VISION 20005/2014
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Pressesplitter kommentiert

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Skandalöse Geschäfte
August 2014: Der Wall-Street-Riese Goldman Sachs wird mit einer Milliardenstrafe von amerikanischen Aufsehern zur Rechenschaft gezogen…
Juli 2014: Mit einer Rekordzahlung legt die UBS ein weiteres Verfahren wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung bei. Die Einigung mit der Staatsanwaltschaft Bochum kostet die größte Schweizer Bank eigenen Angaben vom Dienstag zufolge rund 300 Millionen Euro…
Juli 2014: Die Citigroup steht (…) kurz vor einem milliardenschweren Vergleich mit den amerikanischen Behörden: Rund sieben Milliarden Dollar soll es die amerikanische Großbank kosten, ein Verfahren wegen Betrugs an Investoren im Vorfeld der Finanzkrise beizulegen…
Juni 2014: Die französische Bank BNP Paribas wird voraussichtlich 8 Milliarden bis 9 Milliarden Dollar Strafe in den Vereinigten Staaten zahlen…
Mai 2014: In den weitreichenden Ermittlungen um die Manipulation des Goldpreises haben Fi­nanz­aufseher erstmals Strafzahlungen verhängt. Die britische Financial Conduct Authority (FCA) brummte der Londoner Großbank Barclays am Freitag eine Geldbuße von 26 Millionen Pfund auf…
März 2014: Die Finanzkrise kostet die Bank of America noch einmal richtig Geld. Die Großbank zahlt nach eigenen Angaben wegen strittiger Hypothekengeschäfte aus den Jahren 2005 bis 2007 zusammen 6,3 Milliarden Dollar an die beiden staatlichen Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac…
FAZ online v. 23.8.14
Sechs Strafen in sechs Monaten! Im Artikel werden insgesamt 20 schwere Strafen seit 2011 angeführt – wohlgemerkt handelt es sich um die „crème de la crème“ des Bankensystems.

Eine globale
religiöse Autorität
Der frühere spanische sozialistische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero fordert die Schaffung einer „globalen religiösen Autorität“. Anzustreben sei eine „dauerhafte Allianz zwischen den Konfessionen“, so wie die UN eine Allianz zwischen den Zivilisationen darstelle.  (…) Zapatero vertritt die Meinung, dass keine Religion „exklusiv“ in Anspruch nehmen dürfe, dass ihre Überzeugungen die einzig wahren seien. Die einzige Wahrheit sei „die Freiheit, der Respekt gegenüber allen Konfessionen“.
Kath.net v. 17.7.14
In Jesus Christus allein ist alle Wahrheit. Es kann keine Allianz der Konfessionen geben – wozu auch? –, wohl aber Wohlwollen für alle Menschen, auch jene, die einen anderen Glauben haben als wir.

Glaube ist out
In Deutschland gehen sowohl Kirchenmitgliedschaft und Kirchengang als auch der Glaube an Gott stetig zurück. Bezeichneten sich 1970 weniger als vier Prozent aller in Westdeutschland wohnenden Erwachsenen als konfessionslos, waren es im wiedervereinigten Deutschland im Jahr 1990 rund ein Viertel, und heute sind es über ein Drittel. Gemäß dem Datenreport 2013 des statistischen Bundesamtes gehörten 1991 11% der west- und 65% der ostdeutschen Bevölkerung keiner Religionsgemeinschaft an. 2012 waren es bereits 18% im Westen und 68% im Osten. (…) Ähnliche Ergebnisse zeigen sich in den meisten anderen westeuropäischen Staaten. Kirchen spielen in Westeuropa für das eigene Leben kaum mehr eine Rolle.
Die Welt online v. 12.8.14
Diese Zahlen machen deutlich, wie notwendig ein missionarischer Aufbruch der Kirche in Europa ist. Dies umso mehr, als der regelmäßige Kirchenbesuch (11% in Deutschland) niedrig und ebenfalls rückläufig ist, was weitere Austrittswellen erwarten lässt. Bemerkenswert ist allerdings: Die Menschen wüssten eigentlich, was sie glücklich machen würde: Genau jene Bereiche,  die der Zeitgeist frontal angreift: Familienleben und Glaube.

