VISION 20003/2004
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Einleitung

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Vor einigen Wochen hat sich die deutsche Wochenzeitung Die Zeitausführlich mit dem Massenphänomen Depression auseinandergesetzt (siehe S. 26). Europaweit seien 33,4 Millionen Menschen betroffen, hieß es in dem Beitrag. Welch unvorstellbares Leiden, nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für deren Umgebung.

Ist es nicht erstaunlich, daß eine Gesellschaft, die seit 60 Jahren im Frieden, materiell im Überfluß lebt und über persönliche Freiräume verfügt wie kaum eine Generation zuvor, sich so schwertut, die Früchte dieser an sich erstrebenswerten Rahmenbedingungen zu genießen?

Stattdessen prägen Hektik, Streß und Überforderung den beruflichen Alltag einer steigenden Zahl von Mitbürgern. Sorge um die Zukunft, Ungeborgenheit infolge zerbrochener Ehen, Angst vor Vereinsamung belasten immer mehr Zeitgenossen. Dazu kommt eine Reizüberflutung, die es schwermacht, innerlich zur Ruhe zu kommen. All das zehrt an der Substanz, baut die psychische Widerstandskraft ab. Dann genügen oft kleine Pannen, um die destabilisierten Menschen psychisch aus der Bahn zu werfen. Auch Christen bleiben von solchen Entwicklungen nicht verschont. Sich das einzugestehen ist keine Schande.

Aber was dann? Wohin wendet man sich? Dieser Frage sind wir im folgenden Dossier nachgegangen. Ganz wichtig ist jedenfalls das Gespräch: mit Gott, dem geistlichen Begleiter, dem Beichtvater, dem Psychotherapeuten - natürlich auch mit Vertrauten, Freunden und Verwandten. Wer in welcher Situation am besten helfen kann und wie er das am besten tut, dem sind wir nachgegangen. Wir hoffen, daß nicht nur Ratsuchende, sondern auch alle, die um Rat gebeten werden, auf den folgenden Seiten hilfreiche Anregungen finden werden.

Christof Gaspari

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