VISION 20006/2012
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Pressesplitter kommentiert

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Griechenland wird austreten
Was der Präsident des ifo-Instituts (Wirtschaftsforschung) der Uni München im Interview sagt, klingt sehr plausibel. Auch die Entwicklung der Lage scheint ihm Recht zu geben:

Sie fordern kategorisch den zeitweisen Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone…
Hans-Werner Sinn: Ich fordere nichts. Ich sage nur, es ist besser für die Griechen und für uns. Die Entscheidung liegt allein bei den Griechen selbst. Wir werden ja sehen, was am Ende passiert. Griechenland wird austreten, und Bundeskanzlerin Merkel wird nicht recht behalten – wetten? Die ökonomischen Probleme, die entstehen, wenn Griechenland in der Währungsunion bleibt, sind schlicht nicht lösbar. Die Politik denkt immer, es gebe ein Primat der Politik über die ökonomischen Gesetze. Das ist eine Einbildung. Auf Dauer siegen immer die ökonomischen Gesetze. Der Schlamassel von heute ist das Ergebnis einer Politik, die glaubte, die ökonomischen Gesetze miss­achten zu können.

Merkels Politik der kleinen Schritte zur Euro-Rettung ist also falsch?
Sinn: Das ist keine Rettung, sondern Konkursverschleppung. Ich verstehe die Kanzlerin, aber ich würde mir mehr Härte von ihr wünschen. Mit dem Euro ist es wie mit einem Auto, das den Berg hinunterfährt und immer schneller wird. Die Euro-Retter sagen sich: Wenn wir bremsen, bricht das Auto vielleicht aus, und deshalb bremsen wir lieber gar nicht.

Wozu würden Sie Frau Merkel denn raten, wenn Griechenlands Euro-Mitgliedschaft nicht infrage gestellt werden darf?
Sinn: Wenn Griechenland dabeibleiben soll, dann muss es dauerhaft an den Tropf. Dann sollte aber Frau Merkel wenigstens die Steuern erhöhen, statt Schulden zu machen. Denn dann werden diejenigen, die durch diese Politik belastet werden, es wenigstens gleich merken – und die Politik kann die Kosten nicht auf Gruppen abschieben, die noch gar nicht wählen dürfen.
Sie plädieren für Steuererhöhungen?
Sinn: Nein, natürlich nicht. Ich sage nur: Es wäre konsequent. Wenn man Geld verschenken will, das man nicht hat, muss man Steuern erhöhen.
Die Welt v. 7.0.12
Und die Schuldenberge wachsen: In der Euro-Zone betrugen sie im Sommer 88% der Wirtschaftsleistung. Wollte man den Berg abtragen, müsste der Euro-Raum 10,5 Monate lang nur für die Gläubiger arbeiten.

Dutroux’ Frau bei den Clarissen
Der Belgier Marc Dutroux wurde wegen Mordes, Entführung und Vergewaltigung mehrerer Mädchen und Frauen zu lebenslangem Kerker verurteilt. Seine Frau Michelle Martin bekam als Komplizin 30 Jahre Gefängnis. Sie wurde heuer, nachdem sie 16 Jahre verbüßt hatte, auf freien Fuß gesetzt. Clarissen nahmen sie in ihrem Kloster auf.
Man kann nicht sagen, daß diese großartige Geste unter den Belgiern auf einhellige Zustimmung gestoßen wäre. Die vorzeitige Entlassung von Michelle Martin hat vielmehr einen heftigen Sturm in den Medien unseres Nachbarlandes ausgelöst: Demonstrationen, Buhrufe, Beschimpfungen und – soweit es die Schwestern betraf – Unverständnis, ja Verleumdungen.
(…) Die Geste der geistlichen Schwestern verweist auf etwas viel Größeres, das wohl für die Welt unverständlich ist: die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes und Seine Vergebung, die Er allen anbietet, den Maria Magdalenen, rechten Schächern, den Verbrechern aller Art. (…) Die Handlung der Schwestern trägt ihnen heute zwar eine Art Martyrium durch die Medien ein. Seit Tertullian aber wissen wir, dass das Martyrium in all seinen Formen Saatgut für Gläubige von morgen ist, dass das Zeugnis der Hingabe aus dem Glauben von Männern und Frauen Menschenmassen, ja ganze Reiche umgedreht hat. Vielleicht werden die Früchte des Zeugnisses dieser Schwestern niemals sichtbar… Aber es hat jedenfalls einen Zipfel des Schleiers über der unbedingten Liebe Gottes so weit gelüftet, daß selbst Atheisten sie erahnen können.
Famille Chrétienne v. 8.9.12
Dass dies tatsächlich zutrifft, zeigt folgendes Zitat:

