VISION 20007/2007
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Magie - Hände weg!

Artikel drucken Das Reden von weißer Magie ist einfach irreführend

Bernard Bastien, Arzt und Priester, hat ein bewegtes Leben hinter sich: Mit 16 entdeckt er Okkultismus und Spiritismus, verfügt über hypnotische Fähigkeiten. Erst die Begegnung mit Jesus Christus befreit ihn daraus. Heute leitet er eine charismatische Gemeinschaft. Im folgenden nimmt er zur Magie Stellung.

Was versteht man unter Magie? Stehen magisches und religiöses Denken in Beziehung?

P. Bernard Bastien:

Das sind zwei ganz verschiedene Welten. Der religiöse Mensch wendet sich bewußt an Gott, den er zumindest als eine von ihm unterschiedene Macht, die ihn weit überragt, betrachtet: ... Für Christen ist dieser Gott eine Person, der Vater Jesu Christi, jener, den Jesus Christus selbst uns offenbart. Der magische Mensch glaubt an okkulte, also an verborgene, an unpersönliche Kräfte - in dem Sinn, dass sie nicht "Ich" sagen. Man hat es also mit "Kräften", "Energien", "Mächten", nicht mit Personen zu tun. Diese übermenschlichen, überweltlichen Einflußgrößen würden auf die Natur und die Menschen wirken. Die Magie wäre demnach eine Art Zwischeninstanz, die uns mit diesen Kräften in Beziehung setzt: ein diffuses Bündel von Riten und Praktiken mit einem wichtigen Merkmal: sie erzeugen automatisch Wirkungen. Das Schlüsselwort dabei ist: automatisch. Genau daran läßt sich der Unterschied zwischen magischer Praktik und religiösem Tun festmachen: dem magischen Verständnis nach genügt es, dass jemand das richtige Ritual anwendet, damit alle möglichen Kräfte - spirituelle, natürliche, kosmische Kräfte der Erde - ihm gehorchen. Der Mensch ist ihr Herr und absoluter Herrscher. (...) Der Magier ist der Meister. Man ist an die erste Versuchung erinnert: "Ihr werdet sein wie Gott."

Weiße, schwarze Magie: Was ist dazu zu sagen?

P. Bastien:

Da versucht die Magie, sich in ein gutes Licht zu rücken. Demnach wäre die weiße Magie die Summe aller magischen Praktiken, die Gutes bewirken wollen. Im allgemeinen geht es immer um dieselben drei Anliegen: Liebe, Gesundheit und Geld.Die eingesetzten Mittel: Talisman, Glücksbringer, Wahrsagerei, Kartenlegen, okkulte Heilkräfte, Pendel, Kristallkugeln, Liebeszauber und ähnliches. Erstaunlicherweise trifft man manchmal solche weißmagischen Praktiken auch unter Christen an! Was die schwarze Magie anbelangt - vor ihr fürchten wir uns schon eher. Hier sind ja ausdrücklich diabolische Mächte im Spiel. Da soll dann unter dem Einfluß böser Geister gehandelt werden, um Böses zu tun, beispielsweise Krankheiten, Unglücksfälle, ja den Tod zu bewirken. Was mich betrifft: Ich mag diese Unterscheidung nicht. Sie ist verwirrend und kann den Eindruck erwecken, es gäbe eine gute, gefahrlose Magie und eine schlechte, die schwarze, vor der man sich hüten muß. Tatsächlich bleibt Magie eben Magie, ob schwarz oder weiß - für unseren Gott ein Greuel.

Welchen Gefahren setzt man sich aus, wenn man sich auf paranormale Phänomene einläßt?

P. Bastien:

Die Magie treibt den Menschen, der im Banne seiner Ängste steht, in irrationale, abergläubische Verhaltensweisen, die ihn letztlich entwürdigen und zutiefst seiner Freiheit berauben. Der Mensch wird mehr und mehr zum Sklaven der Kräfte, die er zu manipulieren meinte. Das ist einer der Gründe, warum die Magie für Gott ein Greuel ist. Ich habe bei vielen Menschen miterlebt, wie sie von Gefangenen ihrer Ängste zu Sklaven der Magie geworden sind. In diesem Stadium wird die Sache bedenklich. Dann stellen sich langsam aber sicher psychische Probleme wie Schlafstörungen, Ängste, Depressionen, bei besonders empfindsamen Personen sogar Halluzinationen, ja Zustände von Delirium ein. Das gesamte reale Geschehen wird magische interpretiert. Das Leben wird infernalisch - im wahrsten Sinne des Wortes! Das kann bis zum Wahnsinn, zum Selbstmord führen ...

Auszug aus einem Gespräch, das Agnès Jaurégiubéhère geführt hat und das in "L´Homme Nouveau" vom 7.12.2003 erschienen ist.

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