VISION 20006/2006
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Die Heilung von Wunden, die von der Abtreibung geschlagen werden

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Manchmal fragt man sich, wie weit wir schon sind, daß es einen eigenen Verlag braucht, um ein Buch über die Heilung der Massenseuche Post Abortion Syndrome (PAS) zu veröffentlichen. Ist das in den etablierten Verlagen, einschließlich der kirchlichen, nicht möglich?

Umso mehr ist es dem neugegründeten Immaculata Verlag zu danken, daß er für “mehr Licht" sorgt. Der studierte Philologe, Philosoph und Theologe Manfred Müller, Chefredakteur der Zeitschrift Medizin und Ideologie, beleuchtet die Lügen der Abtreibungs- und Verhütungspropagandisten, zeigt die öffentlich errichteten Schweigemauern um die seelischen Wunden nach Abtreibung auf und weist Wege zur Heilung.

Was Mut macht, ist das von den USA ausgehende Durchbrechen des Schweigens zum Abtreibungsgrauen: “Frauen, welche Abtreibungen hinter sich haben, scheuen sich nicht länger, öffentlich zu bekennen, daß sie in eine Falle gegangen sind, als sie den Rattenfängern des Abtreibungsgeschäftes folgten. Amerikanische Bischöfe gehen gemeinsam mit Lebensschützern vor die Abtreibungsstätten und geben Zeugnis für die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens." Der Autor deckt die Lügen auf, die Anfang der 70er Jahre zur Freigabe der Abtreibung in vielen Ländern geführt haben.

Er kommt auch auf die überfallsartige und gegen den Willen der Bevölkerung und der Krankenhausbelegschaft eingeführte Abtreibung durch die sozialistische Landeshauptfrau in Salzburg 2005 zu sprechen. Eine - zwar altbekannte aber immer wieder bestrittene - Analyse beschäftigt sich mit dem inneren Zusammenhang von Verhütung und Abtreibung: “Wäre es mit der Verhütung ernst gemeint gewesen ... hätte die Abtreibung nicht gleichzeitig massiv propagiert werden dürfen - sie hätte vielmehr massiv bekämpft werden müssen." Sodann behandelt der Autor den Zusammenhang von Abtreibung und Kindesmißhandlung.

Der inhaltlich bedeutsamste Teil des Buches erläutert die Heilung von den Abtreibungsfolgen: “Der Schmerz nach der Abtreibung wird ... als das genommen, was er ist: gesunde Reaktion auf ein krankes Geschehen."

Die fünf vom Autor aufgezeigten Heilungsschritte: zunächst Konfrontation mit der Wahrheit: “Das Licht der Wahrheit kann, wie der befreiende Schnitt des Chirurgen, weh tun, aber dieser Schmerz ist Heilung, ist Öffnung, führt ins Freie." Die betroffene Frau muß zu ihrem Schmerz ja sagen und das Geschehene, die Tötung des eigenen Kindes, beim Namen nennen.

Dann braucht es das Einbekenntnis der eigenen Schuld, auch wenn diese aufgrund schwieriger Umstände, äußeren Drucks, Erpressung und Drohung stark reduziert sein mag. Die Frau wünscht Versöhnung mit Gott: “Auch Frauen ohne religiöse Sozialisation öffnen sich im Prozeß der Trauer- und Leidensbewältigung oftmals gleichsam instinktiv dem Sakrament, auch wenn sie es noch nicht kennen. Denn die Frau ahnt dunkel, daß die Schuld, die auf ihr lastet, menschlich nicht aufzuarbeiten ist."

Die Versöhnungsbereitschaft soll sich auch auf die Mitschuldigen erschrecken. Schließlich stellt sich der Wunsch nach Wiedergutmachung ein. Die Heilung kann dann tieferliegende Wunden erreichen und das Leben völlig neu machen.

Dieses Buch gehört in die Hand von Erziehern und Beratern, Seelsorgern und Hirten, Professoren und Publizisten. Und wenn durch das Buch auch nur einer einzigen betroffenen Person geholfen werden konnte oder wenn nur ein einziger betrogener Betrüger von seinem Irrweg abgebracht werden konnte, dann haben sich Verlagsgründung und Publikation (und Rezension) schon gelohnt.

Wolfram Schrems

Mehr Licht - Die Heilung der Abtreibungswunden, Von Manfred M. Müller, Immaculata Verlag, Wien, 2006 (über: HLI/Ja zum Leben, Taborstr. 11a/6, 1020 Wien), Preis: EUR 12,--

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