Von dem bewegt, den die Gläubigen Heiligen Geist nennen, setzen diese barmherzigen Schwestern – ich sage das als Atheist – im Grunde genommen nur peinlich genau das in die Tat um, was das Evangelium lehrt: Liebe deinen nächsten, auch wenn er ein Verbrecher ist, wie dich selbst; halte die rechte Wange dem hin, der dich auf die linke schlägt… In dieser reinen, bedingungslosen Barmherzigkeit ist etwas zutiefst Christliches, etwas herrlich Göttliches – so sehr übersteigt nämlich diese Geste die menschliche Fassungskraft.
Le point v. 29.8.12

Das Mädchen, das nicht sterben wollte
Eine Teenage-Koma-Patientin kam wieder zu Bewusstsein, als die Ärzte drauf und dran waren, sie für hirntot zu erklären. Carina Melchior wurden die lebensunterstützenden Maßnahmen entzogen, um sie für die Organspende vorzubereiten. Zum großen Erstaunen der Belegschaft des Aarhus-Krankenhauses in Dänemark öffnete die 19-Jährige plötzlich die Augen und bewegte ihre Beine. Derzeit erholt sie sich gut in einem Rehab-Zentrum, kann sprechen, gehen und sogar ihr Pferd Mathilde reiten. (…)
Fräulein Melchior, mittlerweile 20, zertrümmerte im vergangenen Oktober bei einem Unfall ihr Auto. Sie verbrachte drei Tage im Spital, bevor die Ärzte zur Erkenntnis kamen, daß ihre Gehirntätigkeit abnahm. Sie sprachen mit der Familie über die Einstellung der Behandlung. Bei dieser Gelegenheit stimmten die Eltern der Organspende zu…
Daily Mail online v. 17.10.12
Eines von vielen Beispielen, das naheliegt endlich vom Gehirntod-Konzept abzulassen.

Kinder mit drei Eltern
Das niederländische Justizministerium prüft derzeit die Möglichkeit, dass drei oder mehr Mütter oder Väter als Eltern eines Kindes anerkannt werden könnten. Damit sollen die Rechte homosexueller Eltern gestärkt werden. Dies sagte eine Ministeriumssprecherin am Mittwoch, wie der „Focus“ berichtete. Befürwortet wird diese Untersuchung über die rechtlichen Möglichkeiten von der Umweltpartei GroenLinks, der liberalen Partei VVD und der sozialdemokratischen PvdA, diese verhandeln momentan über eine Regierungskoalition.
Die Grün-Links-Abgeordnete Liesbeth van Tongeren brachte einen entsprechender Antrag in das Parlament ein und forderte, dass die gesetzlichen Regelungen der sozialen Wirklichkeit angepasst werden müsse (…). Sie sagte: „Wie eine Familie lebt, ist wichtiger als die biologische Verwandtschaftsbeziehung“.
Kath.net v. 25.10.12
Dieses unsinnige Argument, das Recht sei an die Realität anzupassen, wird laufend zur Demontage der Familie angeführt. Wenn es um Steuerhinterziehung, alkoholisiertes Autolenken geht, dient es nie als Rechtfertigung für die Liberalisierung von Regelungen.
Auch Österreichs Bioethikkommission trägt kräftig zu dieser Demontage bei:

