VISION 20002/2014
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Kampf um die Mütterlichkeit

Artikel drucken Über die Größe und Schönheit der Berufung der Frau (Von Alexa Gaspari)

Bis vor kurzem ging es mir vor allem darum, eine Lanze für die Frauen zu brechen, die es vorziehen, sich selbst zu Hause um ihr Kind zu kümmern, es selbst zu versorgen, selbst zu pflegen, selbst da zu sein, wenn es krank ist, wenn es aus dem Kindergarten oder der Schule nach Hause kommt. Ich wollte aufzeigen, wie schön es ist, das erste schiefe Lächeln, das erste glückliche Lachen, die ersten wackeligen Schritte, die ersten unbeholfenen Worte, die erste lustige Zeichnung geschenkt zu bekommen, später dann Zeit zu haben, um alle Warum-Fragen zu beantworten, als Erste die großen Neuigkeiten von Freunden oder Lehrern zu erfahren oder auch als Erste den Kummer einer schlechten Note oder eines verratenen Herzens stillen zu können.
Sie werden jetzt sagen, ich zeichne eine Idylle. Natürlich kann der Alltag auch hart sein, voller Sorgen und Rückschläge. Man fühlt sich unverstanden, deprimiert. Aber passiert das etwa im Berufsleben nicht ebenso?
Umso wichtiger ist es, das Schöne am Leben der Mutter ins Bewusstsein zu heben. Daher wollte ich auch aufzeigen, wie wunderbar es ist, als Erste den Kindern Geschichten zu erzählen, als Erste mit ihnen über Gott und die Liebe zu sprechen, einer Liebe, die alles vermag, ihnen als Erste die Wunder, die Gott rings um uns herum geschaffen hat, zu zeigen. Als Erste die ersten Freunde und Freundinnen meines Kindes kennen lernen…
Mit einem Wort: Ich wollte die vielen Freuden und Glücksmomente vor Augen stellen, die unwiederbringlich und unwiederholbar sind und die man als Mutter erfahren darf, die solange wie möglich – und ich meine wirklich, so lange wie nur irgendwie möglich – auf außerhäusliche Berufstätigkeit verzichtet. Übrigens: Auch die Zeit, in denen man Krankheit und Leid seines Kindes teilen und lindern kann, indem man vielleicht Tage oder Wochen neben dem Bett des Kindes im Spital verbringt, sind entscheidend wichtige Momente für Kind und Mutter.
Heute geht es aber nicht mehr darum, nur eine Lanze für das Muttersein der Hausfrauen zu brechen, heute geht es darum, in einem regelrechten Kampf für die Familie, für das Heim von Mann und Frau und Kindern zu bestehen. Es geht darum, dieses Heim zu schützen und zu verteidigen gegen die vielen Formen von Verblendung, Verirrung und Manipulation, die es aufzuzeigen und zu bekämpfen gilt.
Lassen wir uns doch nicht unseren gesunden Hausverstand und unsere Mutterinstinkte von Medien, Politikern oder sonstigen Möchtegernverführen benebeln oder gar zerstören! Lassen wir uns doch nicht einreden, dass Familie auf einen Ort reduziert werden kann, „an dem sich mehrere Menschen zu Hause fühlen,“ wie dies Österreichs Famillienministerin sieht! Das könnte nämlich durchaus auch das Beisl am Eck, wo man sich regelmäßig trifft, der Fußballverein, das gemütliche Caféhaus mit der Gratiszeitung oder die coole Clique sein. Dann ist es nämlich wirklich egal, ob sie aus Mann-Frau-Kind oder aus Mann-Mann-Kind  oder Frau-Frau-Kind oder gar aus Mann-Frau-Frau-Kind (siehe S. 6) besteht.
Nein: Gott hat uns unverwechselbar als Mann oder Frau geschaffen und ganz klare Wege zum Glück – nämlich eins zu werden – aufgezeigt, an denen viele tausende Jahre kein vernunftbegabter Mensch je gezweifelt hat, keiner hätte das hinterfragen wollen. Wer dies getan hätte, wäre wohl verständnislos angesehen und für verrückt erklärt worden.
Bleiben wir am Boden: Mehr denn je entscheidet sich an den Frauen und Müttern das Schicksal der Familien, deren zentrale Kraft und Mitte sie sein sollten. Es nutzt alles nichts: Frauen sind vor allem dazu berufen, ein „Zu-Hause“ zu schaffen, das für den Ehemann und die gemeinsamen Kinder Heimathafen, Tankstelle,  sein will, ein Ort, an dem ihre  Problemen aufgefangen werden, wo Diskussion angesagt ist und Orientierung vermittelt wird, wo man miteinander und füreinander betet, wo jeder Kraft, Durchhaltevermögen, Zuspruch, Mitgefühl, ein offenes Ohr und vor allem Liebe finden kann – eine Liebe, die ihrerseits in der Familie und an andere weitergeschenkt werden soll. Beleben wir also diesen Ort wieder – auch wenn dies viel Kraft und Verzicht erfordern kann sowie Unverständnis und manchen Spott einträgt! Wir werden hundertfach und in vielfältiger Weise dafür belohnt werden und schöpfen dadurch selber Kraft .
Die Väter wiederum sind – auch mehr denn je – aufgerufen, die Familien durch entschiedenes Auftreten in Gesellschaft, Politik und Medien vor den zerstörenden Einflüssen von außen zu schützen und sich treu zu ihrer Familie zu bekennen. Tun wir das alles nicht, so wird die verblendende Indoktrination von außen, die den Müttern erklärt, ihr Kind bedrohe ihre Freiheit und Selbstverwirklichung (ist es nicht umgekehrt?!), man müsse sich schnellstens, so gut es geht, davon befreien, endgültig durchsetzen. Familie wird dann bestenfalls der trostlose Ort sein, an dem sich nur abends ein loser Haufen von müden Kindern und Jugendlichen sowie ausgelaugten Erwachsenen vor Fernseher, PC und Laptop lagert, nur die nötigsten Worte gewechselt werden, keiner mehr zuhören kann oder will, aus den nichtigsten Gründen Streit entsteht und jeder zu einer anderen Zeit ein schnelles Essen zu sich nimmt.
Lassen wir uns nicht irre machen: Wir Frauen und Mütter sind nun einmal das personale Zentrum, um das sich eine gesunde Welt drehen könnte, wir sind die Architekten der Zukunft. Denn die Zukunft sind unsere Kinder und Enkel, die die Welt von morgen gestalten werden. So oder so!! Es liegt an uns!
Hat nicht Hermine Haunold (Portrait S. 14-16) weitaus mehr als viele der hoch gelobten Politiker und Experten unserer Zeit erkannt, worauf es im Leben wirklich ankommt: Auf das Vertrauen in den dreifaltigen Gott und die Liebe und Sorge für unsere Kinder und Mitmenschen?



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