VISION 20002/2019
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Wir haben uns im Internet gefunden

Artikel drucken Über das Heiratsportal kathTreff

Sieht man sich unsere Gesellschaft an, muss man sich ein­gestehen: Christliche Werte sind nicht im Vormarsch. Das heißt im Umkehrschluss: „Wenn Dir diese Werte wichtig sind, wird der Aus­wahlprozess des Ehe­partners nicht einfacher. Doch da bietet das Internet gute Mög­lich­kei­ten“, meinen Markus und Katha­rina, die sich auf kathTreff fan­den und mit ihren beiden kleinen Kindern in der Steiermark leben.

Wie seid Ihr auf die Idee gekommen, im Internet bzw. im kathTreff auf die Suche zu gehen?
Markus: Bei mir war das eine relativ späte Grundsatzentscheidung mit erst ca. 31 Jahren. Was möchte ich vom Leben, wie stelle ich mir den weiteren Lebenslauf in einer Beziehung vor? Und da war sie, die Sehnsucht, mit einem gläubigen Partner eine Familie zu gründen. Ich hatte das große Glück in einer vom Glauben geprägten Familie aufzuwachsen. Meine Eltern waren der Fels in der Brandung, wenn ich stürmische Zeiten durchlebte. Dafür gehört ihnen heute noch ein Orden verliehen. Sie haben mir gezeigt, wie ihnen der Glaube hilft in ihrer Partnerschaft respektvoll, liebevoll und demütig vor Gott miteinander umzugehen. Wenn du als Kind etwas schön und wertvoll findest, möchtest du es auch haben. Daher war mir klar: meine Partnerin muss katholische Werte teilen.
Katharina: Ich wuchs in einer Großfamilie auf. Mein Vater ist Religionslehrer und Diakon, meine Mutter Chorleiterin. Sie waren sehr aktiv in der Pfarre und pflegten die Beziehung zu Gott. In meiner Beziehung vor Markus verlor ich diese Dimension komplett aus den Augen und merkte, wie sehr es mir fehlte, einen Partner an meiner Seite zu haben, der das Leben mit Gott führen wollte. Ich hatte schon von kathTreff gehört, und meine Taufpatin motivierte mich dazu, dort meinen Mann fürs Leben zu suchen!

Hattet Ihr im Umfeld Vorurteile zu überwinden, als Ihr erzähltet, wie Ihr Euch gefunden habt? Wie waren die Reaktionen?
Markus: Ich hatte selbst ein Vorurteil, und das hatte ich mit mir auszumachen. Ich bin ein Mensch, der zwischenmenschliche Angelegenheiten persönlich unter vier Augen regelt. Vom Typ her also eher konservativ, wobei der Weg über ein Online-Portal dann doch das Gegenteil einer klassischen Partnersuche darstellt. Auf Fragen im Freundeskreis, wie wir uns denn kennen gelernt hätten, hat die Antwort „Im Internet“ zwar keine Begeisterungsstürme ausge­löst. Ich habe aber auch keine abwertenden Reaktionen erhalten.  Als ich meinen Eltern erzählte, dass ich eine Frau im Internet kennengelernt habe, waren sie im ersten Moment etwas skeptisch. Spätestens, als ich Katharina das erste Mal zu Hause vorgestellt habe, waren diese Zweifel verflogen.

Welche Vor- und Nachteile seht Ihr für die Ehepartnersuche im Netz?
Markus: Als Vorteil würden wir ganz klar das anonyme „Abstecken“ der Kriterien sehen, die einem wichtig sind. Es beginnt schon beim Eingrenzen des Alters, des Wohnortes oder bei der möglichen Auswahl durch die Profilfotos. Auch wenn man gläubig ist, ist die Magie der Anziehung nicht zu unterschätzen. Mein Partner soll mir ja auch äußerlich gefallen. Gibt’s nach dem ersten Treffen keine Schmetterlinge im Bauch, sollte man überlegen, ob man die Beziehung vertiefen will. Auch von der Vorliebe der Musikrichtung kann man einiges ableiten. Hätte Katharina angegeben, dass ihr Musikstil in Richtung AC/DC, Metallica etc. geht, huh – das wäre dann eine „schware Partie“ geworden.

