VISION 20007/2007
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Ärzte können nicht ganzheitlich heilen

Artikel drucken Über die unerfüllbaren Versprechungen der Alternativmedizin (Von Dr. Rosa Stummer)

Im Krankheitsfall möchte wohl jeder als ganzer Mensch wahrgenommen werden, was ja auch notwendig ist, um ein gesundheitliches Problem von der Wurzel her angehen zu können. Der Wunsch des Patienten ist es, sanft und möglichst ohne Nebenwirkungen behandelt zu werden und so, daß er seinen gewohnten Lebensstil beibehalten kann.

Genau das versprechen viele alternativ-medizinische Methoden. Sie behaupten “ganzheitlich" zu behandeln. Daß einige dieser “modernen" Methoden - Akupunktur, Bachblüten, Homöopathie, Reiki, Fußreflexzonenmassage, um nur einige zu nennen - esoterischen, fernöstlich und nicht-christlichen Ursprungs sind, nehmen viele Christen billigend in Kauf. Aber ist Gesundheit um jeden Preis nicht Götzendienst?

Bei genauer Betrachtung merkt man außerdem, daß diese Praktiken gar nicht ganzheitlich sein können. Insbesondere können sie im geistlichen Bereich nicht helfen. Ein kleines Beispiel aus der Homöopathie möge das illustrieren: Das Präparat Colocynthis wird (laut dem Buch Vital mit Homöopathie) zur Heilung von körperlichen Beschwerden, die auf Zorn und Empörung folgen, angewandt.

Nun ist aber Zorn eine der sieben Hauptsünden. Diese werden so genannt, weil sie meist weitere Sünden zur Folge haben. Hier müßten wir Ärzte demütig bekennen, daß wir an die Grenze des für uns Machbaren gestoßen sind. Was nützte es, körperliche Folgen von Zorn zu beseitigen, wenn die Wurzel des Übels erhalten bleibt? Als Christen wissen wir, daß nur Gott, unser gütiger Vater, uns von diesem Übel befreien kann. Nur in einem Dialog mit Ihm, der Person ist, können wir Menschen geheilt werden.

Daher ist es irreführend, wenn jemand sich umfassende, ganzheitliche Heilung bei irgendwelchen Präparaten, anderen Religionen und deren Riten oder bei kosmischen Energien erwartet.

Die Katholische Kirche verfügt selbst über alle Quellen des Heils, die es auf Erden gibt. Denn nur in Jesus finden wir die Fülle des Lebens. Ein guter Arzt sollte daher - so wie er sein Wissen zur körperlichen Wiederherstellung des Menschen einsetzt - seinen Patienten im Bedarfsfall auch dazu ermutigen, sich mit Gott und den Menschen zu versöhnen, vor allem durch die Beichte. Das ist dann wirklich ganzheitliche Heilung.

Von Sünden befreien kann nämlich nur Gott. Und er tut das durch den Dienst der Priester, denen Er die Vollmacht gab, dies in Seinem Namen auf Erden zu tun.

Die richtige Therapie für die Erkrankung Jähzorn ist also die häufige Beichte, bei der man Gott sein Herz ausschüttet und anschließend den Heiligen Geist um Tugenden bittet: um Geduld, Selbstbeherrschung, Barmherzigkeit, Liebe, Demut...

Es gibt viele persönliche Berichte und Studien, daß Menschen, nachdem sie sich zur Versöhnung durchgerungen hatten, auch körperlich geheilt wurden. Aus der Erfahrung - und aus Untersuchungen - weiß man auch, daß Menschen, die beten und für die gebetet wurde, häufig schneller gesund werden. Weil es so wichtig ist, selbst zu vergeben, wenn wir verletzt wurden, es aber oft über unsere Kraft geht, dies zu tun, ist es notwendig, daß wir einander im Fürbittgebet dazu verhelfen und Gott daf ür um Seinen Beistand bitten.

Dr. Rosa Stummer

Die Autorin ist Ärztin und im Heilungsdienst - insbesondere nach Abtreibungen - tätig.

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