VISION 20003/2004
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Als Maria die Indios bekehrte

Artikel drucken Das Wunder von Guadalupe

Mexiko, 9. Dezember 1531. Zehn Jahre sind seit der Ankunft der Spanier unter Hernando Cortez vergangen. Zehn Jahre des blutigen Kampfes mit den Ureinwohnern, die schließlich zur Eroberung des Aztekenreiches führen. Die Azteken sind es gewohnt, ihren Göttern grausame, blutige Menschenopfer darzubringen. In dem ungleichen Kampf mit den Spaniern lassen einige hunderttausend Azteken und verwandte Völker ihr Leben, Epidemien raffen die Menschen dahin. Die Franziskaner, die den Eroberern gefolgt sind, versuchen relativ erfolglos den Ureinwohnern das Christentum zu vermitteln. Hoffnungslosigkeit und Schrecken breiten sich im ganzen Land aus.

Doch an diesem 9. Dezember 1531 passiert etwas völlig Unerwartetes. Der Indio Juan Diego, ein 25jähriger Witwer, der bereits den neuen Glauben der Spanier angenommen hat, sieht auf einem Hügel am Rande der heutigen Hauptstadt Mexikos die Muttergottes. Sie nennt ihn liebevoll “kleiner Juan, Juanitzin! Diegonitzin!" Der Dialog des Juan Diego mit der “Morenita" ist als eigenes Werk in der Sprache der Nahua-Indianer festgehalten. Der Text gilt als die Geburtsurkunde des neuen Mexikos.

Die Muttergottes bezeichnet sich als “Mutter aller Menschen" und gibt dem Seher den Auftrag, eine Kapelle bauen zu lassen. Um dem Ortsbischof einen Beweis für die Echtheit zu erbringen, schenkt Maria bei der Begegnung Juan Diegos mit dem Bischof ein Bild ihrer selbst auf seinem Poncho.

In diesem Bild zeigt sie sich als junges Mädchen mit einem Mantel aus Sternen. In ihm steckt eine tiefe Symbolik, die die Azteken verstehen. Innerhalb weniger Jahre bekehren sich Millionen Ureinwohner auf dem südamerikanischen Kontinent und wenden sich dem Christentum zu. Die “Morenita" hat selbst die Initiative ergriffen, um ihren Kindern den neuen Glauben zu bringen.

Der Autor Paul Badde, Redakteur der Zeitung “Die Welt" hat sich auf die Spuren dieser unglaublichen Geschichte begeben und ist dabei selber ein “Staunender" geworden. Er erklärt detailgetreu die vielen kleinen Wunder und rätselhaften Entdeckungen, die sich in diesem Bild versteckt halten. Neben dem Grabtuch von Turin kann das Bild wohl als die bedeutendste Ikone der Christenheit bezeichnet werden. Die Muttergottes wird in Guadalupe, dem heute größten Wallfahrtsort der Welt, jährlich von 20 Millionen Menschen besucht und verehrt.

Badde gelingt es, den Leser auf eine spannende Reise mitzunehmen, von den Geschehnissen in Mexiko, über das Land der Konquistadoren, Spanien, ins Land Palästina, in dem Maria lebte. Er berichtet, wie das Bild dem christlichen Abendland in der Seeschlacht von Lepanto wunderbare Rettung brachte. Als Journalist und Historiker, aber mehr noch als Glaubender erzählt er diese phantastische Geschichte. Der Leser spürt, wie sehr diese Geschichte den Autor fesselt.

So ist aus diesem Buch nicht nur eine Reportage geworden, sondern die bildreiche Verkündigung eines Wunders, von dem viele Europäer noch niemals gehört haben. Badde zeigt auch in faszinierender Weise, wie Papst Johannes Paul II. sein Leben und Werk unter dieses wundersame Bildnis gestellt hat. “Maria von Guadalupe" ist nicht nur ein Buch für Marienverehrer, sondern eines, das in jedem Gläubigen das Staunen über die Wundertaten Gottes und neu Glaube, Hoffnung und Liebe wachsen lassen kann.

Christoph Hurnaus

Paul Badde. Maria von Guadalupe. Wie das Erscheinen der Jungfrau Weltgeschichte schrieb. Ullstein Verlag, 255 Seiten, Euro 20,-

Diese und andere Bücher können bezogen werden bei: Christoph Hurnaus, Waltherstr. 21, 4020 Linz, Tel/Fax: 0732 788 117; Email: hurnaus@aon.at

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