VISION 20005/1999
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Es gilt, die Mütter zu retten

Artikel drucken Erfahrungen nach Jahrzehnten des Einsatzes vor Abtreibungskliniken (Msgr. Philip Reilly)

Es genügt nicht, das leibliche Leben der Babys zu retten. Wir müssen auch für die Erlösung der Seelen und um die Bekehrung derer beten, welche die Frau zur Abtreibung drängen. Für die Ehemänner oder Freunde, für ihre Eltern und auch für das betroffene Personal und die Ärzte.

Wir sprechen die Mütter nicht nur vor der Abtreibung an, wir erwarten sie auch nach der Abtreibung. Jesus liebt sie und will sie retten. Gott wendet sich nie von uns ab. Er liebt uns mit ewiger Liebe. Er kam zur Erde, um alle zu retten.

In Amerika gibt es 40 Millionen Abtreibungen. Diese Kinder sind unschuldig. Es ist falsch, ihren Leib zu töten, doch die 40 Millionen der getöteten, ungeborenen Kinder sind mit Gott vereint. Wer aber besitzt die 80 Millionen Seelen derer, welche die Kinder zu Tode bringen, welches moralische und geistige Übel kommt über sie? Ihre ewige Erlösung ist in Gefahr. Was sie tun, zerstört nicht nur das Leben der Kinder, sondern auch ihre menschlichen Beziehungen, das Verhältnis zwischen Mann und Frau, die Beziehung zwischen den Eltern und den anderen Kindern und ihre Beziehung zu Gott.

Man sagt ihnen: "Sie haben ein Recht, ihr Kind abzutreiben, was Sie machen, ist richtig." Sobald aber der Mutterschoß leer ist, ist Kopf und Herz voller Schmerzen, dann werden die Frauen von allen Leuten verlassen und können mit niemandem über diesen Schmerz sprechen. Es ist so wichtig, der Mutter nach der Abtreibung beizustehen, ihr wieder Hoffnung zu geben, über die Barmherzigkeit Gottes zu reden und sie zu Gott zurück zu führen. Nach der Abtreibung wird ihr Selbstwertgefühl so gering, daß sie nicht mehr glaubt, von Gott geliebt zu sein.

Es gibt Menschen, die in der Abtreibungsindustrie arbeiten: Ich versichere Ihnen, niemand der dort arbeitet, wird nicht irgendwann einmal erkennen, daß das, was er tut, falsch ist. Wenn dies geschieht, so ist es für ihn die reinste Hölle. Es ist totale Finsternis und Hoffnungslosigkeit. Manch einer der Ärzte verschwand einfach und nahm sich das Leben.

Wenn die Menschen außerhalb der Klinik drohen und sagen, sie würden in die Hölle kommen, wenn sie Kinder abtreiben, und auf sie als Feinde schauen, dann werden sie dieses Gefühl, das ihnen entgegenschlägt, spüren. An wen können sie sich aber wenden, wenn sie zu der Erkenntnis kommen, daß ihr Tun falsch ist? An die Menschen in der Klinik? An ihre Mitarbeiter? Oder an die Leute draußen, die sie hassen?

Stehen wir aber mit dem Geist und dem Herzen Jesu vor der Klinik, so sind wir nicht gegen sie eingestellt. Wir stehen hier aus Liebe. Diese innere Haltung ist spürbar. Wenn die Klinikarbeiter an uns vorbei zur Klinik gehen, so sagen wir ihnen niemals etwas Böses. Wenn man zu ihnen sehr freundlich ist, dann stört das ihr Gewissen.

Wir sind eine Quelle des Lebens für sie und bringen Liebe und Vergebung. Wenn sich endlich innerhalb dieser dunklen Klinik die Bekehrung ereignet, sehen sie Licht am Ende des Tunnels und das sind wir. Dort können sie hingehen, werden umarmt und angenommen in die Familie des Lebens. Unsere Einstellung vor der Abtreibungsklinik sollte die des Vaters zum verlorenen Sohn sein. Wir beten um Bekehrung, wir laufen ihnen entgegen.

Wenn die Frau nach der Abtreibung herauskommt, gehe ich freundlich auf sie zu und sage: "Darf ich Ihnen, Mutter, als Geschenk einen Rosenkranz geben?" Ich sage "Mutter, wenn Sie beten, werden sie nie hierher zurückkehren, wenn Sie aber nicht beten, werden Sie wieder kommen. Ich weiß, daß sie nie wieder zurückkehren möchten."

Ich erzähle von der Barmherzigkeit Gottes, daß Gott alles vergibt, wenn wir es von Herzen bereuen. Ich frage sie nach Gott in ihrem Leben.

Wenn wir unsere ganze menschliche Schwäche verstehen, wissen wir, daß wir die Erlösung Gottes brauchen. Die Abtreibungsindustrie arbeitet mit der Annahme, daß die Frauen erneut abtreiben werden. In jeder größeren Stadt kommen 50 Prozent der Frauen nach einer Abtreibung wieder. Erreicht man das Herz einer Mutter nach der Abtreibung, so erreicht man oft die Rettung des nächsten Babys.

Will man Kinder retten, so muß man auch die Mütter retten.

Msgr. Philip Reilly gründete 1989 die Organisation "Helfer von Gottes kostbaren Kindern". Durch ihr Wirken wurden schon viele Abtreibungskliniken geschlossen und Zigtausende Kinder gerettet. Sein Portrait erschien in VISION 4/98

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