VISION 20001/2006
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Einleitung

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Eine Reihe von Ereignissen hat uns dazu veranlaßt, das Thema Islam aufzugreifen. Da war zunächst die Islam-Konferenz Mitte November in Wien, an der höchste politische Vertreter teilnahmen. Sie war von Beteuerungen gegenseitigen Wohlwollens geprägt. Dann gab es Anfang November die schweren Unruhen in den französischen Städten: 9.000 brennende Fahrzeuge, Anschläge auf Schulen und Kirchen, ausgelöst durch die in Frankreich weitgehend mißlungene Integration von muslimischen Einwanderern. Zu all dem kommen die fast schon alltäglichen Meldungen von islamistischen Terroranschlägen und die vielen Fragen, die der vorgesehene EU-Beitritt der Türkei aufwirft.

Da heute 14 Millionen Moslems in der EU leben, wird der Umgang mit dem Islam zu einer der für die Zukunft entscheidenden Fragen. In den meisten Medien wird dieses Thema aus rein weltlicher Sicht beleuchtet. Das führt dazu, daß die Meinungen zwischen Panikmache und blauäugigem Optimismus schwanken. Oft wird versucht, das Aufkommen von Ängsten zu verhindern: Man gaukelt Harmonie vor, die ernsthafter Betrachtung nicht standhält. Oder es wird auf dem Klavier der Emotionalisierung gegen die muslimischen Mitbürger gespielt, wie es die Propaganda der FPÖ anläßlich der letzten Wahl in Wien getan hat.

Wir wählen bewußt einen anderen Ansatz und gehen der Frage nach, welche Herausforderung der Islam für uns Christen bedeutet. Dabei wird folgendes deutlich: Es ist an der Zeit, sich ein realitätsnahes Bild des Islam zu machen - auch dessen Schattenseiten in den Blick zu nehmen. Als Christen können wir dies im Vertrauen darauf tun, daß Jesus Christus, der jeden Menschen liebt, uns den Blick für die Liebenswürdigkeit unserer muslimischen Mitbürger und für deren Erlösungsbedürftigkeit offenhalten wird.

Christof Gaspari

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