Was Menschen
glücklich macht
Was Menschen wirklich glücklich macht, ist nicht ein Traumhaus oder eine Luxusreise oder ein neues Auto. Vielmehr finden die meisten ihr Glück in der Familie, im Glauben, in der Arbeit und der Gemeinschaft mit Freunden. Das belegt eine Umfrage der Monatszeitschrift Reader\'s Digest (Stuttgart) in zehn Ländern Europas und Amerikas.
Insgesamt sagten 71% der 6.800 Befragten, dass sie ihr Glück vor allem in der Familie finden. Der Glaube steht mit 16% an zweiter Stelle, gefolgt von der Arbeit (7%) und der Gemeinschaft (6%). In Deutschland sind 71% überzeugt, dass vor allem die Familie glücklich macht. Der Glaube steht mit 13% an der zweiten Stelle…
Im höchsten Ansehen als Glücksbringer steht die Familie in Ungarn mit 83% sowie in Slowenien (79%) und Finnland (78%). Vom Glauben versprechen sich 32% der US-Amerikaner ihr Glück. Sie liegen damit vor den Brasilianern (26%) sowie den Polen und Rumänen (jeweils 18%) (…) Warum Familie und Gemeinschaft weltweit einen hohen Stellenwert haben, erläutert Ed Diener, Dozent für Psychologie an der US -Universität von Illinois: „Wirklich glückliche Menschen pflegen enge Beziehungen. Sie haben Leute um sich, auf die sie sich uneingeschränkt verlassen können. Forschungsergebnisse zeigen, dass die glücklichsten Menschen mehr an andere denken als an sich selbst.“
PUR-magazin 7/2014


Kein Anspruch auf Homo-„Ehe“
Der Finne Heli Hämälainen unterzog sich 2009 einem Eingriff, der ihn anatomisch als Frau erscheinen lassen sollte, obwohl er 2002 ein Kind gezeugt hatte und mit seiner Frau 10 Jahre verheiratet ist. Vor seiner Operation hatte er erfolglos versucht, sein Geschlecht offiziell von männlich auf weiblich zu ändern. Man hatte ihm mitgeteilt, dass dies nicht möglich sei, so lange er verheiratet blieb, weil das finnische Recht die Ehe von Personen desselben Geschlechts verbietet. (…) Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (…) hielt nicht nur fest, dass Europas Menschenrechte die Homo-Ehe keineswegs in Erwägung ziehen. Eingetragene Partnerschaft seien ausreichend. Der Gerichtshof erklärte weiters, dass es ein legitimes Anliegen des Staates sei, die traditionelle Form der Ehe zu schützen. Dadurch wird implizit auch die Sichtweise festgehalten, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen und die Ehe zwischen Mann und Frau nicht gleichwertig seien und daher rechtlich unterschiedlich behandelt werden dürfen…
Friday-Fax v. 24.7.14
Damit verhilft das Höchstgericht dem eigentlich Selbstverständlichen zu seinem Recht. Übrigens nur in 10 der 47 europäischen Staaten gibt es so etwas wie eine Homo-„Ehe“. Sie ist immer noch die große Ausnahme also. Wie ungerecht allerdings Höchstgerichte heute entscheiden, zeigt folgende Meldung:

Kind als Schaden
Am 31. März hat der Conseil d’État (Oberstes Verwaltungsgericht Frankreichs) das Spital in Senlis dazu verurteilt, den Eltern eines am 30. Dezember 2001 geborenen Knaben – er war mit einer Missbildung am rechten Unterarm zur Welt gekommen – je 40.000 Euro Schadenersatz zu zahlen. Diese Fehlbildung war bei der Ultraschall-Untersuchung nicht erkannt worden, ein Umstand, der die Eltern der Möglichkeit abzutreiben beraubt hat.
L’Homme Nouveau v. 7.6.14
Wegen einer Missbildung am Unterarm wäre es also besser gewesen, das Kind umzubringen – welche mörderische Logik! Und wenn Ärzte da nicht mitspielen wollen, zieht man sie zur Rechenschaft:

