VISION 20003/2015
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Leserbriefe

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Ein Jahr der
Barmherzigkeit
„Die Welt wird so lange keinen Frieden finden, so lange sie sich nicht vertrauensvoll an meine Barmherzigkeit wendet“, verkündete Jesus Schwester Faustyna Kowalska. Diese Botschaft mag unseren Heiligen Vater wohl bewogen haben, bereits während des laufenden Jahres des Gott geweihten Lebens mit dem Heiligen Jahr zur göttlichen Barmherzigkeit am 8. Dezember dieses Jahres zu beginnen. Der Friede ist so gefährdet, wie schon lange nicht mehr und die Kriegs- und Terroranschläge nehmen ein immer schrecklicheres Gesicht und Ausmaß an. Das Leiden so vieler Menschen muss uns so sehr zu Herzen gehen, dass wir Christen endlich einsehen, dass nur Gott Abhilfe schaffen kann und wir ganz zu ihm zurückkehren, indem wir selbst umkehren und somit die Umkehr der Welt von Gott erbitten. Nur die Rückkehr zu Gott und seinen Geboten kann die Menschheit retten. Die allerseligste Jungfrau und Gottesmutter Maria hat in Fatima das Rosenkranzgebet als Rettungsanker genannt: „Betet täglich den Rosenkranz und es wird Friede sein.“  Was muss noch alles geschehen, bis wir die Mahnungen endlich ernst nehmen und die Gnadenangebote des Himmels in Dankbarkeit und Liebe annehmen und Gott die gebührende Ehre geben?!
Sofie Christoph, D-86447 Aindling

Christlich?
In der Einleitung zum Schwerpunkt von VISION 2/15 meint deren Chefredakteur, „ … in Europa: Alle Länder tragen aus­schließlich die Punze ‚Christlich‘“. Aber: In der Tschechischen Republik und in den ‚Neuen Bundesländern‘ bilden Konfessionslose die große Mehrheit der Bevölkerung, daran hat ein Vierteljahrhundert seit Überwindung des atheistischen Kommunismus kaum etwas geändert. In den Nordischen Ländern, Großbritannien und Frankreich liegt der sonntägliche Gottesdienstbesuch nur bei einem Bruchteil der österreichischen zehn Prozent (immerhin stehen die Kirchen noch). In Albanien stellen Moslems 57%, im Kosovo über 50%, in Bosnien und Herzegowina 45% der Einwohner. Das ‚ausschließlich… aller Länder‘ ist also mit einem großen Fragezeichen zu versehen.
Dr. Franz Rader, A-1070 Wien
Danke für diese Ergänzungen. Die meisten Karten der Weltreligionen differenzieren allerdings nicht so genau.

Sexualerziehung
Die Trauma-Therapeutin Tabea Freitag berichtete in dem SWR-Interview vom 14.5.2014, wie sie in ihrer Tätigkeit Menschen begegnete, die im Schulunterricht "mit vielfältigen sexuellen Praktiken detailliert konfrontiert wurden". Sie hätten "darauf sehr verstört, irritiert und schambesetzt reagiert." Betroffene würden denken, sie seien "nicht normal" als vermeintlich einzige, die davon nicht wüssten. Es sei eine „Verletzung des Schamgefühls“, wenn „so explizit die verschiedensten Praktiken und Präferenzen sehr ausführlich vorgestellt würden.“ „Im Grunde ist es eine sexuelle Belästigung von Schülern, denn kein Arbeitnehmer würde das dulden, in dieser Weise von seinem Chef und von Kollegen belästigt zu werden“ (vgl. FMG-Information 112).
T. Freitag entlarvte treffend das Ziel der dekonstruktivistischen Sexualpädagogik: „Erklärtes Ziel ist die Auflösung der Geschlechterpolarität von Mann und Frau“, jeder solle „die Wahl haben, zu welchem Geschlecht er gehören will.“ Das soll „schon Grundschülern vermittelt werden, dass sie ihre eigene Identität in Frage stellen und reflektieren, ob ihr Junge- oder Mädchensein nicht nur anerzogen wurde“ (vgl. FMG-Information 112). Das ist in einigen Stichworten Gender-Erziehung, die die Bischofskonferenz Polens in ihrem Hirtenbrief vom 29.12.2013 kritisiert hat: „Eine solche Erziehung stellt nichts anderes dar als die Zerstörung der Familie.“
Hilde Bayerl, D-81241 München

