VISION 20006/2007
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Einleitung

Artikel drucken Christ und Politik: ein heikles Thema

Christ und Politik: ein heikles Thema. Ich habe es bei der Vorbereitung des Schwerpunkts bemerkt: Wir haben uns - jedenfalls hierzulande - angewöhnt, Politik und Glauben fein säuberlich auseinanderzuhalten. In der Öffentlichkeit habe Glaube nichts verloren, wird uns auch von der veröffentlichten Meinung suggeriert. Das soll jeder mit sich selbst ausmachen.

Gut und schön - nur, was hat diese Abstinenz der Christen gebracht? Zunächst politische Entscheidungen, die immer weniger, ja so gut wie gar nicht, auf das christliche Menschenbild, das unseren Kulturraum geprägt hat, Bezug nehmen. De facto also Gottlosigkeit im öffentlichen Raum, die sich mit der Bezeichnung Pluralismus einen schicken Touch gibt.

Noch bedenklicher aber ist die Verunsicherung, die diese Abstinenz unter Christen bewirkt. Sie ist darauf zurückzuführen, daß es - jedenfalls im deutschsprachigen Raum - an profilierten öffentlichen Stellungnahmen zu brennenden Fragen mangelt. Wo es aber zu solchen Äußerungen kommt, da werden sie in den Medien heruntergemacht und als reaktionäre Außenseitermeinungen unverbesserlicher Fundis an den Pranger gestellt. Mehr oder weniger prominente Katholiken, die für Anpassung an den Zeitgeist eintreten und die Lehre der Kirche kritisieren, dürfen dann ihre “Bedenken" äußern, sie werden wohlwollend herumgereicht - und der Normalverbraucher steht ratlos da. Er weiß nicht mehr, was er von der Sache halten soll.

Der folgende Schwerpunkt möchte zum öffentlichen - selbstverständlich liebevollen, nicht gewaltsamen, aber entschiedenen - Eintreten für die Botschaft Christi, eine Frohe Botschaft für alle Menschen, ermutigen. Das ist ein Dienst an unserer Gesellschaft, denn Christi Botschaft enthält allein zukunftsträchtige Wegweisungen aus den Sackgassen unserer Tage.

Christof Gaspari

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