Abtreibung verweigert: Kündigung
Wegen der Verweigerung einer legalen Abtreibung will die Stadt Warschau einen Klinik­chef entlassen. Das kündigte am Mittwoch Oberbürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz an. Klinikdirektor Bogdan Chazan habe gegen seine ärztliche Pflicht verstoßen und es unterlassen, der schwangeren Frau zumindest einen möglichen Ort für die zulässige Abtreibung zu nennen, sagte die rechtsliberale Politikerin zur Begründung. (…) Der katholische Klinikchef beruft sich auf eine Gewissensklausel im Ärztegesetz. Diese garantiere ihm, dass er keine medizinischen Eingriffe vornehmen müsse, die er aus Gewissensgründen ablehne. Chazan hatte im Frühjahr wie mehr als 3.000 Ärzte und Medizinstudenten eine sogenannte Glaubenserklärung unterschrieben und sich damit verpflichtet, Abtreibungen, künstliche Befruchtung und Rezepte für Verhütungsmittel zu verweigern.
kath.net v. 11.7.14

Wo abgetrieben wird,
sterben mehr Frauen
Die Abtreibungslobby verkündet es mit großem Werbeaufwand und unter Einsatz von viel Geld immer wieder (…): Abtreibung sei notwendig, um die Gesundheit der Frauen zu schützen und ihre Sicherheit zu garantieren. Laut einer Studie des Catholic Family and Human Rights Institute (C-Fam) geht aus dem (…) Global GenderGap Report hervor, dass die Länder, in denen Abtreibung legal ist, keineswegs eine geringere Müttersterblichkeitsrate haben. (…) Laut dem Global GenderGap Report sind es die Länder mit dem besten Schutz ungeborener Kinder und daher den strengsten Abtreibungsgesetzen, die die geringste Müttersterblichkeitsraten aufweisen. Statistiken sprechen eine klare Sprache. In Europa trifft dies auf Irland zu, wo nur eine Frau auf 100.000 Geburten stirbt. In Afrika hat Mauritius das strengste Abtreibungsgesetz, aber nur 15 Frauen sterben auf 100.000 Geburten. In Südafrika, dem Land mit dem liberalsten Abtreibungsgesetz Afrikas, sterben dagegen 400 Frauen auf 100.000 Geburten. In Asien hat Sri Lanka ein strenges Abtreibungsgesetz. Dort sterben 39 Frauen auf 100.000 Geburten. In Nepal, das überhaupt keine Einschränkung der Abtreibung kennt, sterben 830 Frauen auf 100.000 Geburten. In Lateinamerika wird in Chile das Leben des ungeborenen Kindes sogar von der Verfassung geschützt. Dort sterben nur 16 Frauen auf 100.000 Geburten. Die höchste Müttersterblichkeitsrate hat hingegen Guayana, wo es faktisch keine Beschränkungen der Abtreibungen gibt, mit 430 toten Frauen auf 100.000 Geburten.
Lebe Jänner-März 2014
Zahlen, die man sich gut merken sollte, weil sie wieder einmal die Lügen der Abtreibungslobby entlarven.

Überwachung
Seinen Kunden bietet (das niederländische Software-Unternehmen) Decos Digitalisierung pur: Das Unternehmen liefert ihnen Software, um alle Dokumente elektronisch zu speichern – aber auch Produkte zur totalen Überwachung von Mitarbeitern. Sein „Cartracker“ verfolgt jede Dienstreise, alle fünf Sekunden wird das Fahrzeug frisch verortet. „Hiermit haben Sie immer eine aktuelle Übersicht, wo sich Ihre Autos und Mitarbeiter befinden“, wirbt Decos. Mehr noch: Der Fahrstil wird ständig überwacht und sogar benotet: „Aufgrund der Höchstgeschwindigkeit, des Bremsverhaltens und der Beschleunigung berechnet ,Decos Cartracker‘ eine individuelle Zensur für das Fahrverhalten jedes Fahrers.“
FAZ v. 12.8.14
Ein Beispiel für die Zweischneidigkeit des Eindringens der Elektronik in alle Lebensbereiche. Und gleich noch ein weiteres:
 