Seid Ihr der Meinung, dass dieser Weg auch für junge Singles (wie Ihr es wart) sinnvoll ist?
Katharina: Warum nicht? Wenn im Freundeskreis kein potentieller Partner dabei ist, bietet er eine schöne Möglichkeit. An kathTreff hat uns gefallen, dass es eine katholische Plattform ist. Das bedeutet auch praktisch, dass es ehrlicher zugeht und wohl keine Fake-Profile geben wird.

Welche Rolle hat der Glaube bei der „Auswahl“ des anderen gespielt? Kann man das im Profil oder per mail überhaupt „aussortieren“?
Katharina: Soweit wir uns erinnern können, gibt es zum Glaubensleben viele Angaben in den einzelnen Profilen. Und daraus kann man doch einiges ableiten. Lieblingsheiliger, Lieblingsgebet, ist einem die Sonntagsmesse wichtig? etc. Wenn jemand bei Lieblingsheiligen und Lieblingsgebet nichts ausfüllt und bei der Sonntagsmesse angibt, er besuche sie hin und wieder mal – da kann man doch einiges ableiten.

Wie sehr hat Euer Glaube die Zeit vor der Hochzeit bzw. die Verlobungszeit beeinflusst?
Markus: Wir verlobten uns nach 6 Monaten und schlossen ein Jahr später den Bund fürs Leben. In dieser Zeit lernten wir uns immer besser kennen und lieben. Es war eine magische Zeit, wir fühlten uns angekommen und vor allem angenommen, so wie man ist und sich das Leben vorstellt. Wir sahen uns oft nur am Wochenende. Das war nicht immer leicht, aber wir fühlten uns im Gebet und im Gespräch immer getragen. Noch heute hilft uns in schwierigen Zeiten der ehrliche Austausch.

Habt Ihr einen Ratschlag für Singles, die ungeduldig oder hoffnungslos geworden sind?
Katharina: Tipp 1: Beten, Tipp 2: Beten, Tipp 3: Beten; Klingt einfach, ist es aber auch! Und man kann im Gebet ruhig zu Gott sagen, wie man sich den Partner vorstellt. Gott kennt dich und weiß was gut für dich ist. Melde dich an, geh freudig mit deinen Erwartungen um. Du kannst nichts verlieren. Und sollte dein Partner fürs Leben dort vielleicht nicht zu finden sein, triffst du Freunde fürs Leben.

Was sollten die Vision2000-Leser noch über Eure junge katholische Familie wissen?
Markus: Wir sind eine junge, dynamische, hoffnungsvolle und gläubige Familie, die daran Freude hat, mit Gott durchs Leben zu gehen. Er ist die Wahrheit, Er ist unser Heil, unsere Hoffnung. Unser Lieblingszitat stammt vom heiligen Benedikt: Mit unseren Händen, aber mit Deiner Kraft.
Katharina: Es war eine Fügung Gottes, dass wir uns auf kathTreff angemeldet haben. Ob wir uns ansonsten gefunden hätten? Schwer zu beantworten.
Beide: Wenn Leser nach Lektüre dieses Interviews meinen sollten, bei uns scheint alles perfekt zu sein: Nein! Wir fallen oft, aber stehen immer auf und versuchen nicht den Blick auf den Herrn zu verlieren!


Infos über kathTreff
Das vor 14 Jahren gegründete „Heiratsportal“ kathTreff.org steht heute in neun untereinander vernetzten Sprachfamilien als Plattform zur Verfügung. Inzwischen haben dort weit über 1000 Singles ihren Ehepartner gefunden.
Um Singles auch geistlich und menschlich zu unterstützen, betreibt kathTreff einen Blog mit konkreten Tipps zur Lebensgestaltung.   Auch Hinweise auf Single-Tagungen, Reisen und andere Veranstaltungen sowie Bücher für katholische Singles kann man auf:
www.kathtreff.org finden.

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