Medjugorje
Bald 30 Jahre, fast so lange wie ihr göttlicher Sohn auf Erden weilte, kommt die Gottesmutter nach Medjugorje. Unfassbar, fast nicht zu glauben und doch Wirklichkeit! Welch ein Gnadenangebot des Himmels! Auch wenn’s die Kirche noch weiterhin zu prüfen hat. Mehr als dreimal war ich dort und immer wieder dankbar. Im Glauben reich bestärkt bin ich heimgekehrt – das erste Mal gleich am Anfang. Wie viele Bekehrungen und Berufungen dort „passieren“! Und die Welt lässt das kalt. Würde auf Maria mehr gehört (auch an vielen anderen Orten) und ihre Bitten erfüllt werden, wie viel Schlimmes wäre der Welt schon erspart worden.
Katharina Schwarz, E-Mail

Fürchtet euch nicht!
Zum Artikel „Der Wohlstand macht nicht sorgenfrei – im Gegenteil – 365 Mal Fürchtet auch nicht!“ (VISION 1/15): Ja, Pfarrer Dr. Johannes Holdt kann man nur zustimmen, dass der Wohlstand nicht sorgenfrei macht. Allein ein unerschütterliches Vertrauen in Gott und seine gütige Vorsehung lässt uns alles Unangenehme und Sorgenvolle ertragen und furchtlos annehmen. Aus diesem Grunde hat der hl. Papst Johannes Paul II. allen Menschen immer wieder zugerufen: “Fürchtet Euch nicht!”
Franziska Jakob, D-86508 Rehling-Allmering

Kommentare zu
Leserbriefen
Wieder einmal bitte ich Sie, mir drei Exemplare der letzten Ausgabe der VISION (2/15) zuzusenden. Besonders der Artikel aus dem Buch  Glaube, Wahrheit, Toleranz von Kardinal Ratzinger hat es in sich, aber auch die anderen diesbezüglichen Beiträge.
Bei dieser Gelegenheit möchte auch ich mich jenen Briefschreibern anschließen, die Sie um die Wiedereinführung der Kommentare zu den Leserbriefen gebeten haben. Ich war enttäuscht, als ich in der letzten VISION las, dass die Kommentare abgeschafft würden, um ein Schulmeistern der Leserbriefschreiber zu vermeiden.
Nun finde ich mich auch durch andere bestätigt. Das Schulmeistern hat die VISION ohnehin durch die gewissenhafte und respektvolle, niemals verletzende Schreibart der Kommentare vermieden. Die Klarheit Ihrer manchmal entgegengesetzten Auffassung ist aber nötig und nötig gewesen.
Herbert Albrecht, E-Mail

Ich schließe mich der Leserbriefschreiberin Frau Rosa Feuerstein vollinhaltlich an: „Richtigstellung ist wichtig.“ Danke für die guten Beiträge und für Einhaltung der katholischen Lehre.
Josef Rieß, E-Mail

