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Wenn Europas Jugend für das Leben kämpft

Artikel drucken Zeugnis einer 20-Jährigen (Magdalena Brüderl)

Meine Familie ist seit Jahrzehnten mit dem Salzburger Lebenszentrum verbunden. Schon als kleines Baby, mit einem Jahr, nehmen mich die Eltern zur Anbetung und zur Hl. Messe dort mit. Beim Abendgebet beten wir zuhause täglich: „Jesus, Maria, Josef, ich liebe euch, ich bitte euch, rettet das Leben eines Kindes, das in Gefahr ist, abgetrieben zu werden.“ Ich wachse mit dem Thema Abtreibung auf, bin aber so jung, dass ich eigentlich nichts davon verstehe…
2009 gehen wir zur Lichterkette der „Jugend für das Leben“. Wir stehen auf der einen Straßenseite vor dem LKH, auf der anderen Seite sind Leute, schreiend, dunkel gekleidet. Mit meinen 9 Jahren erklärt mir meine Mutter: „Das sind Gegendemonstranten, die wollen nicht, dass wir für das Leben einstehen…“ Ich erinnere mich genau, ich denke mir: „Hä? Warum das? Ihre Mama hätte sie auch abtreiben können, dann wären sie jetzt nicht auf der Welt. Sie sollen froh sein zu leben! Ich versteh das nicht…!?“
Es dauert noch einige Jährchen, bis meine kindlichen Gedanken die reale Welt begreifen. 2016 werde ich Mitglied der Jugend für das Leben. 2017 melde ich mich für die Pro Life Tour an, von Graz nach Wien.
In Graz angekommen, geht das Programm voll los: Vorbereitungstage, Auftaktveranstaltung, Infostand, Vortrag. Das Programm ist extrem dicht getaktet. Dazwischen Gemeinschaft, Wasserschlachten und Kontakte knüpfen. Wirklich: Es waren die besten zwei Wochen meines Sommers!
Die zwei Wochen haben mich bis ins Innerste meines Herzens geprägt. Jetzt weiß ich, wie wichtig es ist, für die ungeborenen Kinder zu kämpfen! Ab jetzt komme ich regelmäßig zu den Veranstaltungen der Jugend für das Leben, fahre quer durch Österreich. Ich werde in der Salzburger Gruppe aktiv…
2018 werde ich gefragt, ob ich die Gruppenleitung übernehmen kann. Ich? Anfangs bin ich nicht begeistert, doch ich stimme zu. Eine Riesen-Herausforderung für meine 18 Jahre. Doch ich bekomme Unterstützung! Ab jetzt passiert ziemlich viel! So viel, dass ich unmöglich alles hier schreiben könnte. Wir veranstalten Infostände, machen Muttertags-Aktionen, Märsche fürs Leben, einige von unserer Gruppe machen Schuleinsätze und erreichen hunderte junge Schüler…
2019 passiert etwas Besonderes: Die Initiative „ProLife Europe“ wird gegründet. Ziel sind Studentengruppen in ganz Europa. Weil auch bei uns einige Studenten dabei sind, werden wir gefragt, ob wir uns anschließen wollen. Gerne! Unsere kleine Salzburger Gruppe erhält jetzt eine tolle „Corporate Identity“, ein eigenes Logo, mit dem wir online aktiv werden können!
Unsere Aktivitäten schwei­ßen uns zusammen. Wir gehen gemeinsam durch Höhen und Tiefen. Vergangenes Jahr trifft uns ein tiefer Einschnitt: Corona macht alle geplanten Veranstaltungen zunichte. Wir kämpfen, telefonieren mit dem Gesundheitsministerium, aber spätestens mit dem harten Lockdown im März war dann klar: Wir müssen alles Geplante absagen… Ein großer Rückschlag und eine Demotivation für unsere Gruppe.
Die Arbeit wird zäher, aber wir machen weiter: Wir organisieren einen Online-Marsch fürs Leben auf Instagram, helfen bei einer Plakataktionen in der Linzer Innenstadt mit, wir nehmen bei einer europaweiten Online-Aktion von Pro-Life Europe teil und sammeln Geld für Schwangere in Not im Rahmen der Aktion „Kerze für ungeborene Kinder“ von der österreichischen Bischofskonferenz.
Ein Highlight war unsere Filmvorführung Unplanned – was sie sah, änderte alles. Bei der Vorführung, 35 Leute sind da, ich, so nervös wie noch nie in meinem Leben. Man merkte die angespannte Atmosphäre im Raum. Ich sah offene Münder der Zuschauer, manche mussten ganz wegschauen. Letztlich waren alle überwältigt und ergriffen vom Film und der Botschaft: Ungeborenes Leben muss geschützt werden!
Die Arbeit kostet viel Kraft. Es braucht Mut! Man erfährt viel Ablehnung, wenn Passanten auf der Straße den Kopf schütteln oder abblocken. Aber ich weiß, warum ich das mache: Für unsere Kleinsten, die keine Stimme haben. Ich will für sie einstehen!
Die letzten Jahre haben meine Person stark geprägt. Ich freue mich schon, wenn Corona abklingt, wir wieder nach draußen können und unsere Stimme mit alter Stärke erheben können.
Und manchmal frage ich mich, vielleicht war unser tägliches Gebet der Grund, weshalb mich der Herr diesen Weg geführt hat? ‚Jesus, Maria, Josef, ich liebe euch, ich bitte euch, rettet das Leben eines Kindes, das in Gefahr ist, abgetrieben zu werden.‘ Ich bete es noch heute.“






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