VISION 20006/2012
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Der Kampf für die Ehe: ein Dienst, der Zukunft eröffnet

Artikel drucken Wider die Gender-Ideologie (Christof Gaspari)

In Frankreich tobt derzeit eine Auseinandersetzung um die An­erkennung der „Homo-Ehe“ und die damit verbundene Zulassung der Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Partnerschaften. Dies sei eine „Transformation der Ehe, die jeden betrifft,“ erklärte kürzlich der Pariser Erzbischof Kardinal Vingt-Trois.

Was hier geschieht und in anderen Ländern schon Realität ist, rührt an die Grundfesten menschlicher Zivilisation. Das ist keine Übertreibung. Denn hinter dieser Gesetzesänderung, die sich den Schein der Großzügigkeit einer unterdrückten Minderheit gegenüber gibt, steht die Leugnung einer fundamentalen Wahrheit menschlicher Existenz: Dass wir als Mann oder Frau geschaffen sind und dass dies unsere Existenz entscheidend prägt.
Es ist ein absolutes Novum in der Menschheitsgeschichte, dass diese Grundwahrheit einfach geleugnet wird. Und zwar aus einer Ideologie heraus, der Gender-Ideologie, die gegen alle wissenschaftlichen Fakten einfach behauptet: Ob jemand als Mann oder Frau lebt, hänge von seinen subjektiven Wünschen ab. Körperliche Voraussetzungen präjudizierten die Identität des Menschen in keiner Weise, sie seien eine „Diktatur der Natur“, aus der sich der Mensch befreien müsse.
Wer Gabriele Kubys Buch Die globale sexuelle Revolution liest (Besprechung S. 20), erkennt mit Schrecken, auf welch breiter Front der Angriff auf die Grundfesten unseres Zusammenlebens vorgetragen wird. Kuby skizziert die Stoßrichtung der neuen „Heilslehre“: „Die heterosexistischen ,Signaturen’ der Gesellschaft müssen in allen Bereichen ausgemerzt werden. Mann und Frau, Ehe und Familie, Vater und Mutter, Sexualität und Fruchtbarkeit haben keinen Anspruch auf Natürlichkeit, vielmehr begründen sie die Hegemonie des Mannes über die Frau und der Heterosexualität über alle anderen Formen der Sexualität.“
Warum dieser Alarmruf als Einleitung für einen Schwerpunkt, der die Schönheit und Lebensträchtigkeit der Ehe von Mann und Frau in die Auslage stellen will? Um zu verhindern, dass wir Christen von der – meist schwer verständlich artikulierten – Walze, es müsse endlich etwas gegen die Diskriminierung von Frauen und anderen unterdrückten Minderheiten (sprich Homosexuelle, Lesben, usw…) unternommen werden, einlullen lassen. Da wird ein falsches Mitleid angesprochen: Noch nie hatten Frauen formal so viele Rechte und Möglichkeiten wie heute, noch nie wurde eine für die Betroffenen belastende sexuelle Fehlorientierung so hochgejubelt.
Wie weit das geht, zeigt das kürzlich veröffentlichte Mehrheitsvotum der Bioethik-Kommission beim Österreichischen Bundeskanzleramt – ein Gremium honoriger Personen, von Ärzten, Professoren, Philosophen, Juristen… Da wurde doch glatt empfohlen, alleinstehenden und lesbischen Frauen den Zugang zur künstlichen Befruchtung zu ermöglichen und homosexuellen Partnerschaften ein Adoptionsrecht einzuräumen!
Hier sind wir Christen aufgefordert, endlich dezidiert Widerstand zu leisten und nicht – wie das sogar in kirchlichen Einrichtungen geschieht – das Spielchen mitzuspielen. Das sei nicht als Aufruf zu irgendwelchen Gewaltaktionen missverstanden, wohl aber als Appell in diesem Kampf die „Rüstung Gottes“ anzuziehen, um den listigen Anschlägen des Teufels“ zu widerstehen (Eph 6,10f).
Vor allem aber geht es darum, sich klar zu machen, welche Voraussetzungen in diesem schwierigen gesellschaftlichen Umfeld geschaffen werden müssen, damit eine monogame Ehe, dieser Pfeiler unserer Kultur, auch erfolgreich gelebt werden kann. Denn das ist – wie alle nur allzu gut wissen und pausenlos erleben müssen – keineswegs einfach oder gar selbstverständlich. Haben früher strenge gesellschaftliche Regeln und Gesetze für die Aufrechterhaltung von Ehen gesorgt, so hat sich die Situation heute richtiggehend umgekehrt. Vieles trägt zur Destabilisierung der Ehe bei: die außerhäusliche Berufstätigkeit beider Partner und damit das Leben in unterschiedlichem Umfeld, die enormen Anforderungen des Berufslebens, die fortgesetzte Konfrontation mit sexuellen Motiven, angefangen von provokanter Plakatwerbung über allgegenwärtige Sex-Szenen in Film und Fernsehen bis hin zur für jedermann zugänglichen Internet-Pornographie…
Um diesen klaren Blick auf das Leitbild der Ehe soll es auf den folgenden Seiten gehen. Wer sich in diesem Bereich engagiert, soll wissen, dass er einen alles entscheidenden Beitrag zu einer menschenwürdigen Zukunft leistet. Denn ohne dieses hohe Leitbild von Ehe und Familie steht uns – wie eine Kulturen vergleichende Untersuchung aus den 30er Jahren des vorigen Jahrhunderts längst bewiesen hat – ein kultureller Verfall ungeahnten Ausmaßes ins Haus. Dazu der Autor der Studie, J.K. Unwin in Sex and Culture: „Kulturen treten dann auf die Bühne der Geschichte, wenn sie die Möglichkeit zur sexuellen Triebbefriedigung stark begrenzen, und sie treten von der Bühne der Geschichte ab, wenn sie Sexualität auf das tierische Niveau der ungezügelten Triebbefriedigung absinken lassen…“
Hochkultur gibt es nur bei Monogamie – von Mann und Frau, wohlgemerkt! Für sie zu kämpfen, ist ein Projekt, das Zukunft verheißt.


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