VISION 20002/2017
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Jesus – das Zentrum in meinem Leben

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Unlängst haben wir ihn in Wien getroffen: Torsten Hartung mit seiner Frau Claudia. Es dauert keine fünf Minuten, und wir sind mitten in einem Glaubensgespräch. Torsten hat etwas Prophetisches an sich, etwas Kompromissloses: Gott oder Nichts…
Niemand, der ihn so erlebt, käme auf die Idee, dass er einem Mörder gegenüber sitzt, der  14 Jahre inhaftiert war. Seine katastrophale Kindheit hatte ihn für die kriminelle Karriere prädestiniert: Lieblosigkeit, Prügel, Hass… (Siehe Portrait VISION 3/09)
Und was für eine Karriere nach einem Pakt mit dem Teufel! Er wird zum Kopf einer Bande, die gestohlene Luxusautos nach Russ­land verschiebt, schwimmt im Geld. Als einer seine Führungsrolle in Frage stellt, erschießt er ihn. Die Sache fliegt auf, er wandert hinter Gitter.
Dort begegnet ihm Jesus – der Wendepunkt in seinem Leben. Es folgt ein dorniger Weg der Umkehr, den er treu an der Hand des Herrn geht, ein Weg, auf dem ihn allerdings Gottes Wunder immer wieder bestärken. Aber das lassen Sie, liebe Leser, sich von ihm selbst erzählen…

Du musst dran Glauben. Vom Mörder zum Menschenretter. Von Torsten Hartung & Christoph Fasel. Adeo. 237 Seiten. 17,99 Euro.


Du bist Gott, dem barmherzigen Vater, im Gefängnis begegnet. Diese Begegnung hat Dein Leben total verändert. Wie hast Du Gott näher kennengelernt?
Torsten Hartung: Nun, durch einen langen leidvollen Selbsterkenntnisprozess bin ich meiner eigenen Wahrheit begegnet, meinem Opfer- und meinem Tätersein. Die Gewissheit, von den eigenen bösartigen Verhaltensformen geprägt zu sein, und die Ohnmacht, diesen nicht aus eigener Kraft entkommen zu können (zu wollen und nicht zu können) haben mich in eine sicherlich schwer nachvollziehbare Hilflosigkeit meinem Selbst gegenüber zurückgelassen. Wie ein Blinder, welcher sicher weiß, dass er sich selbst nicht zu einem Sehenden machen kann, sondern gefangen ist in seiner Blindheit.
Dann mein Rufen in die unsichtbare Wirklichkeit Gottes hinein, und Seine liebende Gnade antwortet, und Er wirkt das Sehen-Können.
Wie in jeder Beziehung bedarf ein Kennenlernen gemeinsame Zeit. So verhält es sich auch in der Beziehung zu Gott. Diese gemeinsame Zeit ist gerahmt von Orten, wo ich Gott-Vater begegnen darf, in allen Sakramenten, im Wort Gottes, der Heiligen Schrift und in besonderer Weise in der Vergegenwärtigung Gottes in der heiligen Eucharistie sowie der stillen Anbetung.

Welche Rolle hat Jesus Christus im weiteren Verlauf Deines Lebens  gespielt?
Hartung: Die zentrale Rolle! Das Leben ist ein Einüben, den Alltag in der Gegenwart Gottes zu halten mit allem Denken, Reden und Handeln. Dabei begegnet mir immer wieder mein Menschsein, meine Brüchigkeit. Dann gilt es immer wieder, sich reinigen zu lassen durch das wunderbare Beichtsakrament, aufzustehen und weiter zu gehen, denn die Richtung: Himmelreich, Ewigkeit bei Gott stimmt und ist von der Absicht, das Seine zu sein, getragen: Totus Tuus, Dein Eigentum will ich sein.

Welche Bedeutung kommt Jesus in Deinem Zeugnis zu?
Hartung: Jesus, der Christus, ist der Handelnde. Ich darf das Objekt sein, an welchem Er Seine liebende Handlung vollzieht. Deo Gratias!
Die Fragen hat CG gestellt.

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