Wenn Autos gehackt werden
Auf der Computermesse Cebit dieses Jahr warnte der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, Martin Winterkorn, deshalb schon vor „Big Brother“ auf den Straßen. „Das Auto darf nicht zur Datenkrake werden“, sagte er. Mit Computertechnologie schütze man die Kunden vor unzähligen Gefahren wie Aquaplaning, Sekundenschlaf und langen Staus. „Und mit dem gleichen Pflichtbewusstsein werden wir unsere Kunden auch vor dem Missbrauch ihrer Daten schützen“, sagte Winterkorn.
Wie berechtigt die Warnung des Managers war, ist jetzt durch einen Hacker-Vorfall in China klar geworden: Chinesischen Studenten ist es offenbar gelungen, digital in ein Auto einzubrechen. An der chinesischen Zhejiang-Universität haben sie angeblich eine Sicherheitsbarriere des Elektroautos „Tesla S“ überwunden – und öffneten die Türen, das Schiebedach, schalteten die Lampen ein und betätigten die Hupe, berichtet das Technik-Portal Golem. All das geschah demnach sogar während der Fahrt.
FAZ-online v. 22.7.14

Gekreuzigt
Während der Messe, die er am 2. Mai gefeiert hat, gestand der Papst ein, dass er geweint habe, als er erfahren hatte, dass Christen gekreuzigt worden seien. Seine Gefühlsregung war Folge des Berichts von Sr. Raghida, einer syrischen Nonne, in Radio Vatican: „In den Städten und Dörfern (Syriens), die von bewaffneten Element, Djihadisten und anderen Gruppen muslimischen Extremisten besetzt werden, stehen die Christen vor der Alternative: Tod oder muslimisches Glaubensbekenntnis… Sie erleiden das Martyrium, ein außerst unmenschliches, extrem gewalttätiges… In Maalula haben sie zwei Jugendliche gekreuzigt, weil diese sich nicht zum Islam bekehren wollten…“ ISIS (Islamischer Staat im Irak und in Syrien) selbst gab bekannt, Männer gekreuzigt zu haben, ohne sie jedoch als Christen zu identifizieren.
L’Homme Nouveau v. 24.5.14
Diese Meldung schaffte es ebenso wenig in die Schlagzeilen wie die Massenvertreibungen von Christen aus Mossul. Ihnen hatte man alles abgenommen: Geld, Wertgegenstände, oft sogar die Schuhe. Erst als die Yeziden verfolgt wurden, landete das Elend im Irak in den Headlines. Dann wurde allerdings vor allem das Elend der Yeziden „und anderer Minderheiten“ beklagt. Den Glauben, der an seiner Wiege stand, verdrängt Europa einfach systematisch.
 
Endlich nimmt die Welt das Unrecht wahr
Aus ihren Zielen machen sie kein Geheimnis. Sie wollen ein neues Kalifat errichten, die „Ungläubigen“ zum Übertritt in den Islam zwingen, zu Schutzgeldzahlungen erpressen, vertreiben oder töten. Dass die Extremisten es ernst meinen, müssen Christen und die religiöse Minderheit der Yeziden auf schreckliche Weise am eigenen Leib erfahren. Diesmal schaut die Welt nicht weg, denn diesmal konnte das Drama der Öffentlichkeit in einer einfachen Geschichte mit fast schon biblischer Symbolik vermittelt werden: Tausende Yeziden, gefangen auf ihrem heiligen Berg, umzingelt von Schlächtern. Ein Nebenaspekt, aber trotzdem bedenkenswert. Eine kleine religiöse Gruppe, die vor Kurzem lediglich Experten ein Begriff war, weckt die Neugier und das Mitgefühl im Westen stärker als die Vertreibung zehntausender Christen aus Mossul Ende Juni.
Die Presse v. 16.8.14

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