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Neue Generation junger Gläubiger

Artikel drucken Was im bayrischen Chiemgau entstand (Bärbel & Josef Weidmann)

Es müssen nicht unbedingt „Events“, große Treffen, sein, die Jugendlichen einen Weg zum Glauben eröffnen. Wenn gläubige Eltern die Initiative ergreifen,  engagierte Priester sich einbringen, kann die Begeisterungsfähigkeit der Jugend auch heute auf Wege des Glaubens gelenkt werden, wie das folgende Zeugnis zeigt:

Woher kommt diese Jugend, fragen sich viele Pfarrangehörige, wo Gottesdienste mit einer begeisterten Lobpreis-Band und Glaubensfreude von über 100 Jugendlichen gefeiert werden? Wie haben Sie überlebt angesichts von nicht mehr überzeugendem Religionsunterricht und permanent kirchenkritischem Medienecho? In persönlichen Gesprächen suchen sie Kontakt zu den Familien, geben Zeugnis von ihrem Glauben und werben für ihr Ausbildungsprogramm und den neuen Aufbruch in der Kirche.
Schnell wird klar: Hier ist der Generalverdacht der Sekte, der diesen begeisterten jungen Gläubigen allerorts entgegen gebracht wird, nicht gegeben. Hier sind gesunde, selbstbewusste, aktive junge Katholiken in einer starken und offenen Gemeinschaft unterwegs. Doch was hat sie geformt und was sind die Konzepte dieses „Apostolates der Jugend für die Jugend“, welche das Reich Gottes in den Herzen der Menschen wieder erfolgreich aufbaut?
Statistiken belegen, dass nur mehr in 3% der Familien regelmäßig gebetet wird, und die Firmung wird mancherorts als das große Abschiedsfest von der Kirche bezeichnet. Tradition scheint keine Stütze mehr zu sein. Immer häufiger lösen sich Pfarrgruppen wie die Landjugend auf.
 Das Konzept, gemeinsam die Freizeit zu gestalten und die Freude an der dörflichen Jugendgemeinschaft zu fördern, wurde längst von anderen Vereinen kopiert. Vielerorts wurden von Kommunen „Jugendzentren“ mit bezahlten Sozialpädagogen eingerichtet, deren  „Bespaßung“ der Jugendlichen oft attraktiver als Bibelarbeit und Sozialengagement scheint.
Hubert Zeltsperger ist 51 Jahre alt, erfolgreicher selbständiger Wirtschaftsberater und zudem in Teilzeit Verwaltungsleiter eines Pfarrverbandes mit 7.000 Seelen. Seit über sieben Jahren leitet er das Ausbildungsprogramm „GetStrong“ für Jungs zwischen 10 und 18 Jahren im Chiemgau. Als Oberministrant, Landjugendführer und Organisator der Sternsingeraktion hat er drei Jahrzehnte Erfahrung in der pfarrlichen Jugendarbeit. Damals hat er gegen die „Politisierung“ der katholischen Jugendarbeit und die Vernachlässigung der Christusbeziehung gekämpft. Schließlich trat er der Bewegung „Regnum Christi“ bei und suchte mit seiner Erfahrung und der Sorge als Vater von drei Söhnen und einer Tochter mit seiner Gemeinschaft nach einem Modell für eine moderne, zeitgemäße und attraktive Jugendarbeit. Und es machte Spaß, gemeinsam mit Patres der „Legionäre Christi“ an sechs Wochenenden im Jahr starke Jungs zu formen. Dann wächst auch das Bewusstsein, dass man als junger Kirchgänger scheinbar in der Minderheit, aber nicht der Außenseiter, sondern die positive Ausnahme und Vorbild für andere ist.
Dabei gibt es vier Kernelemente: Attraktive Outdoor- und Sportaktivitäten, eine fröhliche integrierende und offene Gemeinschaft mit echten Freundschaften, drei bis vier Vorträge und ein spirituelles Leben mit zwei Jugendmessen, einer Abendanbetung, Morgenlob und Beichtgelegenheit sowie auf Wunsch persönliche Gespräche.
Die Vortragsthemen sind hoch aktuell und befassen sich mit Ausbildung, Beruf und Karriere, dem gekonnten Umgang mit Medien, der Vorbereitung auf die Schönheit der Partnerschaft und mit der Motivation zu Sozialengagement.
Mit 10 Jungs beginnend umfasst die Gruppe im Chiemgau nunmehr etwa 80 Burschen und mehr als 20 inzwischen volljährige junge Erwachsene, die sich im Leitungsteam einbringen. Schon lange hat die Jugend selbst das Zepter in der Hand und in regelmäßigen Teamrunden werden laufend neue Themen erarbeitet und Events geplant. Seither sind auch in Wels in Österreich, dem Allgäu, in Regensburg, Würzburg und Stuttgart GetStrong-Gruppen entstanden.
Während es bei „GetStrong“ um die Formung zu starken Männern mit enormer Zuversicht geht, beschäftigen sich die Mädchengruppen „Looking Good (LGIO)“ damit, die eigene Schönheit auch innerlich zu entdecken. Neben einem attraktiven modernen Erscheinungsbild und ihrer Ausstrahlung sind Aktivitäten und Charakterschule wichtige Elemente der Ausbildung. Dabei behalten Sie auch die Perspektive einer Familie für ihr Leben im Blick. Aber auch sie lassen es sich nicht nehmen, mit ihren Gruppen Kick-Boxen, ins Fitness-Studio oder in den Hochseil-Klettergarten zu gehen.
Zu den Lieblingsaktivitäten bei den Burschen gehören hingegen Rugby, American Football, Wildwasser-Rafting… „Was heißt authentisch Leben?“, „Wie treffe ich schnell und sicher gute Entscheidungen?“, „Die Kraft des Warum“, „Die beste Version von Dir“, „Die wahre Macht ist Dienen“, „Bier, Wein und Zigarre“ aber auch „Die Gefahren der Pornographie“ usw. sind nur einige Beispiele aus den mittlerweile über 100 Vortragsthemen. Inzwischen werden immer mehr Veranstaltungen unter dem Motto „United“ mit hunderten Jungs und Ladies aus ganz Bayern gemeinsam durchgeführt.
Über verschiedene Medien sind sie auch mit anderen vernetzt und laden so viele Gleichartige zu coolen Events von christlichen Jugendbewegungen ein. Sylvester-Tanzparty mit vorhergehendem Worship, Sunday Rising, Jugend-Impulsabende sind nur einige Beispiele dieser permanent wachsenden Angebote, die durch viele kleine lokale Jugendgebetskreise zudem gestärkt werden, denn die Jugend weiß: „Unsere Mission wird nur so stark wie unser Gebet sein“. Dazu sind wir alle unterstützend eingeladen, denn Gebet und Freunde im Glauben sind der Treibstoff für jeden Aufbruch.

Auf www.get-strong.org sowie www.lgio.org. sind Nachberichte sowie Kontaktadressen zu finden. Dort sind  auch Anmeldungen zu den zahlreichen Veranstaltungen möglich.

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