Picasso über die
moderne Kunst
Langzeitarbeitslose entrümpelten auftragsgemäß ein Gebäude in Steyr und entsorgten bzw. beschädigten dabei u.a. große Teile des Lebenswerks des Künstlers Reinhold Rebhandl. Der Vizebürgermeister und Kulturreferent spricht von einem „Supergau“. Als ich mir einige der Bilder anschaute, kamen mir folgende Worte Picassos  aus einer Rede, gehalten am 2. Mai 1952, in den Sinn, die leider nur sehr selten zitiert wird:
„Seit die Kunst nicht mehr Nahrung der Besten ist, kann der Künstler sein Talent für alle Launen und Wandlungen seiner Fantasien verwenden. Alle Wege stehen einem intellektuellen Scharlatanismus offen. Das Volk findet in der Kunst weder Trost noch Erhebung. Aber die Raffinierten, die Reichen, die Nichtstuer und Effekt-Hascher suchen in ihr Neuheit, Seltsamkeit, Originalität, Verstiegenheit und Anstößigkeit.
Seit dem Kubismus, ja schon früher, habe ich selbst all diese Kritiker mit den zahllosen Scherzen zufriedengestellt, die mir einfielen, und die sie umso mehr bewunderten, je weniger sie ihnen verständlich waren. (…) Wenn ich aber allein mit mir bin, kann ich mich nicht als Künstler betrachten im großen Sinn des Wortes. Große Maler waren: Giotto, Tizian, Rembrandt, Goya. Ich bin nur ein Spaßmacher, der seine Zeit verstanden hat, und alles, was er konnte, herausgeholt hat aus der Dummheit, der Lüsternheit und Eitelkeit seiner Zeitgenossen.“
Walter Koren, E-Mail

Jesus-Erfahrungen
Es gibt solche Jesus-Erfahrungen (wie in der letzten Ausgabe von Muslimen berichtet, Anm.) auch bei Juden: Es sind bei beiden Religionen derzeit wohl nur Einzelfälle – wie z.B.: bei den Sehern in Medjugorje. Trotzdem interessante Ereignisse, die zu denken geben.
Dr. Hans Eisenhardt,

A-1220 Wien

Dann erntet man
mitleidige Blicke
Gratulation zum höchst aktuellen Schwerpunktthema Christus und andere Religionen. Sie kennen vielleicht diese plötzliche Stille, wenn man bei Gelegenheit und auch im durchaus vertrauten Kreis mit Freunden und Verwandten sagt, dass die Auferstehung Jesu von Nazareth ein entscheidender Unterschied zu anderen Religionen ist. Schließlich geht es um ein elementares Ereignis der Menschheitsgeschichte, oder?
Man bekommt erstaunte und etwas mitleidige Blicke, denn inzwischen ist Jesus zu einem der vielen Propheten und Weisheitslehrer geworden. Kann sein, dass ich als alter Depp zunehmend weniger Scheu vor christlichem Outing habe – oder es ist die Stimmung der Zeit, wer weiß. Die Auferstehung zu glauben und auch noch zu erzählen braucht deshalb so viel Chuzpe, weil es ganz und gar unserer alltäglichen Erfahrung widerspricht.
Dass ich das glauben kann, liegt ja nicht in meiner Hand. Doch die Überlegung, was dieses Geschehnis für uns Menschen und unser Verständnis der Welt impliziert, erleichtert auch die Entscheidung, dass ich das glauben will!
Ioan Kloss, E-Mail

Begegnung mit dem Vollkommenen
Würde es sich um eine menschliche Erfindung handeln, hätten wir es hier mit dem unüberbietbar größten Skandal der Menschheit zu tun; da es aber der Wahrheit entspricht, ist es erlebbar: Die Gewissheit, dass sich mir Jemand zur Speise gibt, der unendlich mehr im Dasein hält, als der Mensch je entdecken und erforschen kann, löst die „unlogische“ Reaktion des Niederkniens aus. Dieser unendlich Vollkommene ermöglicht mir diese ungleiche Begegnung durch sein zuvorkommendes Liebesgeschenk der Versöhnung in der heiligen Beichte ...
 Gebhard Blesl, E-Mail

Klare Worte sind nicht selbstverständlich
Ich kann Ihre Artikel in VISION 2000  nur unterstreichen. Modernismus und Orientierung am krankmachenden Zeitgeist zerstören die Beziehung zu Gott und zum Nächsten. P. Clemens Pilar ist mehr als kompetent auf diesem Gebiet, ein großes Danke für die klaren, leider nicht mehr selbstverständlichen Worte!
Dipl. Päd. Anna Höfler, Santiago, Chile




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