Die „Ethik“ der Bioethikkommission
Auf 47 Seiten plädieren hier 15 Wissenschaftler – darunter zehn Universitätsprofessoren und -professorinnen – für nahezu alles, was im Widerspruch zur menschlichen Natur steht. Nach Ansicht der überwiegenden Mehrheit der Mitglieder der Bioethikkommission – das ablehnende Minderheitenvotum wurde lediglich von sechs Kommissionsmitgliedern gezeichnet – solle die Politik die Adoption von Kindern auch homosexuellen und lesbischen Paaren ermöglichen. Das bislang geltende Verbot der Eizellenspende soll aufgehoben werden, um die Chancen von Frauen auf eine Schwangerschaft zu erhöhen, die an „ovarieller Insuffizienz“ leiden. Künstliche Befruchtungen sollen nicht länger allein für heterosexuelle Paare mit eingeschränkter Zeugungsfähigkeit zugänglich sein, sondern auch für „alleinstehende und lesbische Frauen“ geöffnet werden. Die Präimplantationsdiagnostik (PID), deren Zulassung die Mehrheit der Kommissionsmitglieder für „überfällig“ erachtet, soll zukünftig nicht nur Paaren möglich sein, die Träger einer „schwerwiegenden Erbkrankheit“ sind, sondern auch solchen, die mittels dieses Verfahrens ein sogenanntes „Rettungskind“ auswählen wollen, das als Zellspender für ein lebensgefährlich erkranktes Geschwisterkind fungieren soll.
Die Tagespost v. 22.9.12
Man stelle sich vor, was sich ein Kind denken muss, das erfährt, seine Eltern hätten es „in Auftrag gegeben“, weil seine Erbmasse es zum Zellspender geeignet machte!
Was die künstliche Befruchtung lesbischer Frauen anbelangt, gibt die folgende Meldung Aufschluss darüber, wie gut das für die Kinder ist:

Zwei Mütter, kein Vater, großer Schaden
(Der Soziologe Mark Regnerus von der University of Texas) hat das Schicksal Hunderter Erwachsener untersucht, die von gleichgeschlechtlichen Paaren aufgezogen worden sind. Er hat sie mit anderen Menschen verglichen, die von Frauen und Männern aufgezogen worden sind (von den biologischen Eltern wie auch von anderen Paaren). Die ausführliche und sorgfältige Studie kommt zu einem ganz klaren Schluss: Es gibt massiv signifikante Unterschiede auf Grund dieser jugendlichen Familiensituation. Die Daten der Studie ergeben alles andere als eine Empfehlung für gleichgeschlechtliche Elternschaft. Heterosexuelle Eltern führen mit großer statistischer Signifikanz zu gesünderen Nachkommen mit höherer Bildung, mit weniger Drogenerfahrungen und mit geringerer krimineller Auffälligkeit.
(…) So berichten „Nachkommen“ lesbischer Paare zu 23% über Missbrauchserfahrungen, während es bei biologisch intakten Familien nur 2% sind. 69 dieser Produkte lesbischer Aufzucht nahmen als Erwachsene staatliche Wohlfahrtshilfen in Anspruch, während es in der Vergleichsgruppe nur 17% waren.
Natürlich wurde Regnerus sofort von der Schwulen-Lobby massiv attackiert und denunziert. Sie konnte aber außer Beschimpfungen keine Gegenbeweise vorbringen. Die Universität hingegen hat durch eine eigene Kommission die Studie überprüft und hält Regnerus voll die Stange
Andreas Unterberger. Tagebuch v. 17.9.12

Mensch und Tier – kein Unterschied
Ich bin ein Speziesist. Mit dieser Punzierung muss leben, wer an einer bleibenden Differenz zwischen Mensch und Tier festhält und demnach die Idee einer Gleichberechtigung und Gleichwertigkeit der beiden ablehnt. (…) Beim diesjährigen Philosophicum Lech, das unter dem Thema „Tiere. Der Mensch und seine Natur“ stand, hatten die Speziesisten keinen leichten Stand. Kaum einer der Referenten, der expressis verbis von einer Grenze zwischen Tieren und Menschen sprach. Weitgehend schien Konsens darüber zu herrschen, daß der Anthropozentrismus – die philosophische Entsprechung zur biblischen Rede vom Menschen als „Krone der Schöpfung“ – überwunden und eine Art „Posthumanismus“ oder „inklusiven Humanismus“ (…) überführt werden müssen. Demnach bräuchte es wohl so etwas wie ein animal mainstreaming…
Die Furche 40/2012
Man liest es – und staunt. Philosophen und so ein Unsinn! Jeder, der unvoreingenommen die Welt betrachtet, erkennt: Eine einzige Spezies sticht hervor, der Mensch: Er baut Schiffe, Brücken, Atom­meiler, sendet E-Mails via Internet, liest Bücher – und entwickelt Ideologien, die jeder Realität entbehren.

