VISION 20005/1999
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Einleitung

Artikel drucken (Christof Gaspari)

Wir stehen mitten im dramatischen Ringen zweier Gesellschaftsentwürfe: der Kultur des Lebens und der Kultur des Todes. Einige Ereignisse in jüngster Vergangenheit zeigen, daß letztere auf dem Vormarsch ist: In mehreren Ländern wird das Kindertötungsmittel Mifegyne zugelassen, in Frankreich sollen Jugendliche ohne Zustimmung, ja ohne Information der Eltern abtreiben dürfen, in Holland soll schon Jugendlichen Sterbehilfe geleistet werden dürfen... Was noch vor zehn oder 20 Jahren undenkbar war, wird salonfähig: Abtreibung als Rechtsanspruch, ungeborene Kinder als Rohmaterial für Forschung und Medizin, das Klonen, der Anspruch auf Nachwuchs ohne Behinderung.

Unbemerkt gewöhnt man sich an all das Schreckliche, langsam zwar, aber dennoch. Die Hilflosigkeit gegen die scheinbare Übermacht des Zeitgeistes lähmt geradezu, verleitet zur Resignation. "Ja, da kan' ma' nix moch'n", ist der gelernte Österreicher geneigt zu denken.

Genau davor müssen wir uns schützen. In zweifacher Weise: Indem die Wahrheit gesagt, die Unmenschlichkeit beim Namen genannt und die Lüge, die alle umgarnt und in Verwirrung stürzt, entlarvt wird. Diesen Dienst sind wir unseren Mitmenschen schuldig, damit das Unrecht nicht zur selbstverständlichen Norm wird.

Diese Klarstellung darf aber nicht lieblos geschehen. Sie muß berücksichtigen, daß schon Millionen in diese Falle des Bösen getappt sind und zum Teil furchtbar darunter leiden. Der Bedarf an Heilung ist enorm. Den vielen verletzten Menschen den Weg zur Heilung zu eröffnen, ist für die Kirche, für uns Christen, die große Herausforderung unserer Tage. Beiden Anliegen will der folgende Schwerpunkt dienen.

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