VISION 20003/2014
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Besuch bei Marthe Robin

Artikel drucken Am Geburtsort vieler Erneuerungsbewegungen d. 20. Jhdts. (Regina Schätz)

In meiner Arbeit mit schwerstbehinderten Schülern durfte ich oft Gottes Hilfe erfahren und rückblickend den roten Faden seiner liebevollen Führung erkennen. Durch einige Medjugorje-Reisen durfte ich auch Maria als meine Mutter entdecken…
Von einem befreundeten Priester hörte ich zum ersten Mal von einer Mystikerin, Marthe Robin, die über 50 Jahre von der Kommunion lebte und die Stigmata erhielt. Auf einer Wallfahrt nach Lourdes war auch der kleine Ort Châteauneuf de Galaure, wo Marthe lebte, unser Ziel. Dort wurden wir im Foyer de Charité herzlich begrüßt. Nach einem Film über Marthes Leben fuhren wir auf die Plaine, zu ihrem Elternhaus.
Der Besuch im kleinen, abgedunkelten Zimmer, in dem Marthe über 50 Jahre lang gelebt hat und in dem ihr Jesus und Maria ganz nahe waren, hat mich tief beeindruckt. Ihre Anwesenheit war für mich deutlich spürbar. Wir suchten auch die Kirche auf, in der sie getauft wurde. Der Wunsch, hier Exerzitien zu machen, erfüllte sich ein Jahr später.
War bei der Anreise reger Austausch möglich, verbrachten wir die Zeit in Châteauneuf im Schweigen, das ich als sehr bereichernd empfand. Beim Essen waren alle sehr aufmerksam. Wir verständigten uns wunderbar ganz ohne Worte. So erlebte ich alles viel bewusster: den  gu­ten Geschmack des Essens, die Tischmusik und vor allem die liebevolle Betreuung durch die Foyermitglieder, die alles taten, um uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Eines Tages hatte ich das Bedürfnis, auf die Plaine zu Marthe zu gehen, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie ich zu Fuß dorthin gelangen konnte. Im Vertrauen auf Gottes und Marthes Hilfe ging ich einfach los. Auf einmal sah ich einen Pfeil „Ferme Robin“. Wie mit unsichtbarer Hand wurden meine Schritte gelenkt.
Bald war ich auf der Hochebene. Als ich vor Marthes Haus stand, dachte ich noch, da wird sicher niemand gerade auf mich warten. Doch sogleich ging die Tür auf und eine freundliche Dame begrüßte mich. Schon befand ich mich alleine im Zimmer von Marthe. Diesmal war der Eindruck ihrer Nähe noch stärker spürbar und ich konnte nur Danke sagen. Im Dasitzen und Verweilen spürte ich viel Trost und Zuwendung. „Schau auf Jesus am Kreuz, er ist dein Erlöser“. Es war wie der Besuch bei einer vertrauten Freundin, der man alles sagen kann. In ihr durfte ich, wie viele tausende Menschen vor mir, eine mächtige Fürsprecherin für meinen Glaubensweg finden. Gestärkt und voll Freude machte ich mich wieder auf den Heimweg.
Letztes Jahr fuhr ich gemeinsam mit meinem Mann nach Châteauneuf mit dem Wunsch, unsere Berufung als Ehepaar besser zu erkennen. Gemeinsam besuchten wir Marthe. Als Antwort  haben sich folgende Worte ins Herz gelegt: „Gemeinsam auf Jesus schauen und zusammenhalten.“ Da außer uns nur noch ein Priester im Zimmer war – normaler Weise ist das Zimmer voll von Menschen – deuteten wir diese Tatsache so, dass wir uns auf diesem Weg von (einem) Priester(n) begleiten lassen und auch miteinander und füreinander beten sollten.
Nach der Weihe an Jesus Christus durch Maria darf ich in der Haltung weitergehen: „Mir geschehe“ und „Dein Wille ge­schehe“ – er ist das Beste für mich. Aus der Kraft der Taufe, der Stärkung durch die Eucharistie und aller anderen Sakramente, vor allem aber mit Hilfe des Heiligen Geistes bekommen wir von Gott alles Nötige geschenkt.
Marthe hat ihre Taufe hundertprozentig gelebt. Sie gab alles als Laienchristin und ist ein großer Schatz für die Kirche. Ihr Leben führt uns vor Augen, was Gott aus  einem nach außen schwerbehinderten Menschen machen kann, der seinen Willen voll und ganz annimmt und lebt. In ihr leuchtet auf, was bei Gott alles möglich ist.


Exerzitien

Exerzitien im Foyer de Charité Châteauneuf de Galaure in Frankreich mit P. Ernst Leopold Strachwitz zum Thema: „Marthe Robin, eine Katharina von Siena für unsere Zeit“
Zeit: 4. bis 10. August (Busfahrt 3.  bis 11. August )

Info&Anmeldung: Foyer de Charité Haus am Sonntagberg,
A-3332 Sonntagberg 6
Tel: 0043-(0)7448-3339
kontakt@foyersonntagberg.at


Oder: Edith Pressler, Josef Haydngasse 8, 2603  Felixdorf
Tel.: 0680 5599140,
exerzitienchat@gmail.com


 

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