VISION 20004/1999
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Wir sollten öfters lachen!

Artikel drucken (Jürgen Benisch)

Eine Binsenweisheit! Und trotzdem oft so schwer ins Leben umzusetzen. Eigenartig ist es schon ein wenig: Menschen, die uns lachend begegnet sind, bleiben viel länger in unserem Gedächtnis haften als Griesgrämige, Grantler, Spiel- und Launeverderber. Lachende, frohgestimmte Menschen beeindrucken uns mehr. Und sie leben ja auch länger, wie Ärzte immer wieder feststellen.

Selbst in Apotheker-Zeitschriften wird das Lachen als die billigste Medizin anempfohlen. "Jeden Tag mindestens einmal kräftig gelacht", so lautet dementsprechend das ärztliche Heilrezept. Wir wissen von Jesus aus der Bibel, daß er öfters geweint hat. So zum Beispiel beim Anblick Seines eben verstorbenen Freundes Lazarus. Aber hat der Sohn Gottes auch gelacht? Ganz sicher! Die gesamte Botschaft des Evangeliums ist ja eine große Freudenbotschaft. So wie Jesus mit den Menschen liebevoll und zart umgegangen ist, so wie Er vom Vater, diesem überaus zärtlichen und barmherzigen Gott geredet hat, so dürften wir Christen nichts anderes empfinden als viel, viel Freude, Frohsinn im Herzen.

Doch selbst die ersten Jünger taten sich schwer mit der Freude. Die Apostel mußten sich die Frage des Auferstandenen gefallen lassen: Warum eure Trauer? Sie ist doch nicht berechtigt. In Jesu Auferstehung sind doch alle Ängste und Befürchtungen (vor einer dunklen Zukunft) überwunden.

Ehrlich gesagt: Mir persönlich wird in der heutigen Welt zu viel gejammert und weinerlich geklagt. Viele Schreckensbilder und -botschaften sind natürlich schlimm, weil sie furchtbares Elend auf dieser Erde verkörpern. Doch nicht alles ist "nur zum Weinen". Vieles ist auch zum Lachen - wortwörtlich.

In früheren Zeiten kannte die Kirche den Brauch des "Osterlachens": Beim Ostergottesdienst hatte der Prediger die Menschen zum Lachen zu bringen, als Zeichen christlicher Freude und Hoffnung. Dieser wunderschöne Christenbrauch kommt wieder mehr in Mode.

Die Kirche ist wirklich manchmal viel zu ernst. Gerade wir Christen sind eingeladen, Fröhlichkeit, Frohsinn und Lachen zu verbreiten. So wirkt unser Glaube ansteckend!

Jürgen Benisch

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