinterfragt, was sie tut, wird Gläubigen heute jeder sündige Pfarrer zur Generalabrechnung vorgelegt." Er sieht seine Verantwortung nun darin, die Schätze, - so viele Katholiken haben sie verloren -, und die Erfahrungen, die er machen durfte, mit all jenen zu teilen, die “heute in der Verwirrung der Zeit und der Medien nach Antwort" und Orientierungshilfe suchen.

In seiner Reihe “Bibliothek der Mönche" (Heyne Verlag) hat er eben die ersten zwei Bücher einer sechsbändigen Reihe herausgebracht: Das Fasten der Mönche und Die Heilkunst der Mönche (in denen es auch um heilen durch beten und beichten geht). Ein Buch über Jesus soll folgen.

Welches sind nun die großen Schätze, die Peter Seewald im Glauben und in der Kirche gefunden hat? Ganz spontan kommt seine Antwort: “Die Eucharistie ist der größte Schatz. Viel mehr braucht man nicht: Die Heilige Messe, die Evangelien und ein paar Sakramente, wie das wunderbare Angebot der Beichte zwischendurch. Darin kann man so viel Kraft finden und das richtige Gegengewicht zu den Dingen, die man nicht so richtig macht. Es gibt so viele Geheimnisse, so viele Schätze der Kirche aus der jahrtausendealten Tradition. All das Stück für Stück zu entdecken bis hin zum Rosenkranz, den ich in meiner Jugend nie in mein eigenes Leben hätte miteinbeziehen wollen, freut mich ungemein. Es hilft im täglichen Leben, das oft mühevoll und schwierig sein kann."

. “Übrigens bin ich nach wie vor ein Revolutionär", sagt er mir lächelnd am Schluß unseres langen Gesprächs. “Meine Ideale haben sich gar nicht so sehr verändert: Es geht auch jetzt um “love and peace" um die Liebe und das Verzeihen."

Und in seiner Autobiographie habe ich den Satz unterstrichen: “Glaube wird nie fertig. Da ist eine Tür. Und du machst die Tür auf, und da ist noch eine Tür, und dann noch eine. Und jeder Raum ist anders und schön und spannend, und es geht immer weiter so, und du hoffst nur, daß es wirklich noch lange so weiter geht." Schön, daß es solche Revolutionäre gibt, die sich auf eine Zukunft im Dienste Christi freuen!

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