VISION 20006/2006
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Gott hält die Fäden in der Hand

Artikel drucken Die Kultur des Todes ist nicht das letzte Wort (Monsignore Philip Reilly)

Der Autor ist ein wahrer Prophet der Lebensbewegung. Nach der Erfahrung des Scheiterns aller weltlich naheliegenden Bemühungen im Kampf gegen die Kultur des Todes, hat er seine Hoffnung ganz auf das Wirken Gottes geworfen - und Gottes große Taten erleben dürfen: Viele Abtreibungskliniken wurden geschlossen, unzählige Kinder weltweit gerettet, zahllose Frauen von ihrer Schuld befreit... Im Umfeld der von ihm gegründeten Lebensbewegung blüht die Kultur des Lebens auf. Im folgenden Auszüge aus verschiedenen seiner Äußerungen.

Wir leben in einer Kultur des Todes. Das Leben wird vor der Empfängnis, bei der Empfängnis, nach der Geburt, sogar im Zeitpunkt des Todes angegriffen. Wenn wir fragen, wie es dazu kam, müssen wir auf Genesis zurückgreifen. Dort wird geschildert, wie Abels Blut von Kain vergossen wird. Und Gott fragte Kain: “Wo ist dein Bruder?" Auf dessen Antwort, “Bin ich der Hüter meines Bruders", sagt Gott: Ja, das bist Du. Verstehst du nicht, daß dieses Blut vom Ackerboden zu mir schreit? Es ruft nach Gerechtigkeit, nach einer Antwort.

Der Papst erklärt nun in Evangelium vitae: Heute wird ebenfalls Blut vergossen. Und Gott fragt uns, wie er Kain gefragt hatte: “Was habt Ihr getan?" Und wir antworten Gott: “Bin ich der Hüter meines Bruders?"

Und Gott gibt uns zur Antwort: “Du bist der Hüter Deines Bruders. Ihr seid aneinander gebunden. Was Deinem Bruder geschieht, geschieht Dir. Wenn das Blut Deines Bruders zu Gott schreit, bist Du aufgerufen, etwas zu unternehmen. Das Blut der unfaßbar großen Zahl unschuldiger Kinder schreit zu Gott."

Wer das Leben schützen will, muß es von seinem Anfang an schützen. Wer pro life ist, muß Leben von der Empfängnis an schützen. Denn das Leben beginnt mit der Empfängnis, wie Donum vitae klarstellt.

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Im Kapitel 25 der Enzyklika Evangelium vitae weist uns der Heilige Vater den Ausweg aus der Kultur des Todes, zeigt er uns den Weg zum Erfolg. Er sagt: Abels Blut schrie zu Gott um Gerechtigkeit. Aber da gibt es ein Blut, das weitaus sprechender als das Blut Abels ist und das zu Gott schreit. Es ist das Blut Jesu Christi.

Sein Blut lehrt uns alles. Zunächst einmal, daß es keine jemals begangene Sünde gibt, die nicht vergeben werden könnte. Es gibt somit einen unbedingten Grund zur Hoffnung. Selbst inmitten dieser Kultur des Todes ist das Blut Christi Quelle der Auferstehung. Daher sage ich den Leuten auch: “Verliert nicht den Mut mitten in dieser Todeskultur! Gott läßt sie zu, denn aus all dem Elend kann Größeres entstehen.

Was ist denn das größte Übel, das jemals auf dieser Welt geschah? Es passierte an dem Tag, an dem wir unseren Gott gekreuzigt haben. Und was war das größte Gut, das in dieser Welt gewirkt wurde? Es geschah, an dem Tag, an dem wir unseren Gott gekreuzigt haben. Damals wurde die Welt gerettet.

Was die Kultur des Todes anbelangt, so passiert sie nicht einfach und Gott im Himmel fragt sich: Mein Gott, was passiert denn da? Der allmächtige Gott hält die Fäden in der Hand. Er wird unfaßbar Gutes aus dieser Kultur des Todes hervorbringen. Wenn ich rund um die Welt unterwegs bin, sehe ich so viel Gutes bei den Menschen, die im Umfeld dieser Kultur des Todes leben.

Der Heilige Vater sagt weiter, daß das Blut Christi uns den Wert des menschlichen Lebens bewußt macht. Denn es wurde um den Preis des kostbaren Blutes Jesu Christi erkauft, das unbezahlbar ist. Du bist also unbezahlbar, erkauft durch das Blut Christi. Du bist nicht nur von Gott ausgegangen, sondern du bist auch von Ihm zurückgekauft, um den Preis des kostbaren Blutes Christi. So erkennen wir, welch unschätzbaren Wert jedes einzelne Leben in den Augen Gottes besitzt.

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Die Antwort auf die Kultur des Todes ist die Botschaft Christi, ja diese Antwort ist Jesus Christus selbst. Die Kultur des Lebens ist eine Person. Für den leidenden Menschen ist die Antwort der auferstandene Christus. Nur das kommende Leben ist die Antwort auf die hiesige Existenz.