Traditionelle Rollenbilder im Vormarsch
Im Jahr 2005 hat das Linzer Meinungsforschungsinstitut Spectra die Österreicher zum ersten Mal zum Thema Rollenbilder von Männern und Frauen befragt. Nach sieben Jahren wurde die Untersuchung erneut durchgeführt – mit teils überraschenden Ergebnissen. Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der Studie: Traditionelle Zuschreibungen an die Geschlechter gibt es nach wie vor. In gewissen Bereichen schlägt das, was als traditionelles Rollenverständnis bezeichnet werden kann, sogar wieder stärker durch als vor einigen Jahren. Insbesondere was die Rolle der Frau zwischen Berufs­tätigkeit und Mutterschaft betrifft, zeigen sich teils überraschende Befunde. Demnach finden immer mehr Frauen Gefallen an klassischen Rollenbildern.
Der Aussage „Im Grunde finde ich es richtig, dass sich die Frauen um den Haushalt und die Kinder kümmern und die Männer das Geld verdienen“ stimmten 2012 54% der Österreicher zu. 2005 lag dieser Anteil bei 49%. Besonders bemerkenswert ist die Tatsache, dass für diesen Anstieg die Frauen verantwortlich zeichnen. 51% stimmten dieser Aussage zu. Das entspricht einem Plus von 10 Prozentpunkten gegenüber der letzten Umfrage.
news@orf.at v. 10.8.12
Beachtlich nach jahrzehntelanger Indoktrination. Ein Grund zur Hoffnung wie auch die folgende Meldung:

Weltweit beten Kinder den Rosenkranz
Das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ ruft zur Teilnahme an der Aktion „Eine Million Kinder beten den Rosenkranz“ auf. In aller Welt werden am Donnerstag, dem 18. Oktober, um 9.00 Uhr Ortszeit Kinder aller Altersstufen den Schulunterricht unterbrechen, um sich im Gebet für Einheit und Frieden zu vereinen. Die Kinder-Rosenkranz-Aktion war 2005 in Venezuela entstanden und hat sich seitdem um die ganze Welt verbreitet. Die Initiatoren vertrauen auf einen Ausspruch des heiligen Paters Pio, der lautet: „Wenn eine Million Kinder den Rosenkranz beten, wird die Welt sich verändern.“ So ist die Initiative auch zu ihrem Namen und ihrem Ziel gekommen.
Zenit.org v. 20.9.12
In Medjugorje wurde uns gesagt, das Gebet könne Kriege aufhalten. Im Jahr des Glaubens sollten wir Christen diese Waffe noch viel intensiver für die Erneuerung der Welt einsetzen.

18.000 Briefe an JP II
Am 22. Oktober gedachte die Kirche des seligen Papstes Johannes Pauls II. Zu diesem Anlass wurden im „Museum der Liebesbriefe“ in Torrevecchia Tausende von Briefen ausgestellt, die dem Papst in den letzten Monaten seines Lebens gesendet worden waren. Ungefähr 18.000 Briefe erhielt der Papst gerade in der Zeit seiner Krankheit. Die Ausstellung (…) soll die Vielfältigkeit der Anhänger des Papstes zeigen. Einige Briefe wurden in der Blindenschrift verfasst, einige kamen aus islamischen Ländern, andere wiederum von Menschen anderer Religionen.
Zenit.org v. 22.10.12
Welches Zeichen der Verehrung für diesen großen Papst, den so viele Kommentatoren westlicher Medien jahrelang als nicht mehr amtsfähig kritisiert hatten.




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