Wer die Dinge nur aus der Sicht des Diesseits betrachtet, wandelt in der Finsternis. Er wird letztendlich in der Selbstzerstörung oder in der gegenseitigen Vernichtung landen. Gott, der Zeitlose, ist in die Zeit gekommen, um uns in Jesus Christus die Ewigkeit zu bringen. Er ist gekommen, damit wir das Leben haben, und damit wir es in Fülle haben. Er ist gekommen, um in eine persönliche, mystische Gemeinschaft mit uns einzutreten, mit jedem von uns, mit der Kirche.

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Pro life zu sein, heißt letzten Endes, ein Opfer mit Christus zu sein. Bevor ein Kind körperlich abgetrieben wird, wird es geistig abgetrieben. Und um dieses Töten zu stoppen, bedarf es einer Bekehrung des Herzens. Diese Bekehrung muß stattfinden beim Vater, bei der Mutter, bei der Familie, bei der Gesellschaft. Dem neuen Leben, dem Kind im Mutterleib muß eine Chance, eine Familie, eine Heimat, ein Zuhause gegeben werden. Dafür bedarf es einer Öffnung der Herzen hin zur Großzügigkeit.

Diese Bekehrung des Geistes, diese Bekehrung des Herzens - das kannst du nicht machen. Und ich kann es nicht machen. Mittlerweile habe ich begriffen: Hier geht es um das Böse. Und dieses Böse kann nur überwunden werden durch die Instrumente, die Mittel, die Jesus Seiner Kirche gegeben hat, die besonders durch die Priester sichtbar gemacht werden: das Opfer der Messe.

Du kannst dieses Böse nicht besiegen ohne die Mittel der Kirche, ohne die Instrumente der Kirche. Es ist das ganze Gottesvolk gemeinsam, das fastet und betet und um die Fürsprache der heiligsten Jungfrau Maria, der Mutter Gottes bittet. Ich glaube nicht, daß es auf dieser Erde irgendeine andere Macht, gibt, die dieses Böse überwinden kann - außer der Katholischen Kirche. Andere können das versuchen. Aber glaubt mir, wir brauchen die Katholische Kirche.

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Manchmal verstricken wir uns in unserer Wut und in unserer Frustration in Gedanken wie: Warum, Gott, beendest Du das nicht heute, jetzt! Fast so wie: Brich' doch die Erde auf und erschlag sie mit einem Feuerblitz.

Aber das sind nicht die Gedanken Jesu Christi auf dem Kreuz, auch nicht die Gedanken, die Maria und Johannes am Fuß des Kreuzes hatten. Gott leidet lange, denn er will die Bekehrung der Herzen, die Bekehrung der Mutter und des Abtreibungsarztes. Er möchte die Rettung der Begleiter der Frauen, die die Frauen in die Klinik bringen. Er ist für sie gestorben, Er liebt sie. Diese Einstellung, daß wir uns selbst aufopfern, diese Gesinnung Jesu Christi braucht es, um eine Bekehrung der Herzen zu erwirken.

Wo es so aussieht, als ob Dunkelheit und Tod gesiegt hätten, da ist die Welt dann immer überrascht, wenn doch Auferstehung stattfindet und ein neuer Morgen anbricht.

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Jesus Christus setzt Sein Werk heute fort. Er bringt Leben in die Dunkelheit - durch Dich. Er bringt weiterhin die Wahrheit, wo Irrtum herrscht - durch mich. Er bringt weiterhin Vergebung und Liebe - durch uns alle. In dieser Kultur des Todes sind wir alle zum Einsatz berufen, sagt der Heilige Vater. Es ist ein dramatischer Kampf zwischen Leben und Tod. In dieser Auseinandersetzung gibt es keine Zuschauer. Jeder ist aufgerufen, sich aktiv einzusetzen. Und Gott braucht uns alle, jeden einzelnen, um zu siegen. Unterschätze Deine Bedeutung nicht. Du bist für den Sieg wichtig. Es gibt Menschen, die Christus nur durch Dich berühren kann. Hab keine Angst zu reden. Fürchte Dich nicht zu handeln. Trage Christus in die heutige Welt!

Auszüge aus Predigten bei Gebetsvigilen und aus seinem Vortrag in Fatima im Oktober 2006.


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Informationen über den Weltgebetskongreß “Für das Leben" in Fatima findet man auf: www.fatima-pro-life-congress-2006.com

Gebetsvigilen:

Wien: Jeden 1. Samstag, 7 Uhr 30 Franziskanerkirche

Jeden letzten Samstag 8 Uhr Kirche Maria vom Siege

Graz: Jeden 1. Samstag 8 Uhr 30 in der Dreifaltigkeitskirche

Salzburg: Jeden 1. Samstag 8 Uhr 30 in der Kirche St. Elisabeth

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